CIA Reading Room cia-rdp80t00246a070100290001-1: NVA FIELD MANUAL ENTITLED: "FIRING FROM TANKS"

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Declassified in Part - Sanitized Copy Approved for Release 2013/10/28 : CIA-RDP80T00246A070100290001-1 | 


YNFORMATION REPORT INFORMATION REPORT 
bg gy. CENTRAL INTELLIGENCE AGENCY 50X1 


This material contains information aneoting the National Defense of the United States within thé meaning of the Beplonage Laws, Title 
18, U.S.C. Secs, 793 and 794, the transmission or revelation of which in any manner to sn unauthorized person is prohibited by law. 


co CONFIDENTIAL 50X41 
NO FOREIGN DISSE 


country East Germany REPORT 

suect NVA Field Manual DATE DISTR. SNfsee 
if Entitled: "Firing 
from Tanks" NO. PAGES. 4 

REFERENCES 

DATE OF ' 

INFO. 50X1-HUM | 
PLACE & i 
DATE ACQ. i 


| THIS IS UNEVALUATED INFORMATION. SOURCE GRADINGS ARE DEFINITIVE. APPRAISAL OF CONTENT IS TENTATIVE. 


Fe 141-page NVA 50X1-HUM | 

| (National People's Army) manual ia German entitled: "Schiessen | 

i aus dem Panzer -- Firing from Tanks" which was published by the 
Deutscher Militaerverlag, Berlin, The manual was translated 

; from Russian to German by Dr. -Ing. Walter Balkin. A transla- -7~~ 

tion of the table of contents follows: 


oat i} 
| 1. Explosives and Munitions 
; 2, Internal Ballistics (Firing: Stages, etc.) 
3. Angle Measuring 
4, External Ballistics (Trajectory, etc. i 
5. Dispersion - 5 
6. Effectiveness of the Fire 
7. Observation and Determination of Range 
‘ 8. Targeting and Firing Command 
i 9. Establishment of Starting Process and Fire Correction 
: 10, Adjustment of Telescopic Sight and Synchronization of 


i the Turret Machine Gun 


Distribution of Attachment: 
50X1-HUM 


DIA: Retention 
OCI: Retention 


50X1-HUM - ] 


y CONFIDENTIAL 
é NO FOREIGN DISSEM 


rPwmwoRen 


STATE X | DIA Xl army _#X T NAW xX [AIR xX [NSA X TAD OCR T JCS 


(Note: Field distribution indicated by “#”.) 


INFORMATIO 


eR 50X1-HUM 
REPORT. INFORMATION SREP eT 


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_GUSSEW + SCHRAMOW 


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Release 2013/10/28 : 
Glas RDP80100246A070100290001- 1 


Demevpen aus aem Panzer . 


"padasained in Part - Sanitized Copy Cena for . 
Release 2013/10/28 : 
CIA- RDP80T00246A070100290001- -1 


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. Oberst L.M. Gussew/Oberst N.N. epeney 


| SchieBen 
aus sdem Panzer 


. 


Deutscher Militarverlag - Berlin 1963 | 


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Aus dem Russischen isbersetzt von Dr.-Ing. Walter Balkin 
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’ Originaltitel: CrpeabGa us Tanke - 


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1. Explosivstoffe und Munition 


LI. Die Begriffe Explosivatoff und Detonation 


Explosivstoffe sind chemische Verbindungen und Mischun- — 
gen, die durch duBere Eimwirkungen (Schlag, Feuerstrahl, | 
Reibung usw.) zu sehr schnellen chemischen Umsetzungen’ - 
gebracht werden kénnen, wobei Warme erzeugt und eine ~ 
groBe Menge sehr. heiBer Gase gebildet wird, die die physi- 

' kalische Arbeit des Treibens und Zertriimmerns verrichten 
kénnen. : ; 
Dementsprechend dienen die Explosivstoffe als Hauptenergie- - 
quelle fiir das Heraustreiben des Geschossés aus Hiilse und 
Waffe oder fiir deren zerstérende Wirkung im Ziel. 

Die Umsetzung kann hervorgerufen werden ‘durch 


@ mechanische Einwirkung (Schlag, Stich, Reibung); 


@ thermische oder elektrische Einwirkung (Hitze, Puakens 
Feuerstrahl); 5 
.@ die benachbarte Detonation eines anderen. Explosiv- 
stoffes (Ubertragungsdetonation). 


Die Geschwindigkeit der Umsetzung hangt von Zusammen- 
setzung, Menge und Dichte der Explosivstoffe sowie von den 
Bedingungen der Umsetzung ab (Art der Erzeugung, Druck, 
Temperatur usw.). . 
Die Umsetzung kann als Verbrennung, als eiapigaien oder 
als Detonation erfolgen. 

Bei der. Verbrennung verliuft der ProzeB der Umeetzung mit 
einer Geschwindigkeit von mehreren Metern in der. Sekunde 
‘(bis 10 m/s). Das Verbrennen des Explosivstoffes wird von 

‘ einem mehr oder weniger schnellen Druckanstieg begleitet, 
wobei in der Nahe befindliche Kérper fortgetrieben oder: 
zerstreut werden. Ein Beispiel fiir die Verbrennung von Ex- 
5 

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plosivstoff ist dak pitined von Pulver in der freien Luft 
oder in einem Geschiitzrohr. 
Bei der Detonation verlauft der ProzeB der Umsetzung mit 
einer Ceschwindigkeit von mehreren tausend Metern in der, 
Sekunde, der von einer heftigen Erhéhing des Gasdrucks 
und einer starken Zerstérung der sich der Gasausdehnung 
entgégensetzenden Hindernisse begleitet wird..Beispiele von 
Detonationen sind die von. Geschossen, Granaten, Spreng- 
kérpern und so weiter. Zwischen der Verbrennung und der 
‘ Detonation gibt es Zwischenformen der Umsetzung, die: mit 
einer vom Au8endruck abhangigen verdnderlichen Ge- - 
- schwindigkeit (bis zu einigen hundert Metern i in der Sekunde). 
verfolgen. 


1.2. Die ie Einteifung der Explosivatoffe 
nach ihrer praktischen Nerremiang 


Nach ibrer Wirkungeweise und Anwendungsart teilt ‘man die 
Explosivstoffe in te 

e Initialspreng- oder Ziindstoffe; 

@ Brisanzsprengstoffe; 

@ Treibmittel (Pulver); 

@ pyrotechnische Zusammensetzungen. . 
Zn den Initialsprengstoffen, gehéren solche empfindlichen - 
Explosivstoffe, die infolge einer unbedeutenden mechani- - 
_ schen oder thermischen Einwirkung detonieren und dadurch 
die Detonation anderer Sprengstoffe hervorrufen (Ubertra- 
gungsdetonation), Hauptvertreter dieser Gruppe sind Knall- | 
quecksilber, Bleiazid, Bleistiphnat und andere. In Verbin- 
dung mit anderen Sprengstoffen (Antimon, Bertholetsalz) 
verwendet man die Initialsprengstoffe zur Fillung von Ziind- 
kapselni (-hiitchen) und Detonationskapseln. 
Brisanzsprengstoffe sind solche Sprengstoffe, die in der 


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, Regel infolge der Detonation von Initialsprengstoffen deto- 
nieren und dabei die sie umgebenden Gegenstande zerstiren. 
Die wichtigsten Vertreter der Brisanzsprengstoffe sind Tro- ' 
tyl (Trinitrotoluol), Melinit (Pikrinsaure), ‘Tetryl, Hexogen, . 
Pyroxylin (Nitrozellulose), Nitroglyzerin: und andere. Die 
Brisanzsprengstoffe werden als Sprengladungen in Geachos- 
sen, Minen und Granaten sowie bei Sprengarbeiten ver- 
wendet. ; rane 
Treibmittel (Pulver) sind solche Explosivstoffe, deren Um- 
wandlung ein schnelles Verbrennen ist. Sie werden zum Trei- 

| ben von Geschossen und Minen verwendet. : 

| Es gibt rauchlose und rauchstarke Pulver. | 
Das rauchstarke Pulver (Schwarzpulver) ist ein Gemisch von - 

| 75% Kalisalpeter, 10% Schwefel und 15°% Holzkoble. Es 

| ist sehr empfindlich gegen StéRe, Reibung und Flammen 

| ‘und stark hygroskopisch (wasseranziehend). Schwarzpulver 
wird fiir die Herstellung von Ziinderbrennsatzen, Verzige- 

: rungssitzen in Ziindern, fiir Verzdgerungssatze i in Hand- 
granaten und anderes verwendet. 

Zu den rauchlosen Pulvern zahlen Pyroxylinpulver (Nitro- 
zellulosepulver), Nitroglyzerinpulver. Die Korner des rauch- 
losen Pulvers kénnen die Form von Plattchen, Streifen und 
Réhrchen mit einem oder mehreren Kandlen haben. 

Die rauchlosen Pulver werden als Gefechtsladungen verwen- 
det. Die Gefechtsladungen werden fiir jede Waffenart mit 
einem bestimmten Gewicht und aus einem Pulver bestimm- 
ter Zusammensetzung und Kornform so hergestellt, daB. sie 
dem GeschoB die erforderliche Anfangsgeschwindigkeit er- 
’ teilen. 

-Pyrotechnische Zusammensetzungen werden fiir Leucht- 
und Signal- und zur Herstellung von Leuchtspurmunition, 
Brandgeschossen und Rauchgeschossen verwendet. 
Pyrotechnische Satze sind Gemische aus Brennstoffen, Oxy- 
datoren (Sauerstoff liefernde Mittel), Verfestigungsmitteln 
und Spezialbeimengungen. 


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Anaen 


1.3, Allgemeine Angaben iiber dio Munition _ 
'’ - yon Panzerkanonen. 


Die Munition fir Panzerkanonen besteht in verschiedener 


Zusammensetzung aus folgenden Teilen: 
1. Gescho8 mit Sprengladung; 
Gefechtsladung nee): 
Zinder; 

Hilse; 

Ziindkapseln; 

Hilfselemente der Gefechtsladung. 


(Hilfselemente der .Gefechtsladung sind: die Zusatzladung, 
die Salzvorlage zur Dampfung des Miindungsfeuers, der Ent- 


“kupferer, der Phlegmatisator, die Schutzpackung.) 


Abweichungen von diesem Aufbau gibt es nur bei Unter- 


. kaliber- und Vollgeschossen (keine Granatziinder, da keine 


Sprengladung) sowie bei Sondergranaten (statt Spreng- 


_ladung Agitationsmaterial, Nebelstoffe usw.). 


Fir Panzerkanonen mit einem Kaliber von weniger als 


122 mm werden Granatpatronen verwendet, bei denen alle 
- Bestandteile zu einem Ganzen vereint sind. Fiir Kanonen 


mit einer Rohrweite (Kaliber) von 122 und 152 mm ver- 
wendet man Granaten mit gesonderter Hiilsenladung. 


14 Die o Verwendusg der Granaten 


Penieuranaien (mit Leuchtsatz) verwendet man zur Ver- 
nichtung von gepanzerten Zielen (Panzern, SFL, Panzer- 


kuppeln, gepanzerten Booten, SchieBscharten usw.). Kumula- 


tive Granaten (Granaten mit gerichteter Detonationswirkung) 
und .Unterkalibergranaten verwendét.man zur Vernichtung 


von schweren Panzern und SFL sowie fiir andere Ziele, die 
‘stark gepanzert sind. 


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Mit Unterkalibergranaten schieSt man in Abhangigkeit vom 
Kaliber maximal 1000 bis 1200 m weit. Auf weitere Entfer- 
nungen za schieBen ist unzweckmaBig, weil die panzer- 
brechende Kraft der Unterkalibergranate mit wachsender 
’ Entfernung durch den schnellen Abfall-der Geschwindigkeit 
stark absinkt. 
Splittersprenpgranaten, deren Ziinder auf Splitterwirkung ein- 
gestellt ist (Ziinder ohne Kappe), werden zur Vernichtung 
und Niederkimpfung offener Feuerstellungen oder lebender ~ 
Kraft, von Schwimmpanzern, Schiitzenpanzerwagen, Pan- 
- zerspahwagen und leichten, ungepanzerten Uberwasserzielen 
(Booten, Kahnen) verwendet. 
Splittersprenggranaten, deren Ziinder auf Sprengwirkung cin- 
 gestellt ist (Ziinder mit Kappe), werden zur Vernichtung von 
Feuerstéllungen und lebender Kraft, die sich in Deckung be- 
findet, von groBen, ungepanzerten Uberwasserzielen (Lande- 
booten usw.) sowie zur Zerstérung des Fahrwerks von Pan- 
- zern und SFL, Holzbauten und Briicken verwendet. 
Splittersprenggranaten, deren Ziinder auf Verzégerung einge- 
stellt ist, werden zur Vernichtung von Feldbefestigungen 
-verwendet. 


"LS. Angaben iiber Markierung, Farbe und Index 
der Panzergranatmaunition 


Markierung 2 8 
Markierungen sind Zeichen ead Abkiirzungen, die mit Farbe 
auf den Geschossen, Hiilsen und GeschoBverpackungen auf- 
getragen sind. 

Der Markierung kann man das Kaliber einer Granate, ihre 
Bestimmung, ‘Wirkung und Ausfihrung sowie’ Zeit, Ort und 
Nummer der Ladung und der Zusammensetzung, das Ge- 
wichtszeichen der Granate, dié Pulvermarke, die Nummer 
der Herstellungspartie, Jahr und Ort-der Pulverherstellung; 

9: 


, 


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Bild 1 
Die Markierung 
- der Granatpatronen 


1— Kennzeichen des Ladungsbetriebs; 2 — Nummer der Serie; _3— Jabr der Ladung; 
4—Kaliber; 5 — Gewichtszeichen; 6— Kennzeichen des Explosive’ “. 7—Kenn- 
index der Granate; 8 —Kenuindex der Granatpatrone; 9 — ‘i'y,, der Kanonen, fir 
die die Granatpatrone verwendet werden kann: — 10 — Pulvermarke, Serie und Her- 
stellungsjahr des Pulvers, Kennzeichen dos Pulverwerks; 11— Nummer der Serie, 
Jahr der Zusammensetzung der Granatpatrone und -Kennaeiek:- 2. Betriebes, in dem 
die Zusammensetzung erfolgte; 12 — Pulver enthalt €>:--:. ctlegmatisator 


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die Explosivstoffe. und andere-Angaben entnehmen (Bild 1). 
Das Gewichtszeichen ‘auf dem Granatkérper gibt die Ab- 
weichung des tatsichlichen Granatgewichts vom Normal- 
gewicht an. 


Farbe 

Einige Teile der Granatpatrone werden mit Farbe ange- 

strichen. Man unterscheidet Schutz- und Kennfarben. 

Die Schutzfarbe soll die Granaten bei langerer Lagerung vor 

Rost schiitzen (Zentrierwulst und Fiihrungsringe werden 

nicht gestrichen). 

Mit Kennfarben werden bestimmte Stellen der Granatenober- 

fliche versehen. Zum Beispiel ist die Kappe des Granatziin- — 

ders MI'-H (MG-N) wei8 und die Kappe des Granatziinders 

MI-HC (MG-NS) gelb gestrichen. 

Granaten, deren Kérper aus HartguB bestehen, haben ober- 

halb des unteren Fithrungsringes einen schwarzen Farbring; 

Ubungsgranaten haben. einen schwarzen Anstrich; Hiilsen 

von Granatpatronen mit verringerter Ladung und geson- 

derte Hiilsenladungen mit Speeteliaduny haben ebenfalls 
- einen schwarzen Farbring. 


Index 
Der Index ist ein aus Buchstaben und Zahlen bestehendes 
Zeichen fiir die Kennzeichnung von Artilleriewaffen: und 
-munition. ; , 
Bei der Munition wird der Index auf die Geschosse.und Ge- 
schoBteile sowie auf die GeschoBverpackungen aufgetragen.  . 
Nachstehend bringen wir die Bedeutung der Buchstaben, 
die auf die Patronen, Granaten und Granatziinder sowie auf 
ihre Verpackung aufgetragen werden. 
. Y  (U) — Granatpatrone 

B (W) 9 Granate mit gesouderter Hia'senladung 

QO (0) Splittergranate 

®. (F) Sprenggranate 


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OO (OF) Splittersprenggranate 

B @) Panzergranate 

P (R) _ Leuchtspurgranate 

-BP (BR) Panzergranate mit Leuchtsatz 

3 (S) Brandgranate 

B3P (BSR) Panzer-Brandgranate mit Leuchtsatz 
BII (BK) (BP/BK) kumulative Granate | 

A -(D)’~—s Rauchgranate 

Cc (S) Leuchtgranate 


1.6. Der Umgang mit Munition. 


Die Durchsicht und die -Vorbereitung ae, Munition fais ‘das 
SchieBen* | 

Bei der Durchsicht und Vorbereitung der Munition fir das 
SchieBen entfernt man das Fett sowie die Oxydationsspuren 
und reinigt sie. Dann. wird die Munition nach ihrer Bestim- 
mung, den Markierungen auf den Hiilsen und den Gewichts- 
' geichen auf den Granaten entsprechend, sortiert. 


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Die sortierte Munition wird sorgfaltig’ durchgesehen. iin _ 


Kampfraum darf keine Munition gelagert werden, bei der 

@ die-Granatziinder keine Kappen haben; 

@ die Membran des Granatziinders gerissen ist;; 

@ der Granatziinder nicht vollstandig eingeschraubt ist 
(der Ziinder. wird vom Waffenmeister in 20 bis 30 m Eur 
fernung vom Panzer eingeschraubt) ; 

@ der Granatziinder sich beim Transport vollstandig aus 
der Granate herausgeschraubt hat; 

-@ die Ziindschraube mit dem Patronenhiilsenboden nicht 


_biindig liegt, sondern um mehr als 0,5 mm aus ihm her-' - 


ausragt oder zu tief in ihm liegt (die Ziindschraube wird 


auBerhalb des Kampfraums des Panzers since!) 


oder 
@ die Granate schief oder nicht fest i in der Hulse sitzt (die 


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Granate darf ‘sich in der Hiilse von Hand nicht drehen 
lassen); 

@ der Boden oder der Flansch der Hiilse oder auch die - 
Granate Risse aufweist; 

@ die. Hiilse Beulen hat, die das Laden verhindern; 

@ die Fihrungsringe und Zentrierwiilste Schlagspuren tra- _ 
gen oder verrostct sind; 


@ die Ladung nicht luftdicht yerschlosseh ist (he geson- 
derter Hiilsenladung). . 


Der Umgang mit der Munition wahrend des SchieBens . 


Vor dem Laden werden Granate und Hiilse sorgfaltig mit 
einem Putzlappen abgerieben. 
Mit den Granaten ist vorsichtig umzugehen: Man darf sie 
nicht eit lassen, nicht werfen, tial mit ihrer Spitze irgend- 
wo ansto, 
Der cides duet nur an zwei oder drei Granaten eingestellt 
werden, die man fiir die nachsten Schiisse vorbereitet. Wenn 
beim Abkappen (Entfernen der Ziinderkappe) vor dem 
Scharfmachen festgestellt wird, daf die Membran bescha- 
digt ist, so darf.die Kanone't mit dieser Granate nicht geladen 
werden. 
Bei gesonderter Hiilsenladung muB die. Cranate mit Sehiwsiig 
in das Rohr geschoben werden (durch das Einpressen der. 
Ziige in den Fuhrungsring mu8 ein harter, metallischer 
Klang erzeugt werden). Der verstarkte Deckel ist nur aus 
denjenigen Hiilsen zu entfernen, die fiir das SchieBen vor- 
bereitet werden (zwei bis drei Hitlsen). Die bei der Verringe- 
rung einer Ladung aus der Hiilse entfernten Pulverbiindel 
werden in leere, erkaltete Hiilsen gelegt. 
Fir das Entfernen von steckengehliebenen Patronenhiilsen- 
resten ist eine Spezialladung in-einer verkiirzten Hiilse zu 

; verwenden. Das Entfernen mit Kartuschen ist nicht zu- 

lissig, weil dadurch das Rohr platzen kann. 


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Im Winter bei — 10°C ist es angebracht, zur Erwarmung 
des Rohres fiir den ersten’ SchuB eine verminderte Ladung 
zu nehmen. 


Die Behandlung der Munition nach dem Schiefen 


.Wenn nach dem SchieBen noch Granaten mit abgekappten 
Zindern ibriggeblieben sind, so miissen die Kappen unbe- 
dingt wieder aufgeschraubt werden. 

Sind nach dem SchieBen Granaten mit Ziindern PT'M-6 | 
(RGM- 6) und PPM-2 (RGM-2) mit auf ,,3“‘ gestellten Heheln 
iibriggeblieben, so muB man die Hebel auf 0“ stellen. Beim 
‘nachsten SchieBen ist diese Munition zuerst zu verbrauchen. 
Granaten mit Ziindern RGM-6 und RGM-2 darf man nur 
mit aufgeschraubten Kappen und auf ,,0“ eingestellten 
Hebeln transportieren. — 

Hiilsen und herausgenommene Pulverbindel sind bei den 
Munitionsversorgungsstellen abzuliefern. 


—1L. Die Munition fiir ir Pansy. Maschinensewelite 


' Fiir das SchieBen aus Panzer-MGs verwendet man normale 
Infanteriemunition. 
Die MG-Patrone bestebt aus dem Geschof, ise Pulverladung, 
der Hiilse und dem Ziindhiitchen. 
Das Gescho8 besteht aus dem Mantel und der F ‘illung. 
Je nach der Bestimmung des Geschosses unterscheidet man 
normale Geschosse und Spezialgeschosse. 
Normale schwere und. leichte Infanteriegeschosse sind fir 
das SchieBen auf lebende Kraft bestimmt. Leichte Geschosse 
haben keine besonderen Kennzeichen. Die Spitzen - der 
schweren Geschosse sind gelb. . 
Zu den Spezialgeschossen gehéren die Leuchtspurgeschosse, 
die Brandgeschosse, die Panzergeschosse, die Panzer-Brand- 
Geschosse, die Panzer-Brand- spenentapes Cosehiees und die 
’ Einschie8-Brand-Geschosse.. 


avs 


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Leuchtspurgeschosse dienen der Feuerkorrektur und der 
Zielanweisung. Die GeschoBspitze ist grim. Der Leuchtsatz 
befindet sich in einer klejnen Héhlung hinter der Fiillung 


-und entziindet sich beim SchuB. Wahrend des Fluges 
‘verbrennt der Satz und hinterlaBt eine grell leuchtende 


Spur. 
Brandgeschosse verwendet man .zum Inbrandsetzen leicht 
entziindlicher Stoffe, zum Beispiel von Stroh, Holzgebauden, 


‘Benzin und so weiter. Der Brandsatz befindet sich im vor- 


deren GeschoBteil und entziindet sich beim Aufschlagen des 
Geschosses. Das Brandgescho8 hat in seinem hinteren Teil 
eine Héhlung, in die der Leuchtspursatz eingepreBt iet. Da- 
her ist ein BrandgeschoB gleichzeitig ein Teuebtepurecsehob: 
Die GeschoBspitze ist rot. 

Panzergeschosse werden zum Bekaémpfen von Zielen ver- 
wendet, die sich hinter Panzerabdeckungen befinden. Die 
GeschoBfiillung besteht aus bésonders hartem Metall. The 


 GeschoBspitze ist schwarz. 
Panzer-Brand-Geschosse sollen Ziele hinter Panzerungen tref- 


fen und gleichzeitig die hinter der Panzerung befindlichen 
leicht ‘entziindbaren Stoffe in Brand setzen. Die GeschoB- 
spitze ist schwarz und mit einem roten Farbring versehen. 


Panzer-Brand-Leuchtspur-Geschosse unterscheiden sich von: 


den Panzer-Brand-Geschossen dadurch, da8 sie. auBerdem 
fiir die Feuerkorrektur und die Zielanweisung vorgesehen 


sind. Die .GeschoSspitze ist violett und mit einem roten 


Farbring versehen. 

EiinschieB-Brand-Geschosse dienen dem ZieléinschieBen und 
dem Inbrandsetzen leicht entflammbarer, durch Panzerun- 
gen nicht geschiitzter Stoffe. Das Gescho8. hat im Kopfteil 
einen Brandsatz und im mittleren Teil einen Tragheits- 


schlagbolzen mit einer Ziindkapsel. Beim Auftreffen des — . 


Geschosses auf ein Ziel ziindet der Brandsatz, flammt hell 


auf und entwickelt eine eins: Rauchwolke. Die GeschoB- 


spitze ist rot. 


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2.. ‘Abgalicn iiber die innere Ballistik 


Die innere Ballistik behandelt die GeschoSbewegung im 
Rohr unter der Einwirkung der Pulvergase. 


2.1, Der Vorgang beim Schuf 


. Unter einem Schu8 versteht man das Heraustreiben des 
Geschosses aus dem Rohr durch die Energie der Pulvergase, 
die sich beim schnellen Verbrennen der Pulverladung bilden. 
Ein SchuB ist von einem Knall, einer Flamme und vom Ge- 
schiitzriickstoB begleitet. 

Durch den Schlag des Schlagbolzens auf die Ziindkapsel ent- 
ziindet sich der Ziindsatz und bildet eine Flamme, die die Bei- 
ladung zwischen Ziindkapsel und Pulverladung éntziindet. 
Die Beiladung ziindet ihrerseits die Treibladung (bei den Ge- 
wehrpatronen wird die Pulverladung unmittelbar durch den 
Feuerstrahl des Ziindhiitchens geziindet). Beim Verbrennen 
der Treibladung bildet sich im Rohrkanal eine groBe Menge 
heiBer Gase, die auf den GeschoBboden, auf den Hiilsenboden | 
und die Hilsenwand sowie auf die 'Rohrwand einen hohen 
Druck ausitben. Durch den Gasdruck wird das GeschoB vor- 
warts getrieben, wobei sich der Fiihrungsring in die Ziige ein- 
preBt. Bei den Gewehrgeschossen preBt sich der GeschoB- 
mantel in die Ziige ein. Das GeschoB bewegt sich mit stindig - 

‘ wachsender Geschwindigkeit durch das Rohr und wird in der. 
Richtung der Seelenacltse des Rohres hinausgetrieben. Der 
von den Gasen auf den Hiilsenboden ausgeiibte Druck er- 
zeugt eine Riickwdrtsbewegung des Rohres, den RiickstoB, 
der bei Geschiitzen Riicklauf genannt wird. Die Wandungen 
der Hiilse und des Rohres dehnen sich durch den Gasdruck 
aus (elastische Verformung), wobci sich die Hiilse fest an das ~ 
Patronenlager anpreBt und einen Durchbruch der. Pulvergase 
nach der VerschluBseite verhindert. Ferner entstehen beim 
SchuB Schwingungen, und das Rohr erwdrmt sich. 


. 16 


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Manchmal erfolgt nach dem Abdriicken der SchuB nicht oder 
_mit einer gewissen Verspatung. Im ersten Fall handelt es sich 
um einen Versager, im zweiten Fall um einen NachschuB. Die. | 
Ursache des Versagers sind meist Feuchtwerden des Ziind-. 
satzes der Ziindkapsel, Nichtziinden der Beiladung oder der 
Treibladung. Nach einem Versager darf man daher den Ver- 
schluf nicht sofort éffnen, denn es kann sich um einen Nach- 
schuB handeln. Bei einer Kanone muf man nach einem Ver- 
sager mindestens eine Minute warten, ehe der Verschluf geéffnet 
werden kann. 


2.2. Die Perioden des Schusses 


’ Der SchuBablauf ist sehr schnell; er dauert etwa 0,002 bis 
0,06 Sekunden. Die Vorgange, aus denen sich ein SchuB zu-. 
sammensetzt, verlaufen in einer bestimmten zeitlichen Reihen- 
folge. Ein SchuB teilt sich in folgende Perioden: vorlaufige 
Periode, erste Periode (Hauptperiode), zweite Periode, Periode 
der Gasnachwirkung (Bild 2). 

Die vorliufige Periode umfaSt das Vaibrennen der Treib-, 
ladung bei konstantem Gasvolumen. Sie dauert vom Ziinden | 
der Ladung bis zum Beginn der GeschoSbewegung. Wahrend 
dieser Periode entsteht im Rohr der Druck, der fiir das Be- 
wegen des Geschosses aus der Ruhestellung erforderlich ist 
(Uberwindung der Trigheit des Geschossés und des Wider- 
standes des Fiihrungsringes gegen das Einpressen in die Ziige). 
Der Druck, bei dem sich das Gescho8 zu bewegen beginnt, 
heiBt Beschleynigungsdruck. Bei Geschiitzen und Maschinen- 
gewehren erreicht er 200 bis 500 kp/cm?. 

Die erste Periode (die Hauptperiode) umfaBt das Verbrennen 
der Ladung bei sich schnell anderdem Gasvolumen, Sie 
dauert vom Beginn der GeschoSbewegung bis zu dem Augen- 
blick, in dem das Pulver vollstandig verbrannt ist. Zu Beginn 
dieser Periode, wenn die Geschwindigkeit der GeschoB- 


2 = SchieBen a. d. Panzer 17 


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pra LELEOLES ETI LTILD I AUL LL CTEL TIL LLEEESE NS RUSUULULL UIE UTIFAUEEELTESEOE 


WM sccee es cosirer ere csrerss VesseaerseLa Taso asevarerrerteebara sere Tie rerrrertel 


-Bild2 Die Perioden des Schiasees; Kurve des Casdrucks auf den Boden | 
der Granate ae one der Gescheoindighett der Granate’ ; 


i— Bewegungsbeginn der Granate; 2 — Devck in’ "Atmosphiren; 3— Beschleunigungs- 
druck; 4---Héchstdruck; 5—Druckkurve; 6—erste Periode des Schusses; 7— Seelen- 
achse  8-—Geschwindigkeitskurve; 9— Ende der Pulververbrennung; 10 — xweite 
Periode des Schusses;. , 11 — Periode der Gasnachwirkungs 12 — Druckausgleich mit 
der Luft; 13 — Geachwindigkelt in Metern_ 


bewegung i im Rohr noch gering ist und sich der Verbrennungs- 
raum (der Raum zwischen dem GeschoSboden und dem 
Hiilsenboden) langsam, vergroBert, steigt der Druck im Rohr 
schnell an. Er erreicht seinen. Héchstwert von 2000 bis 


3000: kp/cm®, wenn sich das Gescho8 j je nach dem Geschiitz- 


system um 4 bis 10 Kaliber vorwarts bewegt hat. Infolge der 
schnell zunehmenden ‘GeschoBgeschwindigkeit vergréBert 
sich der Raum zwischen GeschoBboden und Hiilsenboden 
fasch: “der Zustrom neuer Gase reicht nicht aus, um den . 


18 


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: Druck auf Gs erreichten Hohe zu halen, und der Druck fale 
allmahlich, 
_ Die zweite Periode umfaBt dis Eepaiich (Kneddiessing) dex 
’ nunmehr konstanten Menge stark komprimierter und heiBer ° 
Gase. Diese. Periode endet mit dem Hinausfliegen des Ge- 
. 8chosses aus dem Rohr. Wahrend dieser zweiten Periode ver-- 
~ gréBert sich die GeschoBgeschwindigkeit nur durch den vor- 
- handenen Druck und die Expansion der Gase. 
Die Periode der Gasnachwirkung umfaBt die Wirkung ‘der. 
‘schnell aus dem Rohr. ausstrémenden Gase auf das hinaus- 
getriebene Gescho8. Die Periode der Gasnachwirkung endet, 
-' wenn der Gasdruck durch den auf das Gescho8 wirkenden 
Luftwiderstand ausgeglichen ist. Das Gescho8 hat am Ende’ 
‘dieser Periode die gréBte Geschwindigkeit erreicht. Diese 
_ unterscheidet sich jedoch nur wenig von der Geschwindjgkeit, 
" die das GeschoB in dem Augenblick hat, wenn'es aus dem 
. Rohr hinauégetrieben snd: ; 


2 ate Dest Arieit der Fubverzase P - 
Die. Treibladung erzeugt beim Verbrennea eine gewaline . 
Menge Warmeenergie, ie eine” groBe Arbeit ‘verrichten 
kann. ~ ; 

. Die potentielle Energie (Ladeenergie) der Treibladung kann 
nach folgender Formel bestimmt werden: 


i oe Epo, = 427.00 pay 


. Egor = potentielle Energie der Ladung in . Kilopond: 
metern - : 


427 = mechanisches Warmedquivalent : Ma 
@. = Masse der Pulverladung i in Kilogramm aa oe 


eae oe beim Verbrennen von 1 rie erzeugte Warme- 
mene in  Kilokalorien (kcal) - 


2 ee 19 


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Die beim Verhveniien der Treibladung erzeugte Energie wird 
fiir folgende. Arbeiten verwendet: 
@ Vorwartshewegen des Geschosses (Hauptarbeit) ; diese 
Arbeit ist zahlenm&Big der Miindunggenergie gleich, also 
_ der kinetischen (Bewegungs-) Energie-des Geschosses . 
beim Verlassen' des Rohres. Fiir dieses Arbeit wird ein 
Drittel der Energie der Treibladung verbraucht. 
Die Mindungsenergie_ kann nach folgender Formel be- 
rechnet™ werden: 


Emu= 


Ey = Miindungsenergie in Kilopondmetern 
% = Anfangsgeschwindigkeit in Metern je Sekunde | 
q = GeschoBgewicht in Kilopond 


g = Schwerebeschleunigung in Metern je Quadrat- 
‘sekunde (g = 9,81 m/s?) 


@ Versetzen des Geschosses i in die Drallbewegung ; die GréBe 
dieser Arbeit hangt vom Kaliber und vom. Gewicht des 
Geschosses sowie von der Steilheit der Ziige ab und be- 
trigt 0,25 bis 2,5°% der Hauptarbeit; 

' @ Uberwindung der Reibung bei der Bewegung des Ge- . 
schosses durch den Lauf; diese Arbeit betragt 1 bis 2% 
der Hauptarbeit; 

e@ ‘Bewegung der gasférmigen Vorbieasingipredakes und. 
des noch nicht verbrannten Pulverteils; diese Arbeit 
betragt 1,5 bis 12 % der Hauptarbeit; 

@ Bewegung der riicklaufenden Téile des Geschiitzes; diese 

, Arbeit betragt 1 bis 1,5°% der Hauptarbeit. © 

Fir die Erwirmung der Robrwinde, der Hiilse und des Ge- 

schosses werden bis zu 22% der gesamten Ladungsenergie 

verwendet; bis zu 40% der Ladungsenergie werden ‘nicht — 
ausgenutzt, - 


20 


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2.4. Die Antangsgeschwindigkeit des Geschosses 


Die Geschwindigkeit des Geschosses an der Rohrmindung 
heiBt Anfangsgeschwindigkeit. : 

Die Anfangsgeschwindigkeit ist eine der wichtigsten SchuB- 
waffenkennwerte. Mit steigender Anfangsgeschwindigheit eines 

. Geschosses wachsen auch seine Flugweite, seine Entfernung des 
direkten Schusses und die Aufschlagwirkung im Ziel. 

Die Anfangsgeschwindigkeit hangt von der Robrlange, der 
Masse der Treibladung, dem Volumen des Ladungsraums 
und der Gesamtoberfliche der Pulverkérner der Treibla- 
dung ab. 

Je linger (in gewissen Grenzen) das Rohr ist, um so langer 
wirken die Pulvergase auf das Geschof, und um so gréBer ist 
die Anfangsgeschwindigkeit. Es ist festgestellt worden, daB 
sich die Rohrgeschwindigkeit bei einer Rohrlangendnderung 
von 1% um 0,25 % andert. 

Andert man ‘die Masse der Treibladung, so andern sich die 
Pulvergasmenge und damit auch der Héchstdruck im Rohr 
sowie die Anfangsgeschwindigkeit. Allerdings ist bei einer 
Anderung der Masse der Treibladung die Steigerung des 
Gashéchstdrucks mehrfach gréSer-als das Anwachsen der 
Anfangsgeschwindigkeit, was sich sehr stark auf die Lebens- 
dauer des Rohres auswirkt. Daram wird diese Art der 
Erhéhung der Extanpscenhnmere nur selten ange- - 
wendet. 

Bei gleicher Rohrlinge und unveranderter Masse der Treib- 
ladung ist die Anfangsgeschwindigkeit -um so gréBer, je 
leichter das GeschoB ist. 

’ Wenn man bei unverinderter Masse der Treibladung das 
Volumen des Ladungsraums vergrdBert, fallen Héchstdruck 
und Anfangsgeschwindigkeit. Das Volumen des .Ladungs- 
raums kann sich durch falsches Laden des Geschiitzes. 
andern: Bei gesonderter Ladung verringert ‘er sich, wenn 
das GeschoB8 nicht vollstandig in das Rohr geschoben wird, 


“21. 


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und er vergréBert sich, wenn sich das GeschoB weiter als 
aulassig i in das Rohr schieben 1a8t (die Se eh am Beginn des 
gezogenen Teiles sind ausgebrochen); 
Das Pulver verbrennt um so schneller, je héher die Pie 
ratur der Treibladung ist, dabei steigen auch Héchstdruck 
und Anfangsgeschwindigkeit. Mit fallender Temperatur der 
Treibladung verringert sich auch die Anfangsgeschwindigkeit. 
Im Durchschnitt ergibt eine Anderung .der Ladungstem- 
- peratur um 10°C eine Anderung der pc he aa 
um 1%, 
Die Treibladung ‘dex ‘Granatpatrone besteht biiweaus aus 
Pulver mit gleichbleibender Verbrennungseberfliche oder aus 
progressivem Pulver (Pulver mit mehreren Réhrchen, bei dem 
sich die brennende Flaché stindig vergréBert). Die Kéiner 
der Treibladung haben eine um.so gréSere Gesamtflache, je 
geringer die GréBe der einzelnen Pulverkérner oder ihre 
_ Brenndicke (gach Durchmesser gemessener Abstand zwischen 
 AuBenflache des Kornes und Kreisfliche seiner Kanéle) ist. 
Eine Ladung, mit gréBcrer Gesamtflache verbrennt schneller _ 
* als eine Ladung mit kleinerer Gesamtflache, der Druck der 
‘Pulvergase steigt schneller an, und Héchstdruck und An- 
fangsgeschwindigkeit sind zréBer. Z 


2.5. Der Rohrriicklauf 


Der Druck der Pulvergase auf den Hiilsenboden und den 
VerschluB im Bodenstiick ruft den Ricklauf, das heiBt eine 

' Riickwartsbewegung der Kanone, hervor. 
Die RiickstoBenergie wird bei den Kanonen von den Riick- 

‘ laufeinrichtungen aufgenommen und bei mancken Geschiitz- 
systemen zusdtzlich von Rohrmiindungsbremsen. Bei den 

_ Infanteriewaffen wird die RiickstoBenergie vom Kérper des 
Schiitzen oder von der Lafette aufgenommen, Ein Teil der _ 
RitckstoBenergie wird bei Infanteriewaffen (Maschinen- 


22 
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pistolen, Maschinengewehren, Pistolen) far das suvomatische 

Laden ausgenutzt. 

Die Riicklaufeinrichtungen nehmen die. RickstoBenergie 

durch folgende Vorgange auf: ; : 

@ Beim Durchdriicken der Bremsfliissigkeit i in der Ricklauf- 
bremse muB8 cin Widerstand wberwunden werden, wofir 
bis 80% der RiickstoBenergie verbraucht werden. 


@ Zwischen den Kolbenstangen der Riicklaufvorrichtungen 
' und den Stopfbuchsen sowie zwischen Rohr und Rohr- 
wiege ist Reibung vorhanden, zu deren Uberwindung bis 
5% der RiickstoBenergie verbraucht werden. ° 
‘@- Es wird Energie im. Luftvorholer gespeichert- (Kompres- 
sion von Luft oder Zusammendriicken von Federn), um 
. das Rohr in die Ausgangsstellung zuriickzufiihren, wofiir 
15% der RickstoBenergie verbraucht werden. 
Die Rohrmiindungsbremsen verwerten die Energie der Gase, 
die nach dem Schu8 aus dem Rohr herausstr6men, und ver- 
ringern die Geschwindigkeit des Riicklaufs wahrend der Gas- 
nachwirkung sowie den Riicklaufweg. Sie nehmen gewdhnlich 
25 bis 40% der gesamten Riickstofenergie auf. 


2.6. Die Verringerung der schidlichen Wirkung 
der Relverger auf das Rohr 


Die schadliche Einwirkung der Pulvergase auf.das Rohr be- 
steht darin, daB das Rohr durch hohen Druck und hohe. 
Temperaturen, die chemische Wirkung der Pulvergase’und 
den mechanischen ‘Angniff der sich schnell bewegenden Gase 
auf die Oberflache des. Rolskanals allmablich verschleiBt und 
unbrauchbar wird. of 

Der VerschieiB des Rohres ist Guveuneidlch; der Grad und 
die Geschwindigkeit des VerschleiBes kénnen jedoch ver- 
ringert werden. Dazu ist erforderlich, da® man die fest- 


aK 3 


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gesetzten. Normen der Feuerfiihrung einhalt, Rohrkanal und 
Graniate vor dem Schu8 untersucht und das Rohr sorgfaltig 
pflezt, ohne Notwendigkeit nicht mit voller Treibladung 
schieBt und die Munjtion sorgfaltig fiir das SchieBen’ vor: 
bereitet. 


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3; Das Messen der Winkel 


"3.1. Die MaBeinheiten der Winkel 


Die Einheiten des WinkelmaBes sind das Grad (Zeichen: °), 
die.Minute (Zeichen: ') und die Sekunde (Zeichen: ""). 
Ein Grad ist der 360. Teil einer vollen Umdrehung (eines 
Kreises). Ein Grad enthalt 60 Minuten (1° = 60’) und eine 
Minute 60 Sekunden (1’ = 60”). Im Militarwesen ist zur 
Erleichterung der Berechnungen, die beim praktischen Schie- 
Ben durchzufiihren sind, eine besondere ‘WinkelmaBeinheit 
eingeftihrt worden, der ,,Strich“. Ein Strich ist.der 6000. Teil 
des Kreisumfangs. Die Winkelmesser werden: mit dieser 
. Strichteilung versehen. 
Aus der Géometrie ist bekannt, daB der Kreisumfang gleich 
‘ 2nroder 6,287 ist (r = Kreishalbmesser). Teilt man den Kreis- 
umfang in 6000 gleiche Teile, so ist jeder dieser Teile gleich 
6,28r Blr 


= —— oder abgerundet 


6000 4955 1000” 


Einem Winkel von einer WinkelmaBteilung oder einem Strich’ 
entspricht also ein Kreisbogen, der einem Tausendstel des © 
Einem Winkel von einem, Strich* 


enispricht ein Kreisbogen yon 
der Lange peer 


Bild3 Dos militarische WinkelsnaB — der Strich (das Tausendstel) 
25 


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Kreishalbmessera gleich ist. Daher nennt man eine Teilung 
‘des Winkelmessers auch ein_,,Tausendstel (Bild 3). 

Die in Strich gemessenen Winkel schreibt und nennt man 
‘miindlich in folgender Weise: 


Winkel in Strich . Aussprache 


L null Strich null eins 

10 null Strich zehn 
35 null Strich finfunddreiBig 

100 eins Strich null null 
1125 . elf Strich fiinfundzwanzig 


" Zwischen den'in Grad und in Strich gemessenen Winkeln 
bestehen folgende Bezichungen: 
Ein Kreisumfang hat 360° oder 6000-Strich. Aus 
360-60 21600 
“6000 ~~ “6000: ~ 
folgt, daB ein Strich gleich 3,6’ ist. 


‘gr 
> 


Ferer ist ein Grad gleich nae 16,7 Strich. oder abge- 


rundet 1° == 0-17; 2° = 0-33; 3° =-0-50; 6° = 1-00; 
15° = 2-50; 90° = 15-00 und so weiter. 


3.2. Die Strichformeln und ihre Anwendung 


Mit Hilfe des Strichs kann man leicht von Winkeleinheiten zu 
linearen Einheiten ttbergehen und umgekehrt: Die Bogen- 
lange, die einem Winkel von der Grofe eines Strichs entspricht, 
ist immer einem Tausendstel des Bogenradius gleich (das heiBt 
einem.Tausendstel der Entfernung bis zum Ziel oder einem 
Objekt im Gelande). Einem Winkel von einem Strich ent-— 
spricht zum Beispiel. in einer Entfernung von 1000 m ein 
Kreisbogen von 1 m (1000:1000 = 1), in einer Entfernung 


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‘von 500 m ein Kreisbogen von 0,5 m (500:1000 = 0 49) and 
80 weiter. 

Die Lange (Héhe) H eines Kidishoaale der einem a Winkel von 
W Strich entspricht, 1aBt sich dadurch ermitteln, daB man 


ein Tausendstel der Entfernung (sana) ™ mit der Anzahl v der 


Strichteilungen multipliziert: 


= Too bal 
Hieraus folgt; — : 
1000 H 1000 H 

E = d W 


un = : 


’ 


Diese 'Gleichungen sirid unter der Bezeichnung Strich- 
gleichungén bekannt. : 


E = = Entfernung bis zum Objekt oder Ziel in Metern 

W = Winkel, der das Objekt oder das Ziel einschlieBt, in 
Strich | 

AL = Héhe oder Breite des Geeeccraales oder des Zieles 
in Metern 


Die Strichformeln werden bei der Feuerleitung angewendet. 
Mit ihnen kann man schnell und einfach viele der berm Schie- 
Ben auftretenden Aufgaben. lésen. 

@ Wenn man die Hohe oder Breite eines Ziels oder Objekts 
im Gelande kennt und den Winkel, der die Héhe oder 
Breite einschlieBt, gemessen hat, kann man die Ent- 
fernung des Ziels oder des Gegenstandes errechnen. 


Beispiel:. 
Ein Panzer, der eine ‘Hohe von 3 m hat, ist von einem Winkel 
von 0—02 eingeschlossen, er liegt also: zwischen der Spitze des 
Hauptstachels und der vertikalen Geraden unter dem Stachel. Es 
ist die Entfernung bis zum Panzer zu bestimmen. 
Lésung: 

1000 H =. 1000+ 3. 


Boe “po = ae ae = 1500 m 


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/@ Wenn man die Entfernung bis zum Ziel kennt und. den 
Winkel gemessen hat, der seine Hihe oder Breite ein- 
schlieBt, kann man die Héhe oder Breite des Ziels be- 
stimmen. 


Beispiel: ; 
Ein Panzer ist in seiner ganzen Lange von dem Winkel 0-04 ° 
eingeschlossen, das heift, er liegt zwischen zwei nebeneinander 
befindlichen Teilungen der Strichplatte. Das Ziel ist 1500 m ent- 
fernt. Zu bestimmen ist die Lange des Panzers. 
Lésung: 
EW 1500-4 
~ 1000 ~. 1000 


@ Wenn man dic lineare CréBe eines Gegenstandes und die 
Entfernung bis zu ihm kennt, kann man den Winkel, der 
den Gegenstand einschlieBt, bestimmen. 


Beispiel: 

Eine Kanone hat e eine Héhe von 2 m. 

_Es ist der Winkel zu bestimmen, der die Kanone aus einer Ent- 
fernung von 500 m einschlieBt. . 


Tearing: 
1000 H 1000+ 2 


3.3.. Die Winkelmessung mit Geriiten und Hilfemitteln 


Winkel kann man mit Geriten fiir die Feuerlenkung und. das 

Beobachten (Richtkreise, Scherenfernrohre, ae 

Doppelglaser, Visiere usw.) in Strich messen. 

Falls solche Gerdte nicht vorhanden sind oder wenn es 

darauf ankommt, den Witikel schnell und nur angenihert ma 

bestimmen, kann man ihn auch unter Zuhilfenahme der: 
Finger, der Handflache, eines Bleistifts, einer Streichholz- 

schachtel.und so weiter ermitteln. Es ist nur erforderlich, das 

MaB8 des Hilfsmittels in Strich zu kennen. 


- 28 


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‘Das mittlere Ma einiger Gegensténde betrégt in Strich: 


Finger (Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger) saetaahe 0—30 
Daumen....... Sale hd Ca seiacarg astavoiaseene Woe Beds Sa 0-40 
flache Hand ....,....-+00005- Avaidpeicoteee dais 1-20 
Streichholzschachtel: Lange .........-++- 0—80 ... 0-90 
Breite ........... ... 0-50... 0-60 

Dické- 5 cosccives casiteaacetiet 0-30 

runder Bleistift....... Bebha deta eceshon thal alee tees a 0—12 
eckiger Bleistift........ Oadintiein shia teinde tae awe 0-10 
Hande, Finger, Streichholzschachteln und Bleistifte sind 


aber verschieden groB: daher mui man.zwecks gréBerer Mef- 

genauigheit das Moaf seiner Finger und anderer zum Messen 

benutzter Gegenstdnde bestimmen, die Ergebnisse notieren und 

im Gedéchtnis behalten. 

Das MaB der Finger, der flachen Hand, einer Streichholz- 

schachtel und anderer Dinge ermittelt man auf Felgenity 

Weise:* 
Man halt den zu messenden Gegenstand mit ausgestrecktem 
Arm in Augenhshe und stellt fest, welcher Teil des Raumes 
von dem Gegenstand verdeckt wird (zwischen welchen Ge- 
léndepunkten er sich befindet), Danach bestimmt man unter 
Verwendung eines Mefgerats (Doppelglas, Ziclfernrohr 
usw.) den Winkel, der die zwischen den festgestellten Ge- 
landepunkten befindliche Strecke einschlieBt. 

‘Der gréGeren Genauigkeit wegen muB man den Winkel 2- bis 

3mal bestimmen und dann den Mittelwert errechnen. 

Bei diesem Behelfsmessen, mu8 man den Arm immer gleich 

weit halten, also voll ausstrecken; anderenfalls ist die Mes- 

sung ungenau. 
Fiir schnelle und grobe Winkelmessungen merke man sich, 
dof der Winkel einer Kehrtwendung etwa 30—00, einer 
Rechtsum- oder Linksumwendung etwa 15-00 und einer. 
Halbrechts- oder Halblinkswendung etwa 7—50 betrdagt. 


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4, Angaben iiber die Gagere Ballistik 


Die auBere Ballistik ist die Wissenschaft von der Bewegung . 
des Geschosses in der Luft nach dem Aufhéren der Ein- 
wirkung der Pulvergase. Genau l4Bt sich der Augenblick 
-nicht bestimmen, in dem die Einwirkung der Pulvergase auf ; 
das GeschoB aufhért, daher nimmt man an, daB die AuSere 
. Ballistik die Bewegung des Geschosses nach dem Verlassen 
des Laufs behandelt. - 


4.1. Die Flugbahn -und ihre Elemente (Bild, 4) 


Die Flugbahn. ist eine vom Schwerpunkt des Geschosses 
wahrend des Fluges beschriebene Kurve. 

' Abgangspunkt (0) ist dee Mittelpunkt des Kreises, den die. 
Robrmiindung bildet. Te _sgangspunkt ist der Anfang der : 
Flugbahn. 

. Miindungswaagerechte (OC) ist die durch den  Abgangepunkt 

. gelegte Horizontalebene, + 
SchuBlinie (OB) ist die Verlingerung der Rohreeelenachse der 
auf das Ziel gerichteten Kanone vor dem AbschuB. 
Abgangslinie (OA) ist die Verlangerung der Rohrseelenachse 
in dem Augenblick, wo das GeschoB das Rohr verlabt. . 
SchuBebene ist die senkrechte Ebene, die durch die SchuB- 
linie gelegt ist. 
-Erhéhungswinkel (y) ist der Winkel, den die SchuBlinie mit 
der Miindungswaagerechten bildet. — 
Abgangswinkel (9,) ist der Winkel, den die Abgangslinie 1 mit 
der Miindungswaagerechten bildet. 
Abgangsfeblerwinkel (y) ist der Winkel, den die SchuBlinie 
mit der Abgangslinie bildet. Der Abgangsfehlerwinkel ist 
positiv, wenn die Abgarigslinie iiber der SchuBlinie liegt, und 

. ist negativ, wenn ode Abgangslinie unter der SchuBlinie 
. liegt. 


30 


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; toe uynganyy sap oquatueyy ag PPh. 


Bunuseypug ayasiydosbodoy jayumsbuobQy 


_—_ pyamsbunyoysyy 
fayumapunjag 


 yyundlyo,} 
- dabignuypasos | 


BUM LAISYA 


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_, dabigpuijajoy 
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a) 


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Ziellinie (OZ) ist die Linie, die den Abgangspunkt mit dem 
Ziel oder Zielmittelpunkt verbindet. 
Haltepunkt ist der Punkt am Ziel oder neben dem Ziel, auf 
den das Geschiitz oder Gewehr gerichtet wird. 
Visierlinie ist die Gerade, die vom Auge des Richtschiitzen 
itber die Visiermarke zum Visierpunkt geht. Bei einem 
mechanischen Visier ist das die Gerade, die vom Auge des 
Richtschiitzen durch die Mitte der Kimme und die Spitze des 
Korns zum Haltepunkt geht. Beim direkten Schuf Salle die 
Visierlinie mit der Ziellinie zusammen. 
_Visierwinkel («) ist der Winkel, den die Ziellinie mit der 
SchuBlinie in der Horizontalebene bildet. 
Gelindewinkel (¢) ist der Winkel, den die Ziellinie (Visier- 
linie) mit der Miindungswaagerechten bildet. Der Gelande- 
winkel ist positiv, wenn das Ziel tiber der Miindungswaage- 
rechten liegt, und ist negativ, wenn das Ziel unter der 
Miindungswaagerechten liegt. 
TafelmaBiger Fallpunkt (C) ist der Punkt, in dem sich die 
Flugbahn mit der Miindungswaagerechten schneidet. 
Fallpunkt (C,) ist der Punkt, in dem sich die Fiuebalis mit 
der Visierlinie (Ziellinie) schneidet. 
Auftreffpunkt (P) ist der Punkt, in dem die F Ree auf das 
Ziel oder den Erdboden trifft. 
Auftreffwinkel () ist der Winkel, den die Padi peie der Flug- 
bahn im Auftreffpunkt mit der Ebene bildet, die in demselben 
Punkt die Zieloberflache tangiert (berihrt). Der Auftreff- 
winkel wird in Grad (0° bis 90°) gemessen. 
TafelmaBiger Fallwinkel (0.) ist der Winkel, den die Miin- 
dungswaagerechte mit der Tangente zur Flugbahn im tafel- 
maBigen Fallpunkt bildet. 
Fallwinkel (0.,) ist der Winkel, der von der Ziellinie mit der 
Tangente zur Flugbahn im Fallpunkt gebildet wird. 
Gipfelpunkt der Flugbahn (S) ist der héchste Punkt der 
Flugbahn iiber der Miindungswaagerechten. 


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Gipfelhéhe (hs) ist der senkrechte Abstand aeiichen Gite 
punkt und Miindungswaagerechten. 
Ordinate der Flugbahn ist die Héhe eines beliebigen Punktes. 
der Flugbahn tiber der Miindungswaagerechten oder der Ziel- 
linie. Wenn der Punkt der Flugbakn unter der Miindungs- 
waagerechten oder der Ziellinie liegt, so wird der. Abstand 
zwischen ihm und der Miindungswaagerechten oder der Ziel- 
linie Senkung der Flugbahn genannt. 
‘Volle waagerechte Entfernung ist der Abstand zwischen dem 
Abgangspunkt und dem tafelmaBigen Fallpunkt. 
 Visierweite ist der Abstand zwischen dem Abgangspunkt und 
dem Fallpunkt. “ 
Topographische Entfernung ist die ‘Projektion der Ent- 
fernung zwischen Abgangspunkt und Ziel auf die Miindungs- 
waagerechte. 
Schufentfernung ist der kiirzeste Abstand zwischen dem 
Abgangspunkt und dem Auftreffpunkt. - . 
Aufsteigender Ast der Flugbahn ist der Teil der Fiugbabn 
zwischen p Rgangspunkt und Gipfelpunkt (etwa 7I5 ar Eine: 
bahn). — 
Absteigender Ast. der Flugbahn ist der Teil der Flugbahn 
zwischen Gipfelpunkt und. Fallpunkt (etwa 1), der- He 
bahn). 
' Endgeschwindigkeit ist die GeschoBgeschwindigkeit i im Fall- 
punkt oder im reat trod pankt, 


4.2. Das Entstehen der Flugbahn 


Auf das aus.dem Rohr mit einer bestimmten Anfangs- 
geschwindigkeit herausgetriebene Gescho8 wirken bei seinem 
Flug durch die Luft zwei Krafte: die Schwerkraft und die’ 
Kraft des Luftwiderstandes. .. 

Durch die Schwerkraft wird das Gescho8 in eine Bahn ge- 
bracht, die gegeniiber der Abgangslinie allmahlich immer 


3 SchieBen a. d. Panzer ; 33 


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-mehr absinkt; der Luftwiderstand verringért dauernd die 
GeschoBgeschwindigkeit und ist bestrebt, das Gescho$ um- 
zukippen. Als Ergebnis der Einwirkung dieser beiden Krafte 
wird die Geschwindigkeit des GeschoSfluges allmahlich 
“geringer, und die Flugbahn bildet eine ungleichmafig ge- 


-- bogene Kurve. 


4.3. Das Entstehen des Luftwiderstandes 


a Der Luftwiderstand entsteht, weil aa in der Luft fliegende 
: GeschoB’ : 
@ ‘Luftteilchen vor sich hertreibt und ihre, Tragheit iiber-. 

” ~winden muB; 

@ Luftteilchen zur Seite treibt; 

@ diez Saugwirkung der Luftverdiinnung hinter dem Ge- 
schoBboden iiberwinden muB, die dadurch entsteht, daB 
sich die das Gesck 3 umstrémenden’ Luftteilchen hinter 

‘dem GeschoB nicht sofort wieder ausammenschlieBen 
- kénnen; . 
@.den Reibungswiderstand zwischen Luft und GeschoB- 
_ oberflache tiberwinden muB. 


4.4. Die Grié8e des Luftwiderstandes 


Die Gréfe des Luftwiderstandes hangt von der Form des Ge-. 
schosses, von seinem gréPien Querschnitt (seinem Kaliber), von 
der Luftdichte, vom Zustand der Geschofoberfléche und von der 
Geschofigeschwindigheit ab, 

Den geringsten Widerstand tibt die Luft auf ein spitzes 
GeschoB aus, dessen Durchmesser hinter dem Fihrungsring 
wieder abnimmt, weil solche Geschosse von der Luft besser 
cumstrémt werden, : : 


“34: 


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Die giinstigste GeschoBform hangt von der erforderlichen 
Fluggeschwindigkeit ab. Je gréBer die Fluggeschwindigkeit 
sein soll, um so spitzér wird der GeschoBkopf ausgefiihrt. Bei 
geringen Geschwindigkeiten muB der hintere Teil des Ge-- 
schosses spitzer sein. a ca 
Je gréBer das Geschofkaliber oder der Geschofiquerschnitt 
ist, je gréBer die Luftdichte ist, also je. mehr Luftteilchen in 
der Raumeinheit enthalten sind, um so mehr Luftteilchen 
trifft das GeschoB auf seinem Flug, und um so groBer ist der | 
_ Luftwiderstand. : . 
Je besser die GeschoBoberflache bearbeitet ist, um so geringer 
ist die Reibungskraft. Mit Farbe gestrichene Geschosse sind 
einem geringeren Luftwiderstand ausgesetzt als Geschosse - 
ohne Farbbedeckung. . ae 
Mit steigender GeschoBgeschwindigkeit wachst die “Anzahl 
der Luftteilchen, auf die das Gescho8 in der Zeiteinheit 
trifft. Die Reibungskraft steigt aber nicht gleichmaBig mit — 
der Geschwindigkeit: Bis .zu einer Geschwindigkeit von 
, 240 m/s. steict der Luftwiderstand verhaltnismaBig langsam, 
bei Ges...windigkeiten, die der Schallgeschwindigkeit nahe- 
kommen, steigt der Widerstand stark und wichat bei noch hé- 
heren Geschwindigkeiten wieder fast gleichmaBig weiter an. 
Der Luftwiderstand ist sehr groB. Auf eine Panzergranate mit 
einem Kaliber.von 85 mm und stumpfen Kopfteil wirkt bei 
normaler Luftdichte ein Widerstand von etwa 52 kp. Das ist 
ein Vielfaches der auf die Granate wirkenden Schwerkraft. Als 
‘Ergebnis des Luftwiderstands sinkt die GeschoBgeschwindig- 
keit und verrixgert sich ‘die Flugweite. Berechnungen er- 
‘ geben, daB ein mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 800m /s 
‘und unter einem 'Erhéhungswinkel von 12° abgefeuertes - 
Gescho8 im luftleeren Raum rund 26 km weit fliegen wiirde. 
Bei. gleichen SchuBbedingungen betragt aber die Flugweite. 
der Splittergranate einer 85-mm-Kanone in der Atmosphare 
nur 19 km und eines schweren 7,62 mm-Gewehrgeschosses . 
nur 3,7 km. : mas he oi 


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. 4.5. Die Derivation und ihr Auftreten ' 


_ Die Granate fliegt unter einem bestimmten Winkel zum 
- Horizont aus dem Rohr heraus, und ihre Achse hat die 
““~ gleiche Richtung wie die Seelenachse des Rohres. Im weiteren 
 Verlauf des Fluges sinkt die Granate unter dem EinfluB der 
. Schwerkraft unter die Abgangslinie, wahrend die Achse der | 
.Granate bestrebt ist, die anfangliche Richtung einzuhalten. 
ui Die Flugrichtung der Granate {allt dann nicht mehr mit der 
Richtung der GeschoBachse zusammen, und die Luft ibt auf 
.. die Granate eine Kraft aus, deren Richtung mit der Richtung 
‘der GeschoBachse einen Winkel bildet. Die durch die Luft | 
. ausgeiibte Kraft hat dabei das Bestreben, die Granate mit 
. ihrem Kopfteil nach hinten zu kippen (Bild 5). 


; ' fe 
richtung_der Grand 
a (Tangente zur Flaghahn) 


Fly ohn 


” Schwerkratt - 
BildS Der Einfluf des Luftwiderstands auf den Flug der Granate 


Damit die Granate unter dem Einflu8 des Luftwiderstands: 
nicht nach hinten kippt, wird sie mit Hilfe der Ziige im 
_ Rohrkanal in eine schnelle Kreiselbewegung (Rotation) ver- 
- setzt. : . : : 
:_, Beim Flug einer schnell rotiérenden: Granate geschieht fol 
. gendes: Der Luftwiderstand ist bestrebt, die Granate mitdem 
_-Kopfteil nach oben und hinten zu kippen, aber der Kopfteil 


2 


36 7.33 


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bewegt sich infolge der schnellen Rotation nicht nach oben, 
sondern nach rechts. Sowie sich der Kopfteil nach rechts . 
bewegt hat, wirkt der Luftwiderstand nicht von unten auf 
die Granate, sondern etwas von links. Hierbei ist er bestrebt, : 
den Kopfteil der Granate nach rechts.und nach hinten zu. 
drehen. Der Kopfteil dreht sich aber nicht nach rechts, 
sondern nach unten. und so weiter. Als Endergebnis be- 
schreibt die Spitze einer schnell rotierenden Granate unter 
dem Einflu8 des Luftwiderstands einen Kreis und die Grana- | 
tenachse einen Kegelmantel, dessen Spitze im Granatenschwer- 
punkt liegt, das heift, die Granatenachse vollfiihrt eine lang- 
same kegelf6rmige Bewegung. Die Granatenachse folgt der - 
Kriimmung der Flugbahn, und das Gescho8 bewegt sich — 
dabei mit dem Kopfteil voran durch die Luft. Die Achse des’- 
von der Granatenachse langsam beschriebenen Kegels bleibt 
jedoch etwas hinter der Tangente zur Flugbahn zuriick und - 
ist immer héher als diese gerichtet. Die Granate trifft mehr 
mit ihrem jeweils unten befindlichen Teil auf die Luft, und die 
Achse der langsamen kegelférmigen Bewegung dreht sich aus 
der SchuSebene mehr nach rechts. Im Endergebnis weicht die . 
Granate:-von der-SchuBebene mehr nach rechts ab, es ent- 
steht die Derivation (seitliche Abweichung). 

Derivation nennt man die Drallabweichung eines Geschosses von ; 
der Schufebene sowie die Grofe dieser Abweichung... 

Die Gréfe der Derivation hangt von der Drallgeschwindigkeit 
und der Schufweite ab. Mit VergréPerung des Dralls und der’ * 


Schufweite wichst auch die Derivation, 


4.6. Die Eigenschaften der Flugbahn 


Die Flugbahn hat folgende Eigenschaften: 


@ Der absteigende Ast der Flugbahn ist kiirzer nid stetlan? 
als der autores Ast; S 


37 


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@ der Gipfelpunkt der Flugbahn befindet ‘sich naher. am 
Fallpunkt; , oe 
@ die Endgeschwindigkeit des Geschosses ist geringer als die . 
Anfangsgeschwindigkeit ; 
@ die Flugbahn ist doppelt gekrimmt (infolge der Ein- 
wirkungen der Schwerkraft und der Derivation). ; 


AT. Der Winkel der gréfSten Schufentfermung flache und 
steile Flugbahnen : 


Der Exhéhungewinkel, hei dem die horizontale Flugweite 
ihren Héchstwert erreicht, heiBt Winkel der grépten ae 
entfernung. 

Der Winkel der gré8ten SchuBentfernung hangt von dee Art 
der Feuerwaffe ab: Bei Kanonen betragt er. ungefahr 53,5° 
und bei Maschinengewehren etwa 35°, Flugbahnen, deren 
Erhéhungswinkel unter’: dem Winkel der gréBten SchuB- 
entfernung liegen, heiBen flache Flugbahnen. Flugbahnen, 
deren Erhéhungswinkel tiber dem Winkel der gréBten SchuB- 
entfernung liegen, heiBen steile Fi lugbahnen. : 

Die Rasanz (Gestrecktheit) einer Flugbahn wird durch i ihre 
Héhe oder ihren Fallwinkel gekennzeichnet. Bei einer be- 
stimmten SchuBentfernung ist die Flugbahn um so rasanter, 
je geringer ihre Hihe oder ihr Fallwinkel ist. 


4.8, Das Richten der Kanone auf das Ziel 


Das Einstellen der Seelenachse des Rohres in eine bestimmte 
Richtung im Raum (in der waagerechten und in der senk- 
rechten Ebene) mit dem Zweck, die Flugbahn durch das Ziel zu 
fiihren, heift Richten. , ; 


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Das Einstellen der Seelenachse des Rohres in der waagerechten 
‘Ebene heift horizontales Richten. , 
Das Einstellen der Seelenachse des Rohres in der senlirechien : 
Ebene heift vertikales Richten. : 
Beim horizontalen Richten wird der EinfluB von Seltchwindl 

’ Derivation, Bewegung des Zieles oder des Pangers je nach 
Notwendigkeit beriicksichtigt. 
.Beim vertikalen Richten wird die Seelenachse des Rohres mit 
einem Visier- oder Erhéhungswinkel eingestellt, der der Ent- 
fernung bis zum Ziel entspricht. Hierbei werden je nach Not- 
wendigkeit der Einflu8 des Gegenwinds, des Riickenwinds, | 
der Temperatur der Luft und der Treibladung, des Luft- 

’ drucks, der durch das Gewichtszeichen angegebenen Ge- 
wichtsabweichungen, der Anfangsgeschwindigkeit und auch 
Entfernungsanderungen, durch Bewegungen des Ziels und - 
des Panzers hervorgerufen, beriicksichtigt. > 

' Beim Richten muf man ferner nach Moglichkeit die Krangung 
des Panzers beriicksichtigen. : 
In den Panzern benutzt man zum Richten der Kanonen 
Zielfernrohre, Turmteilringe, Libellen, EntfernungsmeBgerate 
und Richtmechanismen (Héhen- und Seitenrichtmaschinen 
sowie Turmschwenkwerke). , 
Man kann direkt oder indirekt richten. 
Beim direkten Richten wird das Ziel onmeelbae anvisiert, 
die Kanone wird gleichzeitig in der waagerechten und in der 
senkrechten Ebene gerichtet und die Visiermarke mit dem 
gewahlten Haltepunkt in Ubereinstimmung gebracht. Das 
direkte Richten ist die Hauptart des Richtens beim SchieBen 
aus dem Panzer. 
Beim indirekten Richten wird der Hekohingewinkel des” 
Rohres nach der Libelle eingestellt. Das Richten.in der hori- 
zontalen Ebene geschieht, indem man das Rohr mit Hilfe des 
Turmteilrings von der Grundrightung aus um den jeweiligen 
Winkel nach links oder rechts schwenkt, da beim indirekten 
Richten das Ziel nicht eingesehen werden kann. : 


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4.9. Die Entfernung des direkten Schusses 


Ein Schuf, dessen GeschoBflugbahn sich auf ihrer ganzen 
Strecke nicht iiber die Zielhéhe erhebt, heift direkter Schuf. 
Die Entfernung des direkten Schusses ist die Flugweite, in der 
das Geschof die Héhe des Zieles nicht iibersteigt (Bild 6). 


Bild6 Die Enifernung des direkten Schusses 


Die Entfernung des direkten Schusses hdngt von der Héhe des 
Zieles und der Rasanz der Flugbahn ab. Je héher das Ziel und ; 
je rasanter die Flugbabn ist, um so gréBer.ist die Entfernung 
des direkten Schusses. 
Die praktische Bedeutung des SchieBens innerhalb der Entfer- 
nung des direkten Schusses besteht darin, dai bei dieser Ent- 
. fernung ohne Anderung der Vistereinstellung geschossen werden 
kann. : 
Die Entfernungen des direkten Schusses sind fiir haufig vor- 
‘Kommende Zielhéhen meist in den SchuBtafeln angegeben.: 
Die Entfernungen des: direkten Schusses fiir Ziele anderer 
Héhen ermittelt man aus denselben Tafeln durch Errechnung 
von Ciracrenanereon (Interpolation). 


Beispiel: 

Es ist die. Entfernung des se ekiad Schusses aus einer 122-mm 
Selbsifahrkarione ‘7I-25 C fir eine Panzergranate mit stumpfem 
Kopfteil auf ein 2,8 m bohes Ziel zu bestimmen. 


Lésung: 

In den SchieBtafeln ist fiir diese Granate in der Spalte ,,Gipfelhdhe* 

‘angegeben, da8 einer Zielhéhe von 2,2 m eine Entfernung des direk- 

ten Schusses von 1000 m und einer Zielhdhe von .3,2 m eine Entfer- 

nung von 1200 m entspricht. Einer Gipfelhshendifférenz von einem. 

Meter entspricht also eine Entfernungsdifferenz von ungefabr 200 m. 
. Das Ziel mit 2,8 m Hohe ist um 0,6 m hoher als. die:in der Tafel far 


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1000 m sapegebous Gipfelhdhe von 2,2 m.  Hieraus folgt, daB die Ent-" : 
fernung des direkten Schusses beim SchiefSen auf ein Ziel von 2,8m 
Hohe um 200 -0,6 = 120m gréBer ist als 1000 m, also 1120 m be- 
tragt. 


4.10; Der bestrichene Raum 


- Der bestrichene Raum ist die Strecke, auf der der absteigende . 
Ast der Flugbahn unter der Zielhéhe liegt. Auf ebenem Gelande 
nennt er sich visierbestrichener Raum. 


Bild 7 

Die: Abhangigkeit der GroBe des 
- bestrichenen Raumes von der 

Zielhohe 

AP — bestrichener Raum bei einem Ziel 

von der Hohe his 

BP— “bestrichener Raum bei einem Fel’. 

von der Hohe h,; 

h, > A,; AP > BP 


Die GréBe des bestrichenen Raumes hangt ab i 

@ von der Zielhéhe (Bild 7); bei gleicher Rasanz der Flug- 
bahn entspricht einem héheren Ziel ein gréBerer be- 
strichener Raum; 5 : , 

@ von der GréBe des Fallwinkels, also von der Rasanz der 
Flugbahn (Bild 8); bei gleicher Zielhdhe entspricht einer 
rasanteren Flugbahn ein gréBerer bestrichener Raum; 


Bild8 . ; 
Die Abhdngigkeit der Gréfe des 
bestrichenen Raumes von der 
Rasanz der Flugbahn 

AP, — bestrichener Raum bei dem 
Fallwinkel 8¢,; : 

AP, — bestrichener Raum bei dem 
Fallwinkel 6c,; 

Oey < Oe; AP, > AP, 


BAN SAAASRANSANANNS 


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@ von der Neigung des Gelaindes im Zielraum (Bild 9); hei. 
gleicher Zielhéhe und gleicher Rasanz der Flugbahn ver- 
ringert sich der bestrichene Raum mit gréBer werdendem- 
Neigungswinkel des Gelandes, wenn das Ziel auf einem 
Vorderhang liegt, und vergréBert sich, wenn das Ziel auf 
einem Hinterhang liegt; 


Bild9 Die Abhdngigheit der Grépe des bestrichenen Rented von der 

; Geldndeneigung im Zielraum 

AP, — bestrichener Raum bei ebenem Zielgelande; AP, und AP, — bestrichene Raume 

bei Vorderhang (mit den eos @,unda@,); AP, — bestrichener Raum bei Hinter- 
. hang (mit der Neigung @,) 


@ von der Hohe des schieBenden Panzers iiber dem Ziel 
(Bild 10); mit VergréBerung der Hohe der Feuerstellung 
aber dem Ziel verringert sich der bestrichene Raum. 


Bild 10 
Die Abhangigheit der Gréfe des 
bestrichenen Raumes von der 
Héhe des schieBenden Panzers~ 
tiber dem Ziel : 
AP, — bestrichener Raum ‘far Feuer- 
stellung, die um Héhe H, Uber dem Zic! 
liegt; AP, — bestrichener Raum fiir 
Feuerstellung, die um Hohe H, tiber dem 
Ziel liegt 


Die GréBe des bestrichenen Raumes kann nach. folgenden 
F ‘ormeln bestimmt werden: _ 


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' Ziel und Panzer befinden sich auf ebenem Gelande: 


1000 k 
Br = ; 
R [m] 


¢ 


Das Ziel befindet sich auf einem Abhang: 


Im Nenner wird bei Vorderhang das Pluszeichen und bei 
Hinterhang das Minuszeichen verwendet. 


Der Panzer liegt héher als das Ziel: 
: J h 
Br = 000 

. Oe + € 


{m] 


Br.= GroBe ds bestrichenen Raumes in Metern 

h | =: Hohe des Zieles in Metern 

9, = Fallwinkel in Strich (er ist in den SchuBtafeln fir 
verschiedene SchuBentfernungen angegeben) 

w = Neigungswinkel des Gelindes in ‘Strich 

~ = Gelandewinkel in Strich 


Ferner kann man die Gré8e des ‘bestrichenen Raumes auf 
ebenem Gelinde nach der Uberhshungstafel ermitteIn. Zu 
diesem Zwecke muG man in der Zeichnung fir die’ vorliegende 
SchuGentfernung den Punkt auf dem absteigenden Ast der 
Flugbahn bestimmen, bei dem die Flugbahnhéhe (Flugbahn- 
ordinate) der Zielhéhe gleich ist. Die Entfernung der Projek- 
tion dieses Punktes auf die Gelindeebene vom Fallpunkt ist , 
. der bestrichene Raum. : - . 

Beispiel: _ See . 

Es wird auf-ein 2,8 m hohes Ziel aus einer-85-mm-Panzerkanone mit. 
einer Panzergranate mit stumpfem Kopfteil aus 1400 m Entfernung 


geschossen. Es ist die GriBe des bestrichenen Raumes zu bestimmen, 
wenn ; : 


43 


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@ das Gelande eben ist; ; 
@ sich.das Ziel auf einem mit 3° geneigten Vane befindet; 
- @ sich die Feuerstellung des Patizers 14m iber dem Ziel befindet. 


Lésung: 
1. Vorberechnungen 
‘In den SchuBtafeln findet man fiir eine SchuBwoite von 1400 m 
einen F, allwinkel von 
Bo = 0,8° oder 0-13, 


Der Neigugewinkel des: Gelandes betragt i in Strich: 
= 0-50. 
Wir bestimmen nach der’ Strichform den Gelandewinkel, der da- 
durch entsteht, da8 der Panzer iber dem Ziel steht: 
_i4- 1000 = 0-16 
1400 
2. Bestimmung des bestrichenen Raumes © 
@ auf ebenem Geldnde: 
1000 h 1000 - 2. fi. 


‘@. auf einem Vorderhang m mit 3° Neigung: 


e 1000h — 1000-2,8 2800 __ Pe 
1 OE Ga ~ 13-450 ~ 63 ~ 


' @ der Panzér befindet ‘sich 14 m tiber dem Ziel: 


-1000h - .1000-2,8 2800 
Baap seis = ag ~~ Mem 

Die praktische Bedeutung des bestrichenén Raumes besteht . 
darin, da8 ein Ziel in seinem Bereich getroffen werden kann, 
ohne daB die Visiereinstellung oder die Héhe des Halte- 
punktes verindert werden mu8. Innerhalb-des bestrichenen 
Raumes haben bis zu einem gewissen Grad Fehler bei der 
Bestimmung der Zielentfernung und damit auch Fehler bei . 
der Bestimmung der Anfangsangaben keine Auswirkungen. 


rc 


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4.11. Der gedeckte und der tote Raum (Bild 11) . 


Gedeckter Raum ist der Raum hinter einer Deckung, auf den bei 

der vorliegenden Flugbahn keine Granate fallen kann. Der ge- 

deckte Raum. ist dem bestrichenen Raum fiir ein Ziel von der 

Héhe der Deckung gleich. 

Der Teil des gedeckten Raumes, auf dem ein Ziel von iieainhentane 
' . Hohe durch einen direkten Schuf nicht getroffen werden kann, 

a ai toter Raum. 


Bild 11 Der gedeckte und der tote Raum 
Hl — Hohe der Deckung; h— Hohe des Ziels 


Die GroBe des toten Raumes hingt von der Hobe der Dek- 
kung, der Hohe des Zieles und der Flugbahnrasanz (dem 
Fallwinkel) ab und kann nach folgender Gleichung bestimmt 
’ werden: 
Tr = 1000 (H—h) 


oe a 


Tr = toter Raum in Metern 
H = Héhe der Deckung in Metern 
h == Hohe des Zieles in Metern 
8, = Fallwinkel in Strich’ 
Wenn man die GréBen des gedeckten und des toten Raumes 
kennt, so kann man einerseite eigene Deckung richtig zum 
| 4B. 
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Schutz vor gegnerischem F ‘euer ausnutzen und andererseits- 
die Méglichkeit fiir das Treffen der hinter Deskungen befind- 
lichen Ziele des Gegners ermessen. 


4.12. Die normalen (den Schuftafeln zugrunde ligenden) 
Schiefbedingungen | 


In den SchuBtafeln’ werden alle Flugbahndaten _ normale 
SchieBbedingungen angegeben. 


Es gibt folgende Normalbedingungen: : 


1. Meteorologische Normalbedingungen 7 
@ . Der atmosphirische Druck (der Bdrometerstand) betragt 
750 mm QS (Quecksilbersaule) ;. eh 
@ die Lufttemperatur betrigt pa °C; - os 
es herrecht Luftstille; , 


‘@ die relative Luftfeuchtigkeit betragt 50% (mit relatives 
Luftfeuchtigkeit’ bezeichnet man ‘das Verhaltnis der 
Menge des in der Luft vorhandenen Wasserdampfes zu 

‘der Wasserdampfmenge, die maximal bei dem -vorliegen- 
den Luftdruck und der worhegendlen Lufttemperatur vor- 
handen sein kann). ‘ : 


Unter normalen cisteurlopischen Bedingungen wiegt.ein ; 
Kubikmeter Luft 1,206 kp. : 
Wenn sich die meteorologischen ‘Bedingungen andern, so 

_ andern sich auch Luftdichte und Luftwiderstand und folglich 
auch die GeschoBflugweite.. . = 
Je nach der Windrichtung kénnen sich tudéva® die Flugweite 
allein (Gegenwind oder Riickenwind), die Flugrichtung allein 
(Seitenwind) und sowohl die Flugweite wie auch die Flagrich- 
tung (schrag zur SchuBebene gerichteter Wind). - 


46 


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2. Ballistische Normalbedingungen 


@ Die in den SchuBtafeln angegebene Anfangsgeschwindig- 

 keit (in den SchuBtafeln ist die Anfangsgeschwindigkeit 
angegeben, die einem SchuB aus einem villig-:neuen Rohr 
mit einer Ladung entspricht, bei der Masse, Qualitat und | 
Temperatur des Pulvers normal sind); , 


@ cine Ladungstemperatur von +15 °C; 


@ ein normales Granatengewicht (entspricht dem Gewichts- 
zeichen H [N = Normal]). , 


__ Abweichungen von den ballistischen. Normalbedingungen 
| - haben Anderungen in der Flugweite zur Folge. : 


3. Topographische Normalbedingungen 

@ Die Mindungswaagerechte-geht durch das Ziel; 
at 

@ der Panzer unterliegt keiner Krangung. 


Beim SchieBen unter einem groBen Geldndewinkel ist die 
- geneigte Flugweite bedeutend langer als die horizontale 
Flugweite. Krangt der Panzer, so verringert sich ‘die Flug- 
weite nur wenig, doch es entstehen merkliche seitliche Ab- 

' weichungen der Flugbahn nach der Seite der Krangung. 
- Die durch Krangung verursachten seitlichen Abweichungen 
der Granaten kénnen nach folgender Gielehane berechnet 


werden: 
at o mer 
: ~ 1000 
'. Z = seitliche Abweichung der Granate in Strich 


a = Visierwinkel in Strich 
y =.Krangung in Stich © 


Wenn der Panzer nach rechts kréngt, visiert man betm ersten 
Schuf auf die linke obere Ecke des Ziels, wenn der Panzer nach 
_ links kraéngt, auf die rechte obere Ecke. Wenn die Kréngung 15° 
und mehr betrdgt, so halt man sowohl nach der Hohe wie auch 
: 7 : 


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nach der Seite'um noch eine halbe ZielgréBe entgegengesetzt 
weiter hinaus. 

Die Korrekturen fiir die’ beau von den normalen 
SchieBhedingungén sind in den SchuBtafeln enthalten. 


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5. Die Streuung 


5.1. Der Vorgang der Streuung 


Unter Streuung versteht man das Auseinanderlaufen der Flug- 
= bahnen der aus derselben Kanone unter gleichen Bedingungen 

abgefeuerten untereinander gleichen Granaten. 

Die Flugbahngarbe ist die. Gesamtheit aller Flugbahnen, die 

infolge der Streuung entstanden sind (Bild 12). 


0 Ee a ee BG 
Streuungsellipse auf wean ee Ze 
vertikaler Scheibe oe, SE = . 
AEE Fg 
Le Z Z 
aa“ a : Ne A ‘ 
a “Streuungsellipse ouf der Erde =e ca 
Strevungszentrum AT. TATE Z = 
gece beh 
: ee ee 
oe 


Bild 12 Flugbahngarbe durch Streuung 


Die Streuungsfliche ist die Flache, auf der die Auftreffpunkte 
liegen. Die Auftreffpunkte sind die Schnittpunkte der Flug- 
bahnen mit der Ebene der Strquungsflache. Die Streuunge- 
flache hat meist Ellipsenform und wird daher oft Streuungs- 
ellipse genannt (Bild 13). 


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Schubrichtung Ay 


Bild 13 
Die Streuung beim Schiefen 
a — Streuung auf dem Erdboden; 
b— Streuung auf senkrechter Scheibe; 
AA, —~ Seitenstreuungsachse, : 
, BB, — Héhenstreuungsachse, 
DD, — Langenstreuungsachse,. 
M — Streuungemittelpunkt 


Der Streuungsmittelpunkt ist der Mittelpunkt der SPSMnOes, 
flache oder Streuungsellipse. - 


Die mittlere Flugbahn ist die durch den Siretungsmittel: 
punkt verlaufende. Die’ SchuBtafeln sind fiir die mittleren 
Flugbahnen berechnet. 


~ Dermittlere Treffpunkt ist der Schnittpunkt dermittleren Flug- , 
bahn mit der Oberflache des Zieles oder des Hindernisses. 
- Zieht man durch den Streuungemittelpunkt einer auf einer 
‘ waagerechten Tafel abgebildeten Streuungsfliche eine senk- 
rechte und eine waagerechte Cerade, so ist die waagerechte 
Gerade die sogenannte Hoéhenstreuungsachse und die senk- 
rechte Gerade die Seitenstreuungsachse. Befindet sich die 
Streuungsfliche auf einer waagerechten Ebene (auf dem : 


50 
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Erdboden), 80 liegt ‘die Seitenstreuungsachse in der SchuB- 
richtung, und die zur SchuBrichtung senkrechte. Gerade ist 
die Langenstreuungsachse. : 


5.2. Die Ureachen der Streuung 


Die Ursachen der Stiewung kann man in drei Gmppes : 
teilen: ; 
@ Ursachen, die Verechiiedenheiten der Anfangsgeschwindig- ; 
keiten hervorrufen; 7 
@ Ursachen, die Verschiedenheiten der Abgangswinkel und 
der SchuBrichtung hervorrufen; : 
@ Ursachen, die Verschiedenheiten der Gesehobtugbedin 
gungen hervorrufen. ane 
Die Verschiedenheiten der Astatgdgeackrisdigttivin haben 
Unterschiede in der Flugweite oder F' tehobes zur in Rolge: Sié- 
treten aus folgenden Griinden ein: ._- a 
Ungleiche, Masse der Treibladungen hat unteisehiedlichen 
Druck der Pulvergase im Rohrkanal zur Folge. Die zulassige - 
Abweichung der tatsichlichen Treibladungemasse von’ der *- 
Normalmasse ‘betrigt bei Panzerkanonen . -- 0,15 %. Das . , 
ergibt eine Abweichung der tatsichlichen Anfangegeschwin- 
digkeit vom SchuBtafelwert bis 2u 0,1 %.- 
Unterschiede in der Temperatur der einzelnen Ladungen e1 er- |. 
zeugen verschiedene Ziindungs--und Brennbedingungen fiir - 
das Pulver, wodurch Unterschiede des ‘ Hichstdrucks der - 
Pulvergase im Rohrkanal und Unterschiede der Anfangs- _ 
geschwindigkeit hervorgerufen werden. Wenn sich beispiels- 
’ weise die Temperatur der Treibladung um‘10.°Candert, er-_ 
folgt auch eine Anderung der: ‘Anfangegeschwindigkeit um 
1% des SchuBtafelwerts. . : on 
Unterschiede in Abmessung und Form der Pulverhérnor: béein- 
flussen den Verbrennungsvorgang und rufen Unterschiede - 


des Héchstdrucks im Rohrkanal und folglich such Unter-* 


4* 


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schiede in den satanenearhyio dierent der einecinan 
Schiisse hervor. 

.' Gewichtsunterschiede der Geschosse aaebhiall der Fartigunge: 
'.  toleranzen der } Munitionsfabriken haben auch Unterschiede 
~ in den Anfangsgeschwindigkeiten zur Folge. Einer schweren 
‘Granate wird eine geringere Anfangsgeschwindigkeit erteilt 

‘* . und einer leichteren Granate eine gréBere. 
' Die Abhangigkeit der Anfangsgeschwindigkeiten von den 

Gewichtszeichen der Geschosse ist in. Tafel 1 enthalten. 


‘Tafel l.. : ‘ 
Abhangigkeit der Anfangsgeschwindigkeit : 


_ von den Gewichtszeichen 


Abweichung der tatsich- 


Abweichung des tatsdchlichen 


Gewichts- lichen Anfangsgeschwindig- 
zeichen der Granatgewichts vom Normalgewicht keit von der Tafel- 
Granate i 


geschwindigkeit 


_ aT (16) 


mehr als 1,18% 


mehr als 3% unter dem Normal- 
gewicht _ 

21/, bis 3% unter dem Normal- 
-| gewicht 

11/, bis 23/,% w unter dem Normal- 
‘| gewicht 

1 bis 12/;% unter dem Normal- 
gewicht 

1/, bis 1% unter dem Normal- 
‘gewicht 


bis 1,18% 


bis 0,92% 


bis-0,66% 


bis 0,4% 


Abweichung um weniger als 1/,%| bis 0,13% 
: vom Normalgewicht : 
+ 1/, bis 1% aber dem Normal- bis 0,4% 
‘ gewicht ; 
+4 1 bis 17/,% iiber dem Normal-| bis 0,66% 
gewicht 3 
+++ 12/, bis 21/,% tiber dem Normal-| bis 0,92% 
/ gewicht sO 
+F++t+ | 21/, bis 3%. tiber dem ‘Nowak: bis 1,18% 
: gewicht ; 
mehr als 3% tiber dem Normal-| mehr als 1,18% 
gewicht ~ ; 


i) 


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Unterschiedliches Ansetzen der Granate beim. SchieBen mit 
gesonderter Hilsenladung verandert die GroBe des ‘Raumes, 

in dem das Pulver verbrennt, und dadurch auch den Hichst- 
druck im Rohrkanal. 

Verschieip des Rohrkanals Seay dab die Pulvergase 
zwischen dem Fihbrungsring und der Oberflache des Rohr- | 
kanals nach vorn durchdringen, wodurch ihr Druck auf den 
GeschoBboden abfallt und die Anfangsgeschwindigkeit klei- 
ner witd. , 
Verschiedenheiten der Abgangswinkel rufen Langenabwei- 
chungen und Verschiedenheiten in der SchuBrichtung Seiten- 
abweichungen hervor. Verschiedenheiten des Abgangswin- - 
kels und Verschiedenheiten der AbschuSrichtung entstehen , 
aus folgenden Griinden: 
Durch mangelhafte Ausbildung des Richtschiitzen wie auch .. 
Unvollkommenkeit der Zielvorrichtungen erfolgt das Héhen- 
und Seitenrichten ungleichmaBig. Der mittlere Fehler beim - 
Richten mit dem Visier Typ TI betragt 0-002. 

Toter Gang in den Richtmechanismen verlagert die Kanone- 
beim Schu8 sowohl in der senkrechten. wie auch in der waa- 
gerechten Ebene in der Richtung des toten Ganges. 

Der Abgangsfehlerwinkel ist bei jedem’ SchuB anders. Das 
erklart sich durch die Verschiedenheit des Héchstdrucks.im 
Rohrkanal, Automatisches SchieBen verindert die SchuB- 
richtung durch den RiickstoB. 


1 


Verschiedenheiten der Flughedingungen (Votacuasdsaheteist 
des Luftwiderstands) erzeugen aus folgenden Grandes Sei- 
ten- und Langenabweichungen: 


-@ Im Zeitraum-zwischen zwei Schiissen kann sich, der Zu- 
startd der Atmosphare andern (Unterschiede im Luft- 
_druck und in der Lufttemperatur, in der Starke und 
Richtung des Windes und anderes). 

@ Die Geschosse haben unterschiedliche ballistische Keun - 
werte, das heifit, sie weisen Unterschiede im Gewicht, in 


BOR ge 


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der Form, in den Abmessungen sowie.im Oberflachenzu- 
stand auf. 

Beim SchieSen aus dem Panzer haben Unterschiede der Ab- 

" gangswinkel und der SchuGrichtungen den gréBten EinfluB 

auf die Streuung, waihrend Unterschiede der Anfangsge- 

schwindigkeiten weit geringeren EinfluB haben. Unterschiede 

in den Flugbedingungen haben fast gar keinen EinfluB gut 
die Streuung. 


83. Die Verringerung der Streuung | 


Man eo die Streuung zwar nicht vollstandig bessitigen 
jedoch bedeutend verringern. 
- Zar Verringerung der Streuung mu8 man: 
° vorschriftsmaBig und gleichmaBig richten, dadurch er- 
- gielt man Gleichheit der Erhéhungswinkel und der 
SchuBrichtungen; 
‘-@ die Richtmechanismen (Hihen- und Scitenrichtmaschi- 
; nen) richtig einstellen; 
' -@ die Zielfernrohre sorgfaltig pflegen; ; 
-@ die Richtmarke méglichst von der gleichen Seite an den 
*Haltepunkt heranfihren, das verringert den EiufluB des 
‘ toten Ganges in den Richtmechanismen; 
@ das Rohr sorgfaltig pflegen, das gewahrleistet eine gré- 
'. Bere GleichmaBigkeit der Anfangsgeschwindigkeiten; 
@ fiir das SchieBen Granatpatronen mit Ladungen der glei- 
chen Partie und mit gleichen Gewichtszeichen wiahlen; 
@ die Munition so lagern, dae ene Temperatur 
-gewahrleistet ist; 
: @ die Munition sorgfaltig fiir das SchieBen vorbereiten (von 
‘ Schmutz, Fett, Sand usw. reinigen), das gewahrleistet 
~ eine gréBere GleichmaBigkeit der Flugbedingungen und 
- sehont den Rohrkanal. 
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5.4. Das Streuungagesetz 


Wenn auf ein Ziel eine groBe Anahi von Schiissen abgegeben ' 
worden ist, kann man‘ folgende GesetzmaBigkeiten fiir die _ 
Lage der Auftreffpunkte auf der Streuungsflache feststellen: 


@ Die Auftreffpunkte ‘sind auf der Streuungeflache. unregel- 
mabig verteilt, in der Mitte der Streuungsflache liegen 
sie dichter als an den Randern; 


@ die Auftreffpunkte liegen symimetrisch zu dea ‘Streuunge- 
achsen, also jedem Treffer auf der einen Seite der Streu- 
ungsachee entspricht auf der anderen Seite ein Auftreff-. 
punkt in gleicher Entfernung von der Achse; 


e@ die Streuungsflache hat bestimmte endliche Abmessun- . 
gen, also die Streuung ist nicht unbegrenzt. 


.ZasammengefaBt kann man das Streuungsgesetz so aus- 
driicken: 


Die Strewung i ist ungleichmiBig, symmetrisch und rene 


5.5. Die Bestimmung des mittleren Treffpunktes: 


_ Zur Bestimmung des mittleren Treffpunktes ist in folgender 
Weise zu verfahren: 


e Bei zwei Treffern verbindet man beide Benet dutch 
eine Gerade und teilt diése in zwei gleiche Teile; in der 
_ Mitte der Geraden liegt der mittlere Treffpunkt (Bild 14a). 


@ Bei drei Treffern verbindet man. zwei beliebige Treff- 
punkte durch eine Gerade uid teilt diese Gerade wieder 
in zwei gleiche Teile. Dadurch erhalt man den mittleren 
Treffpunkt fiir die beiden gewahlten Punkte. Von diesem 
Punkt aus zieht man eine weitere Gerade zum dritten 
Treffpunkt. Diese Gerade teilt man in drei’ Teile. Der 

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zum mittleren Treffpunkt der ersten beiden Treffer naher . 
liegende Teilungspunkt ist der mittlere ,Treffpunkt fir 
alle drei Treffer (Bild 14b). 


@ Fiir vier und fiint Treffer findet man deh mittleren Treff- 
punkt ebenso wie fiir drei Treffer, das heiBt, man be- 


stimmt nacheinander die mittleren Treffpunkte fir zwei, 
drei, vier und finf Treffer (Bild 14c, 14d, 14e). 


Bild'14 | Die Ermiitlung des mittleren Treffpunkts 


a>—fiir zwei Treffer: b—fir drei Treffer: c und d — fir vier Treffer; e — fiir fiinf 
Treffer 5 : . 


@ . Bei einer groBen Trefferzahl wird der mittlere Treffpunkt 
durch Einzeichnen der Streuungsachsen bestimmt. Dieses — 
Verfahren beruht auf der Streuungssymmetrie. Auf der 


SchieBscheibe mit den Treffern mu8 man die waagerechte 


und die senkrechte Streuungsachse so ziehen, da®B auf 
jeder Seite einer Achse die Halfte der Treffer liegt. Die 
senkrechte Achse ist die Seitenstreuungsachse und die 
waagerechte Achse die Héhenstreuungsachse. Ihr Schnitt- 
= punkt ist der mittlere Treffpunkt. Bei ungleicher Anzahl 
; der Treffer miissen die Streuungsachsen durch einen 
Treffpunkt hindurchgehen. 


6° °~CO«C ; : 


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5.6. Das Messen der Streuung 


7 


Ein Kennzeichen jeder Waffenart sind die Abmessungen 
- der Streuungsflache. : 
In der Theorie und Praxis des SchieBens hat man es oft mit 
der Streuung zu tun und muB die Bereiche méglicher Ab- 
weichungen der Flugbahnen von der mittleren Flugbahn 
oder der. Auftreffpunkte vom Streuungsmittelpunkt in Be- 
tracht ziehen. Darum sind bestimmte Begriffe ee 
die die Streuung kennzeichnen. 
Solche Begriffe’ sind die wahrscheinliche Abweichung (age 
der Seite, Héhe und Entfernung), die Herzstreifen (fiir die 
Streuung nach der Seite, Héhe und Entfernung) und das 
" Herzstiick. : 
Die wah.scheinliche Abweichung aus einer Rethe von Abwei- 
chungen ist diejenige, die in der Mitte aller, ihrer absoluten 
GréBe nach hintereinander aufgeschriebenen Abweichungen 
liegt. Die wahrscheinliche Abweichung ist nach ihrem absoluten 
Wert gréfer als jede Abweichung der einen Haifte aller Ab- 
weichungen und kleiner als jede Abweichung der anderen. 


Halfte. 


Beispiel: 

Auf eine senkrechte Scheibe sind neun Schiisse abgegeben worden. 
Die Héhenabweichungen sind -+ 10 cm, +8cem, —6cm, Ocm, 
-+- Tem, — 8cm, — 9 em, + 2cm, —3 cm. ; 

Wir schreiben die Abweichungen nach ihrem absoluten Wert in 
einer ansteigenden Reihe auf: 0, 2, 3, 6, [7 8, 9, 10. Die Abweichung 
7 cm liegt in der Mitte und ist die wabrscheinliche Abweichung. 


Hat die Reihe eine gerade Anzahl von Abweichungen, so 
addiert man die beiden Mittelwerte und teilt sie durch 2, 
um die wahrscheinliche Abweichung zu erhalten. 

Es gibt auch noch eine andere Definition der wahrschein- 
lichen Abweichung: Die wahrscheinliche Abweichung ist der- 
Halfte der Breite des in der Mitte der Streuungsflache gelegenen 


‘87 
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- Streifons gleich, in dem. sich die mas Halfie aller Treffer 
 befindet a 15). 


Bild 15 
Die wahrscheinliche Abweichung 
nach der Héhe (wn) 


- Der Streifen der besserén ‘Halfte aller Treffer ist derjenige 
_ Streifen, der 50%, aller Treffer enthalt und symmetrisch zur __ 
Streuungsachee liegt. : 
Herzstreifen ist derjenige Sieuundeanaiten: der 70% aller 
. Treffer enthalt und durch dessen Mitte die Streuungsachse geht 
’ (Bild 16, 17). 


70% 


15% 


70% 


Bild 16 

Der Herzstreifen auf der senk- 
‘rechten Ebene 

Sp — Herzstreifen der Breite; 

Sy — Herustreifen der Habe; 

M — Streuungsmittelpunkt; 

ABCD — Herzstiick 


15% 


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en y ma //; 
“Schus- or or E Yi 


LM 
i CH 


13%: 70% 15% 


’ Bild 17- Der. Heristreifen auf der waagereehten Ebene 
Szg-— Herzstreifen der Breite; Sx — Herzstreifen der Entferoung; ABCD — Hersstick 


_ Die Breite des Herzstreifens ist ungefahr einem Drittel der — 
Breite der gesamten Streuungsfliche gleich und wird fiir die 
Seiten-, Héhen- und Langsstreuung bestimmt. : 

_ Die Kreuzung zweier Herzstreifen verschiedener Richtungen 
bildet ein Rechteck, das Herzstiick genannt wird: Im Streu- 
ungsherzstiick liegen 50%, aller Treffer (Bild 18). 


Bild 18 Das Herzstiick 
Die Werte der Herzstreifen und wahrscheinlichen Abwei- 


chungen sind in den SchuStafeln angegeben und werden mit 
folgenden Buchstaben bezeichnet: 


Herzstreifen der Héhenabweichungen Su 
Herzstreifen der Seitenabweichungen Ss 
Herzstreifen der Langenabweichungen Sz 


wahrscheinliche Abweichung nach der Héhe. ws | 
wahrscheinliche Abweichung nach der Seite ws 
wahrecheinliche Abweichung nach der Lange wz 


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5.7, Die Beziehung zwischen den wahrecheinlichen 
Abweichungen : 


Manchmal enthalten die SchuBtafeln keine Werte fiir W's 
(beispielsweise fiir Panzergeschosse), jedoch sind diese Werte 
-fiir die Erfiillung von SchieBaufgaben oft erforderlich. 

Mit Hilfe' der Strichformeln 14Bt. sich folgende Beziehung 
zwischen @, und ws aufstellen (Bild 19): 


@x He 


1000 


on = ———— 


Bild19 
MDie Beziehung zuischen 
@, und Wz 


’ Es ist hierbei zu beachten, daB sich die nach dieser Formel 
ermittelten: Werte etwas von den Werten: der SchuBtafeln 
unterscheiden kénnen, weil bei der Ableitung der Formel 
einige Vereinfachungen zugelassen wurden und. die Werte 
der Faliwinkel in den Schufitafeln abgerundet sind. 


_ 5.8. Die Strenungeskala 


Die Streuungsskala ist der zablenmaBige Ausdruck des 
Streuungsgesetzes (Bild 20 und 21). Man benutzt sie zur 
Ermittlung der zu erwartenden Anzahl dcr Treffer (der 
Treffwahbrscheinlichkeit). 

- Die Strewungsskala zeigt die zu erwartende Prozentzahl und 
die Wahrscheinlichkeit der Treffer in Streifen von der Breite 
einer wahrscheinlichen Abweichung. 


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Bild 20 
_ Die Héhenstreuungsskala 


a—Teilungin Streifen von der 
Breite einer wabrscheinlichen 
Abweichung; b — Teilung in 


Abstinden von ganzen und hal- 2% 7% 16% 25% 25% 6% 7% 2% 


ben wahracheinlichen ‘ Abwoi- 
chungen : is ; 1% 1% 3B 43 729% (RBZ OZ 7% 423% 1% 1% 


, 


25% |25% 


2% 7% 16% 25% 28% 16% Th 2% 
ILS 3G4% 7% IU 12UIB IL EIG 7H 4LIZ 1% 1%, 
a) a) : 

Bild21 Die Seitenstreuungeskala 


a —Teilung in Streifen von der Breite einer wabrscheinlichen Abweichung; b —-,Teilung 
in Abstanden von ganzen und halben wahrscheinlichen Abweichungen 


Die Seiten-, Héhen- und Langenausmafe der Streuungs- ws 
flache sind jeweils acht wahrscheinlichen Abweichungen 
gleich. 


61 


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Man setzt die Breite eines Herzstreifens drei wahrschein- 
‘lichen Abweichungen gleich: 


, ‘Sa = 30; Sacv3 wr: Se=3@e 


"Wenn keine groBe Berechnungsgenauigkeit verlangt wird, 

‘nimmt man an, daB sich die Treffer innerhalb. einer wahr- 

. scheinlichen Abweichung gleichmifig verteilen. 
Fiir genauere Berechnungen zeichnet:man die Streuungs- 
skala mit Unterteilungen in halbe wahrecheinliche Abwei- 
chungen (Bild 20b und 21b). , 


" _ 5.9. Die Trefferdichte und die Treffsicherheit 

Die Trefferdichte ist ein MaB fiir die Eigenschaft der Waffe 
und die Fertigkeit des Schiitzen, die Auftreffpunkte auf 
einen méglichst Kleinen Raum zu konzentrieren. Die Treffer- 
dichte ist um so gréBer, je geringer die Streuung ist. 

_ Die Treffsicherheit ist der Grad der Ubereinstimmung. von 
mittlerér Flugbahn und Zielmittelpunkt. 
Treffsicher ist ein SchieBen, bei dem die Treffer gilsretchend 
dicht beieinanderliegen und die mittlere Flugbahn. durch den 
Zidmitelpunks geht oder dicht bei thm set oe 22), 


; Bild 22 Trefferdichte tind Treffsicherheit 


a— gate Trefferdichte, schlechte ‘Treffsicherheit ; b— schlechte Trelerdice, ‘ohlechte 
Treffsicherheit; c -— gute Trefferdichte, gute Treffsicherheit _ : 2 
4 2 . 


62 


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5.10. Die Abhiingigkeit der Streuung von den Feuerarten 
"und von den SchieSbedingungen 


Beim SchieBen aus dem kurzen Halt ist die Streuung etwas 
gréBer als beim SchieBen von der Stelle. Das hat folgende 
Griinde: 


‘@ unterschiedliche Entfernung zum Ziel wahrend des 
SchieBens;_ : : : 


e unterschiedliche Kringung ‘des Panzers im Augenblick 
des Schusses; 


@ infolge der kurzen fiir-das Abgeben des Schuaias zur 
Verfiigung stehenden Zeit wesentlich gréBere Richtfebler . 
als beim SchieBen von der Stelle. . 


Um die Streuung beim SchjeBen aus dem kurzen Halt zu 
verringern, mu der Richtschiitze schnell richten, sobald 
. der stehengebliebene. Panzer nicht mehr schwingt; der 
‘Fahrer muB den Panzer schnell und méglichst ohne Kran-7 
gung anhalten. 

Beim SchieBen aus der Bewepang’i ist die Sateen wesent- 
lich gréBer als beim SchieBen von der Stelle oder aus dem 
kurzen Halt.’Das hat folgende Griinde: 


@ dauernde Schwingungen des Panzers und der Kanone, . 
wodurch groBe Héhen- und Seitenrichtfehler entstehen; 


@ Verspatung des Schusses, die sich aus der durch den’ 
Schiitzen und der durch die Kanone veruesachicn Ver- . 
zégerung zusammensetzt. ; a 

Verspétung des. Abschusses ist. ‘die Peitepatine zwischen dem 

' Augenblick, in dem-sich der Richtschiitze zum Schu8 ent- 
‘schlieBt, und dem- Augenblick; in dem das Cevechob: die 
Mindung verlaBt. : 

 Wahrend der Verspitung andert| sich die Rinstellung der 
Seelenachse sowohl nach der. Hahe-wie auch nach der Seite, © 
und der Auftreffpunkt liegt um eine der. ‘Anderung: fer Hin-- 


- 63 


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{ 


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stellung entsprechende Strecke vor, hinter oder neben dem 
Haltepunkt. 

Die Beriicksichtigung der Verspatung durch entaprechendes 
Vorhalten ergibt nicht immer das erwartete Resultat, weil 
der Richtschiitze die Geschwindigkeit der Schwingungen des 
Panzers nicht kennt, die Verspatung bei jedem SchuB anders 
sein kann und der Richtschiitze demnach nicht in der Lage 
ist, die GréBe der Vorhalte richtig zu bestimmen. 
Das zuverlassigste Mittel zur Verringerung der Streuung 
beim SchieBen aus der Bewegung ist die Stabilisierung der 
Bewaffnung, die auf drei Arten erfolgen kann: j 
@ Stabilisierung der Visierlinie; 

@ Vertikalstabilisicrung der Bewaffnung; 


@ Vertikal- und Horizontalstabilisierung der Bewaffnung. 


5.11. Die Streuung im jeweiligen Moment 


Die SchuBtafeln enthalten die wahrscheinlichen Abweichun- 
gen, die die Streuung bei mittleren SchuBbedingungen kenn- 
zeichnen. Die tatsdichlichen SchuBbedingungen’ kénnen 
weitgehend von den Bedingungen abgehen, die den Tafeln 
‘gugrunde gelegt sind; darum kann sich auch die tat- 
sichliche Streuung wesentlich von den Tafelwerten unter- 
scheiden, ; 
Die zu einer bestimmten Zeit unter bestimmten SchuPbedin- 
gungen vorliegende Streuung heiSt Streuung des jeweiligen 
. Moments. 

Die die Streuung des jeweiligen Moments Gasitseiianeudba 
tatsichlichen wahrscheinlichen Abweichungen kénnen das 
-Anderthalbfache der in den Tafeln angegebenen wahrschein- 
lichen Abweichungen erreichen. 

Es gibt keine Regeln fiir die Bestimmung und Beriicksichtigung 
det Streuung des jeweiligen Moments. 


64 


3 


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5.12. Der Einflu8 der Gelandenéigung aim Ziel auf die’ wabr- 
scheinliche Abweichung nach der Linge 


Die SchuBtafeln enthalten die wahrscheinlichen Abweichun- 
gen nach der Lange fiir horizontales Gelande im Gebiet des 
Auftreffens der Granaten. Bei Vorderhang ist der Wert wz 
kleiner und bei Hinterhang gréBer (Bild 23). - 


Bild 23 Der EinfluB der Geldndeneigung am Ziel auf die wahrschein- 
liche Abweichung f 


a + ebenes (horizontales) Geliiode beim Ziel, b— Vorderhang; c— Hinterhang 


5 Schiefien a. d. Panzer , , 65 


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Der Wert ®, wird dann nach folgenden Gleichungen errech- 


net: 


. bei Vorderhang 


Wx a. 
On = 
Be + w 
bei Hinterhang ; 
. Wx Br 
Ox, = 
Bow : 


Wx, /wx, = wahrscheinliche Abweichung nach der Lange in 
geneigtem Gelande - 
= wahrscheinliche Abweichung nach der Lange i in 


Wx 
2% * ebenem Gelinde | 
8 = Fallwinkel in Strich® 


w, = Gelandeneigung in Strich. 


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6. Die Wirksamkeit des SchieBens 


6.1. Der Begriff der Wirksamkeit des SchieBens 


Unter Wirksamkeit des SchieBens versteht man den Grad dér 

Ubereinstimmung der SchieBergebnisse mit der SchieBaufgabe. 

‘Die Wirksamkeit:des SchieBens wird nach den Treffergeb- 

nissen bewertet und durch folgende Werte bestimmt: 

-@ Anzahl der Granaten, die das Ziel direkt oder durch 
Splitter getroffen haben; 

@ Dauer des SchieBens; 

@ Munitionsverbrauch. 

Die Wirksamkeit des SchieBens ist um so gréBer, je mehr 

Granaten das. Ziel getroffen haben. und je weniger Munition 

und Zeit fiir die Lésung der SchieBaufgabe erforderlich 

waren. : 

Die Wirksamkeit des SehieBens wird in one Reihenfolge 

ermittelt: 

1. Bestimmung der Treffwahrscheinlichkeit ; 

2. Bestimmung des.zu erwartenden Munitionsverbrauchs fiir 
das Erreichen der erforderlichen Trefferzahl; 

3. Bestimmung des zu erwartenden Zeitaufwands fiir die 
Lésung der Feueraufgabe. 


6.2. Die Bestimmung der Treffwahnachelalichel 


Die Treffwahrscheinlichkeit ist eine Zabl, die die Treffméglich- 
keit unter den vorliegenden SchieBbedingungen angibt. 

Die Treffwahrscheinlichkeit wird durch einen Bruch oder in 
Prozenten angegeben. Sie hangt von folgenden Faktoren ab | 


(Bild 24): 
5 oe 7 67 


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Kn SS. ; 
SEXED 


Bild 24 : 
Die Abhangigkeit der Treff- 
wahrscheinlichkeit von ver- 
schiedenen Faktoren 


a —von der Lage der mittleren Flug- 
bahn in bezug auf das Zielzentrum; 
b—von den AusmaBen der. Streu- 
ungsellipse; ¢— von den Ausmafen 
des Ziels; d — von der Richtung des 
SchieBens in bezug auf die Lage eines 
horizontalen langlichen Ziels 


Mosinee 
eso 
ogececererarate® 
YY, 


@ von der auf das Ziel bezogenen Lage der mittleren Flug- 

' bahn; je ndher die mitilere Flugbehn am Zielzentrum liegt, 
um so groper ist die Treffwahrscheinlichkeit ; 

@ von den Ausmafien des Zieles; je gréfer das Ziel ist, um so 

gréfer ist die Treffwahrscheinlichkeit bei sonst gleichen’ 

Bedingungen; : 


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@ von den Ausmafen der Sietanaceriiuce: bet Biches Aas: 

mafen des Zieles und gleicher Lage der mittleren Flugbahn 

_ gegeniiber dem Ziel ist die Treffwahrscheinlichkeit um so 
gréfer, je kleiner die Strewungsellipse ist ; i. 


3 von der Richtung des SchieBens in bezug auf die Langs- 
ausdehnung des Zieles (Zielfront); wenn auf ein breites Ziel 
(Schiitzengraben) oder ein tiefes Ziel (Kolonne) geschossen 
wird, so ist die Treffwahrscheinlichkeit um so gréPer, je 
mehr die Schufrichtung mit der gréBten Abmessung des 
Ziels zusammenfallt (das Feuer muf ldngs des Grabens ge- 
richtet sein). 


Dic Treffwahrscheinlichkeit kann bestimmt werden: 


> durch Vergleich der Zielilache mit der Flache des Streu- 
ungsherzstiickes ; ; 


@ nach der Streuungsskala. 


Die Tref€wahrscheinlichkeit wird durch Vergleich der Ziel- 
flache, mit dem Streungsherzstitck bestimmt, wenn die MaBe 
des Zieles kleiner sind als die Mae des Herzstiickes und sich 
das ganze Ziel innerhalb des Herzstiickes befindet. Dieses Ver- 
fahren wendet man an zur Bestimmung der Treffwahrschein- 


lichkeit beim SchieSen mit dem MG. 
Die Trefwahrscheinlichkeit wird nach folgender Gleichung 


bestimmt: 
eZ -, &h 
P= 30 = 50 
Fy Su 5s 


P = Treffwahrscheinlichkeit 


Fz = Zielflache (Produkt der Zielgrundlinie g und der 
Zielhéhe h) 


Fa = Herzstickflache (Produkt der Breite des -Herz- 
streifens der Héhe Sy und der Breite des Herz- 
streifens der Breite Sz) 


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Bei der- Bestimmung der Treffwahrscheinlichkeit beim Schie- 
\ Ben ‘auf ein Figurenziel wird das nach dieser Gleichung 


erhaltene Ergebnis mit dem Figurenkoeffizienten multipliziert 
(Tafel 2.) 


Tafel 2 


Mittelwerte des Figurenkoeffizienten 


Figurenkoeffizient ~ | 
Kopfziel ........... Sede tenn dane tee |. 0,7 
Brustziel ".......... iahaotpanreg ewe chee di ; 0,7 
Halbfigurenziel ..............4....50. : 0,8 
Figurenziel 2.00.0... . ccc eee ee eens 0,8 
MG ccdin eee wens ean oleracea oe 0,7 
Pak ..... cs Grapes efaiare a we hia Raat ie -  0,8...0,9 | 
 Schiitzenpanzerwagen 
Sicht vom vorn........eecc cee eeee 0,8... 0/9 
Sicht von der Seite............64- 0,8 ...0,9 
_ Panzer : 
Sicht von vorn....0... 600.20 eee 0,85 
Sicht von der Seite............... 0,7 


Der Figurenkoeffizient ist das Verhdltnis der Treffwahrschein- 
lichkeit beim SchieBen auf das vorliegende Figurenziel zur 
Treffwahrscheinlichkeit beim Schiefen auf ein Rechteck, dessen 
Héhe der Zielhéhe und dessen Breite der Zielbreite gleich ist. Der 


Figurenkoeffizient andert sich mit der Zielentfernung. 


Beispiel: 

Es wird mit dem MG [TM aus dem Stand mit der Visiereinstellung.5 
auf das Brustziel von 0,5 m Hohe und 0,5 m Breite geschossen. Der 
mittlere Treffpunkt fallt mit dem Zielzentrum. zusammen. Es ist die’ 
Treffwabrscheinlichkeit nach dem Herzstiick zu bestimmen. . 


-Lésung: 
J. Den SchuBtafeln entnehmen wir die Breiten der Herzstreifen der 
Héhe (Sz) und der Breite (Sz): _ ; 


SH = 90,71 m; Sz = 0,58 m 
70 


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- 2. Die Flache des Herzstiickes betragt dann: 
Fu =.0,71 + 0,58 = 0,41 m2 


3. Die Zielflache hat folgende GroBe: 
Fz =0,5- 0,5 = 0,25 m? 


4. Dann ist die Treffwabrscheinlichkeit unter Beriicksichtigung des 


Figurenkoeffizienten: 
Fz -0,25 - 
— 50k = = 219 
P= 507k = 50: oat + 0,7 = 21% 


Wenn das Ziel gréBer ist als das Herzstiick (auch nur in einer 
Richtung), so ist die Treffwahrscheinlichkeit nach der 
Streuungsskala zu bestimmen, Hierzu mu8 man: 

1. das Ziel in einem beliebigen Ma8stab aufzeichnen; 

2. im gleichen MaBstab auf ‘das Ziel die Streuungsskalen der 
Héhe und der Seite unter Beriicksichtigung der Lage der 
mittleren Flugbahn zeichnen, wobei man die wahrschein- 

' lichen Abweichungen den SchuBtafeln entnimmt; 

3. die Treffwahrscheinlichkeit einzeln nach der Hohe (oder 
nach der Lange) und nach der Seite berechnen; 

4. die errechnete Treffwahrscheinlichkeit nach der Héhe 
(oder nach der Lange) mit der errechneten_ Treffwahr- 

' scheinlichkeit nach der Seite multiplizieren ; 

5. wenn es sich um ein Figurenziel handelt, das Ergebnis 2u- 

sdtzlich mit dem Figurenkoeffizienten multiplizieren. 


Beispiel: 

Es ist die ‘Treffwabrscheinlichkeit nach der Streuungsskala fiir das . 
SchieSen auf ein MG mit dem MG JITM aus einer Entfernung von 
400 m zu bestimmen, wenn die mittlere Flugbahn durch das Ziel- 
‘zentrum geht. 


Lésung: 
1. Wir entnehmen den SchuBtafeln die GréBen der mittleren Abwei- 
chung nach der Héhe (w;) und nach der Seite (w .): 


on = 0,19 m; ws = 0,16 m 


ret 


4 i 
i 


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2. Wir zeichnen das Ziel in einem beliebigen MaSstab und auf das 
Ziel im gleichen , MaPstab die Streuungsskala der Hohe und der 
Lange, wobei wir den mattloren Treffpunkt in den Zielmittelpunkt 


legen (Bild ay “7 


pyc(5+7)2=64%oder 06% 
e £,=(25*16°2)2 ~86 Jooder 0.86 
9 
B PHA, Py 4706408607 = 
; =36% oder 0,38 


~355cm oD 5cmn J 
|~$——— 75m 


‘Bild 25 Die Bestinimung der Treffwahrscheinlichkeit nach der Streu- 
ungsskala beim SchieBen auf ein Figurenziel 


3. Wir errechnen die Treffwahrscheinlichkeit i in dem Streifen, dessen 
Breite der Zielhéhe gleich ist. ' 
Nach oben und unten vom Stveininwenittel punk wird das Ziel 
von je einem Streifen bedeckt, der 25% der Treffer enthalt, und 
auBerdem von den Teilen je cines Streifens, der 16% Treffer ent- 
halt. Zur Ermittlung des prozentualen Trefferanteils dieser Strei- 
fenteile, die 27,5 - 19 = 8,5 cm breit sind, stellen wir folgende 
Uberlegung an: 


19cm entsprechen 16% 


1 
1 cm entspricht 9 % 


16+ 
8,5 cm entsprechen =7% 


Folglich enthalt der Teil der Streuungsskala, der die halbe Hahe 
des Ziels tiberdeckt, 25% + 7% = 32% Treffer: 


“72 


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Die Treffwahrscheinlichkeit ist bei einem Streifen,.der die ganze 
Héhe des Zieles iiberdeckt, dann zweimal so groft, das heift: 


ph = 2+ 32 = 64% oder 0,64 


4. Wir errechnen die Treffwahrscheinlichkeit bei cinem Streifen, 
dessen Breite der Zielbreite gleich ist. ‘ 
Das Ziel wird beiderseits vom Streuungsmittelpunkt von je zwei 
Streifen iiberdeckt, die 25°% und 16% Treffer enthalten, und von 
den Teilen je eines Streifens, der 7% Treffer enthalt. 

Zur Exmittlung des prozentualen Trefferanteils dieser Streifen, die 
37,5 — 2,16 = 5,5 em breit sind, stellen wir folgende Uberlegungen 
an: 

16cm entsprechen 7 % 


q 
1 cm entspricht i % 


775,39 9. oe 
5,5 cm entsprechen = O54 =z 2% 
16 


.-Folglich enthalt der Teil der Streuungsskala, der die halbe Breite . 
des Zieles iiberdeckt, 25% + 16% + 2% = 43% Treffer. 
’ Die Treffwahrscheinlichkeit ist bei einem Streifen, der die ganze 
. Breite des Ziels tiberdeckt, zweimal so grof, das heift: - 
pz = 2-43 = 86% oder 0,86 ° 


_ Wir berechnen die Treffwahrscheinlichkeit fiir das ganze Ziel 
unter Beriicksichtigung des Figurenkoeffizienten: 


‘P = papzk = 0,64 + 0,86 0,7 = 0,38 oder 38%. 


ivay 


6.3. Der zu erwartende Munitionsverbrauch 
fir das Treffen des Ziels 


Der zu erwartende Munitionsverbrauch fiir das Treffen eines 
Ziels wird nach folgender Gleichung bestimmt: 
: K 
N= — 
P. 
N = au erwartender Munitionsverbrauch 


K =erforderliche Trefferzahl 
p= Treffwahrscheinlichkeit bei jedem Schu8B 


73 


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Beispiel: 


Die Treffwahrscheinlichkeit betrage bei « einem SchuB 25% oder 
0,25; ein Treffer geniige, um das Ziel zu vernichten. 

Es ist der zu erwartende Munitionsverbrauch fir das Treffen des 
Ziels zu berechnen, 


Lésung: 
-K ol 
N = p= 0,25 = 4 Granaten 


' 6. A. Der Zeitverbrauch fiir die Lésung einer F eueraufgabe 


Der Tetvecbeauch fiir die Lésung einer Feueraufgabe setzt 
sich aus der fiir die Vorbereitung des SchieBens und fiir das 
‘ SchieBen selbst erforderlichen Zeit zusammen. 
Den Zeitverbrauch fiir das eigentliche SchieBen ermittelt man © 
durch Teilen des zu erwartenden Munitionsverbrauchs fiir das _ 
' Treffen des Zielés durch die Feuergeschwindigkeit, also durch 
| die Anzahl der Schiisse, die in einer gewissen Zeit abgegeben 
‘werden kénnen. Zu der ermittelten Zeit fiir das eigentliche 
_ SchieBen ist noch die Zeit fiir die Vorbereitung des SchieBens 
hinzuzuzablen. Die Summe beider Zeiten ist die Gesamtzeit 
fir die Lésung der Feueraufgabe. 


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7. Die Beobachtung und die Entfernungsbestimmung 


7.1. Die Hauptaufgaben der Beobachtung 


Die Hauptaufgaben der Beobachtung sind: Beobachtung des 
Gelandes, der Stellung und der* Handlungen des Gegners; 
Orientierung auf dem Gefechtsfeld; Beobachtung der eigenen 
SchieBergebnisse, der Handlungen des eigenen Vorgesetzten, 
Beobachtung der Handlungen der eigenen Einheit ‘sowie 
benachbarter Einheiten und der am Gefecht beterheten Ein- 
heiten anderer Waffengattungen. 


-7.2, Die Durchfiihrung der Beobachtung 


Beobachtet wird bei jeglicher Art von Gefechtstatigkeit und in 
jeder Situation. Es mufs sténdig und nach allen Richtungen 
beobachtet werden. 
Je nach der Gefechtslage wird aus dem Panzer oder von 
einem Beobachtungspunkt aus von der gesamten Panzer- 
besatzung oder auch nur von einigen vom Panzerkomman- 
danten dazu befohlenen Besatzungsmitgliedern beobachtet. 
Im Gefecht und wahrend des Marsches wird von der gesamten 
‘Besatzung unmittelbar aus dem Panzer beobachtet; der 
Panzerkommandant iibernimmt die Rundumbeobachtung, wah- 
_rend die einzelnen Besatzungsmitglieder in ihrem Sektor'und 
- nach Anweisungen des Panzerkommandanten beobachten. 
Meist werden die Beobachtungssektoren in folgender Weise © 
eingeteilt: Der Richtschiitze beobachtet riach vorn und nach 
links; der Fahrer nach vorn; der Ladeschiitze nach vern, nach 
rechts und nach hinten. 
_ Bei der Verteidigung, i in der Ausgangsstellung fir den Angriff 
und bei allgemeinér Unterbringunig beobachten bestimmte 
von den Einheiten dazu eingesetzte Beobachter. 


15 


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- 73. Die Beobachtungsmittel. 


Vor der Beriihrung mit dem Gegner beobachtet man aus dem 


Panzer durch die ¢eiffneten Luken mit bloBen Augen oder 
dureh das Doppelglas. Wihrend des Gefechts beobachten die 
Besatzungen bei geschlossenen Luken durch die Sehschlitze, 
dic Beobachtungsgeriite und die Zielfernrohre. Wird aus einem 
Panzer mit abgestelltem Motor oder von einem Beobachtungs- 
punkt aus beobachtet, so kommt zur visuellen Beobachtung 
(Sichtbeobachtung) noch die akustische Beobachtung (Hor- 
chen), und zwar besonders nachts oder bei begrenzter Sicht 
hinzu. . 


7.4. Die Erkennungsmerkmale bestimmter Ziele 


Im Gefechtsgelinde sind offen gelegene Ziele sehr selteni, weil 
sich der Gegner dem Gelinde sorgfaltig anpaBt, sich eingrabt 
und tarnt..Daher muB man wissen, an welchen Stellen -des 
Gelaindes die Ziele zu suchen sind, sowie die charakteristi- 
schen und Erkennungsmerkmale der wichtigsten Ziele 
kennen. . 

Panzer. und SFL erkennt man am Gerdusch ihrer Motoren, 
an dem durch das Fahren erzeugten Staub, am Aufblitzen 
und am Knall der Abschiisse und maschmel auch an Re- 
flexion der Panzerung. 

Panzerabwehrkanonen werden gewéhnlich im Gestrauch, in 
Gelandeeinschnitten, neben einzelnen Gehéften, auf Ab- 
hangen, am Rande besiedelter Gebiete, an Waldrandern und 
so weiter in Stellung gebracht. Sie schieBen in der Regel 
innerhalb der Entfernungen des direkten Schusses, also auf 
kurze Entfernungen. Man kann sie an ‘der Reflexion von 
Metallteilen und Linsen der Beobachtungsgerate, am Auf: 
blitzen und am Knall der Abschiisse, am welken Laub: des 
Waldrands und des Gestrauchs erkennen. Riickstoffreie Ge- 


76  .# 


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schiitze und Panzerbiichsen erkcnnt man auBerdem am Staub, 
der nach dem AbschuB8 hinter ihrer Feuerstcllung entstcht. 
Maschinengewehre erkennt man an pulsierenden bladulich- 
weiBen Rauchwiélkchen und am Knattern der Schiisse sowic 
am Blitzen der Metalitcile. MG-Stellungen crkennt man ferner 
an den gréBeren Mengen Erde, die an einzelnen Stellen der 
Schiitzengraben ausgehoben sind, sowie an Gruppen von zwei 
bis drei Mann an freigelegten Schufbahnen. Stdndige Ver- 
teidigungsanlagen erkennt man an ihren Umrissen, dic sich im 
Gelande als Rechtecke oder Wiigel abheben, an den Panzer- 
kuppeln, an den Schiefscharten, dic als schmale, dunkle 
Spalten zu erkennen sind, an der Tarnung (verwelkte Striu- 
cher und andcres) und am gedimpften Knall der Schiisse. 
Beim Treffen von betonierten Befestigungen ist ein scharfer 
Knall zu héren und eine nicdrige, helle, sich in der Breite ver- 
teilende Detonationswolke zu sehen. 

Beobachtungs- und Gefechtssténde kénnen sich auf Héhen, im 
Gebiisch, in Gebduden (Hauser, Scheunen, Kirchttirmen 
und so weiter), auf Biumen, in Heuschobern und anderem 
befinden. Man érkennt sie an den aus verschiedenen Richtun- 
gen kommenden Telefonkabeln, an den Antennen der Funk- 
gerite, an der Reflexion der Linsen der Beobachtungsgerite, 
an den immer wieder auftauchenden und verschwindenden 
K6pfen von Menschen sowie an der Bewegung von Menschen 
in verschiedenen Richtungen im Gelande. | _ 

Nachts verraten sich die Zicle durch Licht, durch das Auf: 
blitzen von Schiissen und durch Larm. 

Die die Ziele verratenden Kennzeichen sowie die Sichtbarkeit 
und die Hérbarkeit von Zielen sind in Tafel 3 angegeben. 


7.5. Die Beobachtung des SchieBens 


Wenn man das Schieen verlaBlich und ununterbrochen: 
beobachtet, kann man die Feueraufgabe in kirzester Zeit'und 
; : 


77 


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Tafel 3 


‘ 


Kennzeichen von Zielen in der Nacht 
(bei normalen atmospharischen Bedingungen). 


Kennzeichen 


helles Autblitzen 
einzelner Schiisse 


Widerschein des 
Aufblitzens von 
Schiissen, Knall von 


. Schiissen - 


schnell flimmerndes 
Aufblitzen von’ 
Schiissen * é 
seltenes vereinzeltes 
Aufblitzen 

Gerausch von: Moto- 
ren und Gleisketten, 
kurzzeitiges Auf- 
leuchten von Schein- 
werfern 
Motorengerausch, 
kurzzeitiges Auf- 
leuchten von Schein- 
werfern 

starker Verkehr in 
einem besiedelten 
Ort, Bellen von Hun- 
den, Lagerfeuer 
Lagerfeuer 


Aufflammen von 
Streichhélzern, 
Glimmen von Ziga- 
retten, kurzes Auf- 
leuchten von 
‘Taschenlampen 


78 


. stellung 


‘|. ein schieBendes MG 


einzelne Geschtitze und] 
Panzer, die aus unge- 
deckter Feuerstellung 
schieSen 


eine Artilleriebatterie} 


in gedeckter Feuer- 


Gewehrfeuer 


fahrende Panzer, SFL, 
SPW oder schlepper- 
gezogene Artillerie 


fahrende Kraftfahr- 
zeuge oder Rader-SPW 


Gegner hat einen be- 
siedelten Ort besetzt 


Gegner auf der Rast 
oder im Nachtlager 
Anwesenheit des Geg- 


ners 


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itebereich | keitsbereich 


Sichtbar- 
“Biel ke 
in km oi 


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unter geringstem Munitionsverbrauch erfillen, den Augen- 

blik, in dem das Ziel getroffen wird, feststellen und das Feuer © 

rechtzeitig beenden sowie bei Fehlschiissen die Fehler er- 

mitteln und zur schnellen Lésung der Feueraufgabe die 

Visiereinstellung, die Wipermerre und .den Haltepunkt 

richtig bestimmen. 

DaB das Ziel getroffen ist, erkennt man an deutlich zu ‘be- 

obachtenden Ergebnissen: Das Ziel ist vernichtet, zerstért, 

in Brand gesetzt, hat das Feuer urid die Bewegung eingestellt 

und so weiter. 7 

Direkte Treffer werden durch folgende Kennzeichen ange- 

zeigt: 

@ Die Leuchtspur der Geschosse verlauft nur bis zum Ziel 
oder geht durch das Ziel hindurch; 

@ Panzergranaten detonieren beim Auftreffen auf gut ge- 
panzerte oder betonierte Ziele; die Detonation wird von 
einer hellen Flamme und von Funken begleitet ; 


@ Treffer auf Betonbunker werden von einer grauen Deto- 
nationswolke (von der Farbe des Betonstaubs) und einem 
starken, scharfen Knall begleitet. 


Nichtgetroffene Ziele werden an der Abweichung der Ein- . 
‘sehlige oder der Leuchtspur nach der Seite oder Lange vom 
Ziel erkannt. Hierbei werden die Abweichungen nach der 
Seite und nach der Lange gleichzeitig beriicksichtigt. , 
Die Seitenabweichungen werden vom Zielzentrum oder von 
der verwundbaren Stelle am Ziel, auf die das Feuer gerichtet = ° 
wird, bis zum Mittelpunkt des Einschlags gemessen. Die 
GréBe der Abweichung wird nach Zielbreiten bestimmt, wenn 
die Abweichung Kleiner als zwei Zielbreiten ist, und in 
Strich, wenn die Abweichung mehr als 2 zwei Zielbreiten he- 
trigt. ; 
Beim Ermitteln der Lingenabweichungen geht man sowohl 
bei Kurzschiissen wie auch bei Weitschiissen vom Ziel aus; 
wenn jedoch das Ziel schlecht einzusehen ist, geht man von 
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einem gut sichtbaren Objckt im Gelande aus, das sich im der 


Nahe des Ziels befindet. 


‘Bei Kurzschiissen befindet sich der Einschlag vor oder unter 
dem Ziel, bei Weitschiissen hinter oder ither dem Ziel. Wenn | 
die fehlgegangene Granate auf der Visierlinie einschligt, so 
wird in ebenem Gelinde bei Kurzschiissen das Ziel durch den 
Einschlag verdeckt, wiihrend es sich hei einem Weitechal 
vor dem Einschlag abhebt. 


Die Lage des Einschlags gegeniiber dem Ziel ist im Augen- 
blick des Erscheinens der Detonationswolke zu bestimmen. 
Bei Zielanweisung mit Leuchtspur geht man von der Lage der 
Flugbahn unmittelbar am Ziel aus. Bei seithichem Wind, 
dessen Richtung einen stumpfen oder spitzen Winkel zur 
Flugrichtung bildet, kann die Beobachtung der Detonations- 
wolke zu fehlerhaften Ergebnissen fiihren. 

Bei Querschlagern ist der erste Auftreffpunkt auszuwerten. 
Falls méglich, werden Lingenabweichungen in Mctern oder 
in Visierteilungen festgestellt. Die Genauigkeit der Ermitt- 
lung der Langenabweichungen ist gréBer, wenn man das Ge- 
lande im Zielgebiet vor dem SchieBen sorgfaltig untersucht 
hat und die gegenseitige Entfernung der Dbickte auf dem 
Gelande kennt. 

Die Ergebnisse eines Schusses oder eines FeuerstoBes werden 
dem Panzerkommandanten oder dem Richischiitzen in 


folgender Weise gemeldet: 
@ hei einem direkten Treffer: ,,Treffer“; 


@ bei Seitenabweichungen: Einschlag ... Zielfigurenbreiten 
(Strich) rechts oder links; a 


@ bei Langenabweichungen: KurzschuB (Weitschuf) bet 
Meter (Teilstriche) zu kurz (zu weit); 


@ beim SchiefBen avf Ziele, die auf Vorderhang liegen, oder 
‘beim SchieBen auf SchieBscharten oder Fenster von Ge- 
bauden: ... Strich zu tief (zu hoch); : 


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@ bei. gleichzeitiger Seiten- und Langenabweichung: ... 
‘rechts (links) KurzschuB (WeitschuB) oder: ... rechts 
(links) ... zu nah (zu weit); ; 

@ ist der Hinschlag nicht feststellbar: Sees nicht 
beobachtet.“ 

Der Panzerkommandant gibt Latapredhend seiner Beobach- 

tung die Kommandos zur Feuerkorrektur. 

Nachts wird die SchuBbeobachtung beim SchiefSen ot be- 

leuchtete Ziele genauso durchgefiihrt wie am Tage, und zwar 

je nach Helligkeit der Lichtquelle ohne oder mit Beleuchtung 
der Strichplatte. Beim SchieSen auf Ziele, die sich nur durch 
kurzes Aufblitzen verraten (leuchtende Ziele), ist die Bewer- 
tung der SchieBergebnisse schwierig. Die Beobachtung der 

SchieBergebnisse erfolgt dann bei beleuchteter Visierskala. 

Kurzzeitiges Ausschalten der Visierskalenbeleuchtung ist zu- 

lassig. Die Lage der Einschlage oder der Leuchtspur wird auf 

dié Spitze des Hauptstachels oder eine andere Richtmarke 

‘bezogen, mit der man nach dem Aufblitzen des Ziels an- 

;  Yichtete. : 

| Nach dem SchuB bildet sich vor dem Panzer oft eine mit 

Staub oder Schnee vermischte Gaswolke, die es bei fehlendem 

Seitenwind der Besatzung erschwert, den GeschoBeinschlag 

und die SchieBergebnisse festzustellen. In solchen Fallen 

muB das Feuer nicht nur von der Besatzung des schieBenden. 
Panzers, sondern auf Befehl-des Vorgesetzten auch. von der 

Besatzung eines benachbarten Panzers beobachtet werden, 

die die Beobachtungsergebnisse der Besatzung des schieBen- 

den Panzers iiber Funk mitzuteilen, hat. 

Beim SchieBen von der Stelle kann der Panzerkommandant - 
unter den geschilderten Bedingungen in Einzelfallen auch 

auBerhalb.des Panzers aus einer Deckung auf der Windseite 

in einer Entfernung bis zu 30 m seitlich oder riickwarts das 

SchieBen .beobachten. Die Beobachtungsergebnisse oder 

Kommandos werden der Besatzung durch Rufen oder Zei- 

chengebung tibermittelt. 


6  SchieBen a, d. Panzer 81. 


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7.6. Die Arten der Entfernungsbestimmung 


Die Entfernung bis zu einem Ziel oder einem Gegenstand im- 

Gelande kann nach einem der folgenden Verfahren bestimmt 

werden: ; j 

@ nach Augenma’; 

@ nach der Stricheinteilung der Zielfernrohre oder der 
Beobachtungsgerate ; : 

@ durch Anschneiden mit dem Turmteilring ; 

@ nach dem Gelindewinkel (mit der Libelle), 


AuBerdem kann man die Entfernung nach der Karte und mit 
dem EntfernungsmeBgerat bestimmen. 
Die Hauptverfahren, die von der Panzerbesatzung beim Ent- 
fernungsschatzen angewendet werden, sind die Bestimmung 
nach dem Augenma8 und die nach der Stricheinteilung der 
Zielfernrohre oder Becbachtungsgerate. 


7.7. Vergleich der Entfernungsme8verfahren 


Jedes EntfernungsmeBverfahcen ist durch eine bestimmte 
“Genauigkeit und einen durchschnittlichen Zeitverbrauch ge- 
kennzcichnet (Tafel 4), Unter Beriicksichtigung dieser Ge- 
nauigkeits- und Zeitwérte sowie der Kampflage wihlt man 
das in Betracht kommende Verfahren. Bei der Wahl des Ver- 
fahrens mu man aber immer beriicksichtigen, daB die 
Schatzgenauigkeit eine entscheidende Bedeutung fiir das 
Treffen des Ziels durch die ersten Granaten oder durch Feuer- 
stéBe aus dem MG hat. fe 


7.8. Das Schitzen der Entfernung nach dem Augenmal 


Nach dem Augenmaf kann mani die Entfernung folgender- 
maBen bestimmen: : 
: oe nach der Sichtbarkeit der Ziele oder Objekte im Gelainde; 


82 


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6* 


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@ durch Vergleich der unbekanniten Entforaung mit einer 
bekannten. 

Das Entfernungsschatzen nach der Sichtbarkeit der Ziele und 
Objekte im Gelainde beruht darauf, daB Ziele und Objekte i im 
Gelande auf verschiedene Entfernungen in ungleicher Weise 
zu sehen sind. In Tafel 5 sind Entfernungen angegeben, bei 
denen bestimmte Objekte und Ziele bei. Beobachtung mit 
unbewaffneten Augen oder mit nicht oder vierfach ver- 
gréBernden Geraten und Visieren mit bestimmter Deutlich- 
“keit erkennbar sind, . 


Tafel 5 
Merkblatt zur Bestimmung der Entfernung: einiger Ziele und 


Objekte im Gelande 
. Grad der Sichtbarkeit der Ziele und Objekte _—«| Entfernung 


Bei Beobachtung mit unbewafinetem Auge oder mit 
einem nicht vergréSernden Gerit 
Die Armbewegungen eines Menschen, die Umrisse 
-eines MGs, eines GW oder einer Panzerbiichse sind 
-am erkenrien ...... 0-0. ee eect erence etnies ~ 400 m 
Armbewegungen sind zu erkennen; die Umrisse eines 
Menschen sind deutlich zu sehen; man kann gréBere 
Einzelheiten von Gebauden, zum Beispiel AuBen-. 
_ treppen, Fenster, Turen, Zaune, erkennen; man sieht 
an den Baumen die Aste; an Panzern sieht man die 
Bewegung der Gleisketten, die Kommandanten- 


kuppel und die ‘Miindungsbremse ae ema Te 500.... 600 m 
Man sieht die FuSbewegungen eines Menschen, die : 
Stémme der Baume ..........6.5 522s cede eens .700 ... 800 m 
Das Kanonenrohr ist zu sehen, man kann den Pan- , 

 gertyp bestimmen .......-.+-6.- eee ener creer eee! lkm 
Man sieht die Kilometersteine .........-....4+-- : 1,2 km 
Man kann einen Panzer oder eine SFL von. anderen 
Maschinen unterscheiden ...........-00e eee ees - 15 km 
Ein Panzer ist schwer von anderen Maschinen zu un- . F 
terscheiden, Menschen sind nur als Punkte zu sehen 2km 
Man sieht die Schornsteine auf den Hausern ...... 3km 
Man erkennt noch die Fenster in den Hausern .... 4km 
Man sieht einzelne Hauser.........6....0000005+ : 5 km 
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(Noch Tafel 5) 


SE 
Grad der Sichtbarkeit der Ziele und Objekte Entfernung 


Bei Beobachtung mit Zielfernrohren und Beobach- 
tunigsgeriiten, die vierfach vergroSern 
Man erkennt den MG-Lauf, die Abschleppisen des 


Panzers, die Biigel zur Befestigung des Schanzzeuges 500 m 
Man sieht die Durchbriiche fiir die Zielfernrohre und 
- fiir die, MGs... cc ccc cece eee neon een ee eens 700 m 


Man sieht die Panzerung der Sehschlitzé, die Min- 

dungsbremse, die Ersatzkettenglieder, die Sicher- 
heitsglasscheiben der Komnmandantenkuppe!, man 

bemerkt das Drehen der-Laufrollen und die Bewo- 

gung der Gleisketten ........6..+eeeeseeee scene lkm 
Man sieht das Rohr und die Verkleidung der Kanone, 

die Laufrollen, das Beobachtungsgerat des Panzer- 

fahrers; die Miindungsbremse ist zu erkennen ..... 1,5 km 
Man sieht die Kommandantenkuppel, die Gleisketten : 
des Panzers, man kann den Panzertyp leicht. be- 

stimmen; man erkennt die Kanonenverkleidung, die . 
Angiisse fiir die Kugelblende des Bug-MGs ....... 2km 
Man sicht die Umrisse des Panzers, man unter- 

scheidet das Kanonenrohr, die Kommandanten- . 

kuppel, die Laufrollen, die Gleisketten ........... 2,5 km 
Man kann Panzer identifizieren ...........-.-065 3km 


Die Werte von Tafel 5 gelten fiir normales Sehvermégen, 
normale Helligkeit, durchschnittliche Gelindebedingungen 
und befriedigende Sichtverhdltnisse. 

Beim Entfernungsschatzen nach der Erkennbarkeit der 

Ziele und Objekte im Gelande mu man folgendes he- 

achten: 

@ Schluchten, kleine Taler,’ Fliisse, Hoderisenken, ‘die 
sich in der Richtung der zu schitzenden Entfernung 
befinden, lassen die Entfernung Kleiner erscheinen, als 
sie ist. ’ 

@ Hell leuchtende ‘Objekte von weiBer, roter oder-.gelber 
Farbe schéinen naher 2u liegen als dunkle Objekte von 
blauer, schwarzer oder brauner Farbe. 


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@ Ein ecinférmiger und cinténiger Hintergrund (Wiese, 
Schnee, Acker, Saatflachen) hebt Objekte hervor und. 
14Bt sie naher erscheinen, wenn sie eine andere Farbe 
haben als der Hintergrund; ein bunter, vielfarbiger 
Hintergrund laft die auf ihm befindlichen Objekte weiter 
erscheinen und tarnt sie. | 

@ An triiben Tagen, in der Dammerung, im Regen oder 

Nebel scheinen alle Entfernungen gréfer zu sein und an 
hellen Sonnentagen geringer; im Schatten befindliche 
Objekte scheinen weiter zu liegen und grell beleuchtete - 
Objekte viel naher; wenn die Sonne vor dem Betrachter- 
steht, scheint die Entfernung kleiner zu sein, und wenn 
die Sonne hinter dem Betrachter steht, eréBer, als sie 
tatsdchlich ist. 

@ Kleine Objekte scheinen weiter 2u liegen als grofe, die 
sich tatsachlich in gleicher Entfernung vom Betrachter 
befinden; einzeln liegende Objekte scheinen naher zu sein 
als gleiche Objekte, die in Gruppen liegen; 

@ Objekte, die héher als der Beobachter liegen (auf einem 
Hang), scheinen naher zu sein als unter dem Beobachter 
befindliche Objekte. ; 

@ in gebirgigem Gelande erscheinen wegen der EKlarheit der 
Luft alle Objekte niher; 

@ auf See erscheinen die Objekte und Ziele naher. 

Zum Entfernungsschatzen durch Vergleich einer unbekann- 

ten Entfernung mit einer bekannten mufi man vorher die 

Entfernung zu bestimmten Objekten im Gelande (Orientie- 

rangspunkte) und Abschnitten bestimmen’; dann muB man die 

Entfernung des Zieles vom nichsten Orientierungspunkt 

oder vom nachsten Abschnitt schatzen und die so gewonnene 

Entfernung zu der vorher bestimmten Entfernung zuzihlen 

oder abziehen, je nachdem, ob sich das Ziel vor oder hinter. 

dem Orienticrungspunkt befindet. Der ermittelte Wert ist die 

Entfernung bis zum Ziel. 


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7.9. Das Schitzen der Zielentfernung mit den Strich- 
einteilungen der Zielfernrohre und Heohuehtanpaperste 


Der Winkel, unter dem dug Ziel zu sehen ist, hangt von se . 
Entfernung bis zum Ziel ab: Je weiter das Ziel entfernt ist, 
unter einem um-so kleineren Winkel ist es zu sehen. Aus 
diesem Grunde entsteht auf der Strichplatte des Zielfert- 

‘ yohrs oder des Beobachtungsgerits je nach der Entfernung 
bis zum Ziel ein unterschiedliches Verhaltnis zwischen den 
ZielausmaBen und den Einteilungen der Strichplatte. Darauf 

- beruht die Bestimmung der Entfernungen bis zu den Zielen , 
nach den Stricheinteilungen der Zielfernrohre und der Be- 
obachtungsgerate. Wenn heispielsweise das Ziel, ein 2,8 m 
hoher Panzer, mit seiner Hohe im Zwischenraum zwischen. 
der Spitze des Hauptstachels und der vertikalen Geraden 
unter ihm Hegt, also unter einem Winkel von 0-02 zu sehen 
ist, so betragt die Entfernung bis zu ihm 1400 m. 


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Pp ts ] 2 26 
27 2 : - . : 


Bild 26 Die Skala zum Messen der Bafa nine ae der Strickplatte. 
des Zielfernrohrs . 


Auf der Strichplatte einiger Zielfernrohre und Beobachtungs- 
gerate befinden sich Entfernungsmefskalen. Bild 26 zeigt 
eine solche Skala fiir Zicle bis zu einer Hohe von 2,7. m. Wenn 
sich das Bild eines Zieles voh 2,7m, zum Beispiel eines 
Panzers, so zwischen die gekriimmte gestrichelte Linie und 


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die ausgezogene horizontale Gerade einfiigt, daB es, beide 


e liegt, so bedeutet das, 


Linien berithrend, itber der Teilung 
da8 sich das Ziel in der Entfernung des direkten Schusses 
hefindet. Wenn aber das Ziel tiber einer anderen Teilung 
zwischen den beiden Linien liegt, so wird die Entfernungnach 
der Zahlenangabe beim Teilungsstrich ermittelt. 
Entfernungen zum Ziel kann man nach den Stricheinteilun- 
gen der Zielfernrohre und Beobachtungsgerite nur dann hbe- 
stimmen, wenn die Ziele in der Breite oder. Héhe voll zu 
sehen sind. Wenn aber das Ziel in der Breite oder Héhe nicht 
voll zu sehen ist, so kann die Entfernungshestimmung nach 
den Skalen zu groben Fehlern fiihren. In der Regel werden 
sich dann zu groBe Entfernungen ergeben. 


7.10. Das Bestimmen der Entfernung nach dem 
Geliindewinkel . 


Wenn sich der Panzer auf einem Ufer befindet, das minde- 

- stens 20 m iiber dem Meeresspiegel liegt, kann die Entfernung 
bis zu einem Uberwasserziel nach dem Gelandewinkel be- 
stimmt werden. 

Man hat dabei in folgender Weise vorzugehen: 

‘1, Nach der Karte ist die Héhe des Panzers iiber dem 
Wasserspiegel zu bestimmen. 

2. Der Entfernungsfaden des Zielfernrohrs wird auf Null ge- 
stellt, die Kanone auf das Ziel gerichtet, die Luftblase der 
Libelle wird in die Mitte gebracht, und daraufhin wird 
nach der Libellenskala und der Einstellung auf der Trom- 
mel der Gelandewinkel ermittelt. 

3. Fiir den ermittelten Gelandewinkel wird der Tafel 6 
(s. Seite 90) eine Zielentfernung entnommen, die fiir eine 

. Héhe von 100 m iiber dem Wasserspiegel gilt Ake: Tafel 
ist fiir diese Hohe errechnet worden). 


88 


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4, Wenn die Héhe der Feuerstellung des Panzers iiber dem 
Wasserspiegel von 100 m abweicht, so ist die der Tafel 
entnommene Entfernung auf die tatsichliche Héhe umzu- 
rechnen, das heiBt, mit dem hundertsten Teil der in Metern 
gemessenen tatsichlichen Héhe zu multiplizieren. 


Beispiel (Bild 21): 


Die Héhe der Feuerstellung des Panzers iiber dem ‘Waanctepiegel be- 
tragt 120 m und der Gelandewinkel- 35 Strich (0-35). Zu bestimmen 
ist die Entfernung zum Ziel. 


Mdndungswoagerechte 


Wasserspieged 


Bild 27 Die Entfernungsbestimmung nach dem Geldndewinkel 


Lésung: 
1, Die Abweichung betragt in Hunderten 1,2 (120:100 = 1,2). 
2. Dem -Geldndewinkel von 0—35 entspricht nach Tafel 6 -bei einer 


Hohe von 100m iiber dem Wasserspiegel-eine Entfernung von 
2736 m. 


3. Einer Hihe von 120 m-. eitzmieht eine Entfernung von 1,2 - 2730 m 
=. 3276 m oder abgerundet 3300 m. 
Wenn die Héhe itber-dem Wasserspiegel nicht 120, sondern 80 m 
betragt, so ist die Zielentfernung 0,8 - 2730 m = 2184m oder 
abgerundet 2200 m. 


Gegebenenfalls sind die Werte der Tafel 6 schon vorher um- 
zurechnen, damit man die Umrechnung nicht wahrend der 
Entfernungsbestimmung. voriehmen muB. , 


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oO 
o 


Tafel 6 


Tafel zur Bestimmung der “Zielentfernungen nach dem Gelandewinkel ¢ fiir einen Abstand der 
Miindungswaagerechten iiber dem Wasserspiegel von 100 m 


Geisude. | 8 10 - 20 30. 40 50 60 - 70 80 90 
winkel : 

in Strich. Zielentfernung in m 
0—00 ee 9550 |.4770 | 3180 | 2390 | 1910 | 1590 | 1365 | 1190 | 1060 
0-01 - 8 660 4530 ; 3080 | 2330 | 1870 | 1565 | 1345 ; 1180 | 1050- 
0-02 So 7860 | 4330 | 2980 | 2270 | 1835 | 1545-| 1325 | 1165 | 1035 
0-03 31.830. | 7350 4150 | 2890 | 2220 | 1800 |. 1515 | 1305 | 1150 | 1025 
0-04 © 23 870 6 800 3980 | 2810 | 2170 | 1765 |] 1490 | 1290 | 1135 ) 1015 © 
0-05 19 106 6 360 3820 | 2730 | 2120 | 1735 | 1470 | 1270 | 1120 | 1.005 
0-06 15 910 5 960 3670 | 2680 | 2070 | 1710 | 2445 | 1255 | 1110 995 
0-07 13 540 5 600 3540 | 2580 |° 2030 | 1675 | 1425 | 1240 | 1100 985 
0-08 11 940 5 300 3410 | 2510 | 1970 | 1645 | 1400 | 1225 | 1085 975 
0—09 10610} 5000 3290 | 2450 | 1950 | 1615 | 1380 | 1210 | 1070 965 


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Wenn die Tafel 6 nicht vorhanden ist, kann die Zielentfer- 
nung angendhert aus dem Geldndewinkel nach folgender 
Gleichung errechnet werden: 
; 1000 HW 
_ B= ——— [m] 


€ 


E = gesuchte Entfernung bis zum Zicl in. Metern 


H = Hohe der Miindungsw aagerechten tiber dem Wasser- 
spiegel in Metern 


é = Gelandewinkel in Strich. 


Beispiel (Bild 27): 

Die Héhe der Miindungswaagerechten tiber dem Wasserspiegel be- 
tragt 120 m und der Gelindewinkel 0—35. Es ist die Ziclentfernung zu 
bestimmen. : 


-Lésung: 
; 1000 H __ 1000 - 120 


7.11. Die Entfernungsbestimmung durch Anschneiden 
- mit dem Turmteilring - ; 


Wenn Zeit vorhanden ist, kann die Entfernung zu Orientie- 

rungspunkten und Abschnitten sowie zu groBen Uberwasser- 

zielen durch Anschneiden mit den Turmteilringen zweier 

Panzer gemessen werden. 

Hierbei geht man in folgender Weise vor: 

1. Man-miBt méglichst genau mittels eines Bandmafies oder 
einer Schnur den Zwischenraum (die Basis) der zur Er- 
mittlung der Entfernungen bestimmten Panzer. 

2. Die beiden zur Entfernungsermittlung bestimmten Panzer 
richten sich gegenseitig mit ihren Zielfernrohren an; die 

- sich dabei ergebenden Einstellungen der Turmteéilringe 
werden aufgeschrieben (gegenseitiges Anrichten). 


or 


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3. Aus jedem Panzer wird mit Hilfe des Zielfernrohres auf 
den Orientierungspunkt oder das Ziel gerichtet, dessen 
Entfernung bestimmt werden soll, und die Einstellungen 
der Turmteilringe werden festgelegt (Festlegung nach dem 
Orientierungspunkt). 

‘4, Es werden die Winkel an den Panzern bestimmt (Winkel 
am Panzer ist der Winkel zwischen der Richtung auf den 
Orientierungspunkt, dessen Entfernung bestimmt werden 
soll, und der Richtung auf den benachbarten Panzer), in- 
dem von der gréBeren Teilringstellung (der gréGBeren ver- 
merkten Zahl) dié kleinere Teilringstellung (die kleinere 
vermerkte Zahl) abgezogen wird. ; 

5. Der ‘Anschnittwinkel wird bestimmt (der Winkel am 
‘Orientierungspunkt oder Ziel), indem man die Summe der 
Winkel an den Panzern von 30—00 abzieht. 

‘6. Mit Hilfe der Tafel 7 (s. Seite 94) bestimmt man nach dem 
ermittelten Anschnittwinkel die Entfernung zum Orien- 
tierungspunkt oder zum Ziel fiir eine Basis von 100 m. 


7. Wenn die Basis zwischen den Panzern nicht 100 m be- 
tragt, so muB man die nach Tafel 7 bestimmte Entfernung 
mit dem hundertsten Teil der in Metern gemessenen Basis 
zwischen den Panzern multiplizieren (wenn beispielsweise 
die Basis 450m lang ist, so mu man die nach Tafel 7 

: bestimmte Entfernung mit 4,5 multiplizieren usw.). 

Beispiel (Bild 28): 

Der Abstand (die Basis) zwischen zwei Panzern, die einen Orientie- 

' aungspunkt anschneiden, betragt 400m. Beim gegenseitigen Fest- 


legen und beim Festlegen jedes ¢inzelnen Panzers nach dem Orientie- 
rungspunkt wurden folgende Werte ermittelt: 
@ Festlegen des Turmteilrings des rechten Panzers nach ie linken 
; Panzer 13-50; 
e F estlegen des Turmteilrings des rechten Panzers nach dem Orien- 
tierangspunkt 27-40; 


_@. Festlegen des Turmteilrings -des linken Panzers nach dem rechten 
46—10; 


92 


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Tafel 7 
‘Tafel zur Bestimmung der Zielentfernung durch Anschneiden 
mit Turmteilringen oder Rundblickfernrohren bei einer Basis- 
lange (Entfernung zwischen den Panzern) von 100 m 
Anschnitt- Zielent- Anschnitt- Zielent- Anschnitt | Zielent- 
winkel - fernung winke! fernung winkel » fernung 
in Strich in'm in Strich inm “in Strich inm 
0-50 1910 ; 1-30 735 2-60 370 . 
0-55 1 735 _ 140 680 2-10 355 | 
0—60 1590 1—50 . 635 2—80 340 
A 0-65 . | 1470 1-60 600 2-90 330 
0—70 1 365 1—70 565 3—00 320 
0-75 1275 1-80 530 - 3-10 310° 
0—80 1190 1—90 505 3—20 300 
0-85 1120 2—00 - 480 3-30 . 290 . . " 
0—90 1 060 2-10 455 3—40 280 ‘ 
0-95 1 000 2—20 435 3-50 275 
1—00 955 2-30 415 360° 265 
1-10 870 2-40 “400. 3~70 260 
1-20 7195 2—50 380 3-80 250 
: 3-90 245 
4—00 240 


Bemerkung: Fiir die Bestimmung der Tafelwerte wurde folgende 


Gleichung benutzt: 


sme B 
B= iol 


E = Entfernung in Metern 
B = Basis zwischen den Panzern in Metern 
W = Anschnittwinkel (der Winkel am Ziel) 


© Festlegen des Turmteilrings des linken Panzers nach dem Orien- 
tierungspunkt 32—70. ‘ 


Es ist die Entfernung bis zum Orientierungspunkt 2u bestimmen. 
Lésung: ; 
"J. Bestinymen des Winkels am rechten Panzer: _ 
(27—40) — (13-50) = 13-90 


93° 


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2. Besiimnea des Winkels am linken Panzer: 
(46-10) — (32-70) = 13-40 
3. Bestimmen der Summe der Winkel an den Panzern: 
(13—90) + (13-40) = 27-30 


.4. Bestimmen des Anschnittwinkels (des Winkels am Orientierungs- 
punkt): (30—00) — Gra) = 2-70 


(,) Hel aaer oneterngsint 


FestHegepunkt des rechten 
Panzers in bezug auf den 
Orientierungspunkt oder 
gg «das Ziel 


FesHlegepunkt des tinken 

Panzers ifi bezug auf den 

Orientierungspunkt oder 
das Ziel 


Festlegepunkt des 
<linken Panzers inbezug 
0 auf den rechten Panzer 


4 . 
Turmiteltring des linken Panzers Turmteliring des rechten Panzers 


Festegepunkt des rechten Panzers 
in bezug auf den linken Panzer 


Bild 28 Das Anschneiden des Ziels oder des Orientierungspunkts mit 
Hilfe des Turmteilrings 


94 


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en 


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_ 5, Fir den Anschnittwinkel von 2—70 wird der Tafel 7 eine Ent- 
fernung von 355 m bis zum Orientierungspunkt entnommen, die 
fiir eine Basislange von 100 m gilt. 


6. Es wird die Entfernung bis zum Orientierungspunkt nach der tat- 
sachlichen Basislange von 400 m bestimmt: : 


_ 4-355 m = 1420 m oder abgerundet 1400 m 


Die Genauigkeit der Entfernungsbestimmung durch An- 
schneiden mit dem Turmteilring hangt. von der, GréBe des 
Anschnittwinkels ab. Bei Anschnittwinkeln unter-1—00 ist die 
Genauigkeit der Entfernungsbestimmung sehr gering. Damit 
der Anschnittwinkel nicht unter 1—00.sinkt, muf die Basis 
zwischen den Panzern mindestens 1/15 der zu bestimmenden — 
Entfernung betragen. 
Wenn die Winkel an den Panzern auGerhalb des Bereichs 
zwischen 12—00 und 18—00 liegen (beispielsweise wenn der 
Winkel am linken Panzer mehr als 18—00 und am rechten 
Panzer weniger als 12-00 betragt), so enthalt die Entfer- 
nungshestimmung nach dem Anschnittwinkel mit Hilfe der 
Tafel 7 groBe Fehler. In diesem Fall mu8 man die Ent- 
fernung nach folgender Gleichung bestimmen: , 
B si : 

SEP itil 

sin y 


E= 
E = Entfernung des Ziels vom rechten Panzer in Metern © 
B =.Basis zwischen den Panzern in Metern 
y = Anschnittwinkel . s 
B = Winkel-am linken Panzer : ; i 


Die Sinuswerte werden der Tafel 8 entnommen. 


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Tafel 8 


Tafel der Sinuswerte 


(Winkelwerte in Strich mit Intervallen-von 0— 10) 


Winkel 

in 1-00 | 2-00 | 3-00 | 4-00 | 5—00 | 6—00 |} 7-00 
Strich : , 

0—00 | 0,000 | 0,205 | 0,208 | 0,309 | 0,407 | 0,500 | 0,588 | 0,669 
0-10 | 0,010 | 0,115 '|'0,218 | 0,319 | 0,416 | 0,509 | 0,596 0,677 
0-20 ‘| 0,021 |.0,125 | 0,228 | 0,329 | 0,426 | 0,518 | 0,605 | 0.685 
0—30 | 0,031 | 0,136 | 0,239 | 0,339 | 0,435 | 0,527 | 0,613 | 0,692 
0-40 | 0,042 | 0,146 | 0,249 | 0,349 | 0,445 | 0,536 | 0,621 | 0,700 
0—50 | 0,052 | 0,156 | 0,259 | 0,358 | 0,454 | 0,545 | 0,629 | 0,707 
0-60 | 0,063 | 0,167 | 0,269 | 0,368 | 0,564 | 0,553 | 0,637 | 0,714 
0—70 | 0,073 | 0,177} 0,279 | 0,378 | 0,473 | 0,562 | 0,645 | 0,722 
0—80 | 0,084 | 0,187 | 0,289 | 0,388 | 0,482 | 0,571 | 0,653 | 0,729 
0—90 | 0,094 | 0,198 | 0,299 | 0,397 | 0,491 | 0,579 0,661 | 0,736 
Winkel : : 
_ in 8-00 9-00 |; 10-00 14—00 
Strich 

0—00 0,743 0,809 0,978 | 0,994 
0-10 0,750 | 0,815 0,980 | 0,995 
0-20 | 0,757 | 0,82] 0,982 | 0,996 
0—30 0,764 | 0,827 0,984 | 0,997 
0-40 0,771 | 0,833 0,986 | 0,998 
0—50 0,777 0,839 0,988 |'0,999 - 
0—60 0,784 | 0,844 0,989 | 0,999 
0—70 0,790 | 0,850 0,991 | 1,000 
0-80. | 0,797 | 0,855 0,992 | 1,000 
0—90 0,803 | 0,861 0,993 | 1,000 


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0,909 


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r 


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8 Die Zielanweisung und das Feuerkommando 


can 


Zielanweisung wird beim Stellen von Feueraufgaben und bei 

der Entgegennahme von Melduaeen tiber entdeckte Ziele 

gegeben. 

Damit die Fielsawewans ein schnelles Auffinden des Zieles’ 

gewahrleistet, muB sie kurz und verstdndlich sein und 

folgende Angaben enthalten: 

1. Richtung zum Ziel; 

2. Hilfsziel (charakteristische. Kennzeichen des Gelandes 
oder der Orientierungspunkte); 

3. Ziel (Art des Ziels); 

4. Entfernung (Entfernung bis zum Ziel in Metern oder 
Strich). 

-Das vom Panzerkommandanten danach zu gebende Feuer- 

kommando enthilt folgende Angaben: . 


1. Munitionsart;. 
2. SchuBrichtung; 
3. Hilfsziel; 

4, Ziel; 

5. Entfernung; 

6. Feuerart. 


Es gibt verschiedene Arten der Zielanweisung aus dem 
Panzer und zwischen den Panzern. Die Art der Zielanweisung 
wird je nach der Lage gewahit. 
Die Hauptart der Zielanweisung durch den Kommandanten 

_ an den Richtschiitzen ist’ die durch Richten des Geschiitzes 
auf das Ziel mit Hilfe des Kommandanten-Turmschwenk- 
werks, Falls ein solches Schwenkwerk nicht vorhanden ist,. 
wird die Zielanweisung durch Kommandos gegeben. Hierbei . 
nennt der Kommandant. dem Richtschiitzen die Art des Ziels, 


7: SehieBen a. d, Panzer . , _ : 97 woth om | 


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charakteristische ienseeiehen des Gelandes ha Ziel sowie 
die Zrelenttermung und stellt die Feueraufgabe. 
Beispiel: 
»Splittergranate, 30-00, Kanone im Gebiisch, 1200, Kurzer, Feuer !** 
Ferner kann die Zielanweisung i im Panzer von einem Orien- 
tierungspunkt oder einem Objekt im Gelande ausgehen; falls 
Orientierungspunkte oder Objekte im Gelande nicht vor- 
handen sind, kann sich die Zielanweisung auf die Fahrt- 
richtung des Panzers beziehen. : 
Bei der vom Orientierungspunkt oder vom Objekt im Gelande 
ausgehenden Zielanweisung wird der Winkel zwischen der 
Richtung auf den Orientierungspunkt oder das Objekt und 
der Richtung auf das Ziel in Strich gemessen und zusammen 
mit der Zielentfernung angegeben. , 
Beispiel: 


»Panzergranate, links 20, einzelner Baum, Panzer, 1600, Halt, 
Feuer!“ 


Wenn das Ziel vom Orientierungspunkt weit entfernt ist, gibt 
man Objekte an, die zwischen Orientierungspunkt und Ziel 
liegen, und danach die Lage des Ziels in bezug aut das letzte 
(dem Ziel zundchst liegende) aes 

Beispiel: 

»OP 2, rechts 60, zwei Straucher, rechts 10, Kanone, 1500.“ 

_ Fiir die von der Fahrtrichtung des Panzers ausgehende Ziel- 
anweisung mu8 man den Turmteilring in Gedanken so ein- — 
stellen, daB seine Teilung 30-00 mit der Fahrtrichtung des 
Panzers zusemmenfallt, die Teilung 45-00 rechts, die Tei- 
lung 0—00 hinten und die Teilung 0—15 rechis liegt. Dann 
geht die auf das Ziel gerichtete Visierlinie tiber irgendeine’ 

_ Teilung des. Turmteilrings. Mit .diéser Teilung wird die - 
Richtung auf das Ziel bestimmt. 

* Beispiel (Bild 29): 


»2o—-00, MG im Schiitzengraben bei einem einzeln stehenden Baum, 
600! — : 


98 


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-_ Fohrtrichtung des Panzers 


Bild 29° 
Zielanweisung 
in bezug auf die 
Fahrtrichtung des 
Panzers 
Die Arten der Zielanweisung kénnen kombiniert. werden: 
Ausgehend von der Fahrtrichtung des Panzers wird ein 
Orientierungspunkt oder ein Objekt i im Gelande angrgeben a 
und davon ausgehend das Ziel. 
: Beispiel: 
»20—00, einzeln stehender Baum rechts 40, Kanone an einem Busch, 
800! pa eit 
Ziclanweisungen zwischen Panzern, Panzereinheiten und 
Einheiten anderer Waengsttangen kénnen_ in folgender 


Weise gegeben werden: fog. Ay es : 
@ Ausgehend von Orientierungépunkten, oder Objektén im. 
Gelande; ; te 


7E Schieftn a. d. Panzer 


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e ausgehend von der Bewegungs- oder ugeeccedaes 

'@ durch Leuchtspurmunition, mit Rauchgranaten und 
‘ Raketen; 

@ nach einer verschliisselten Karte. 


‘Bei der Zielanweisung mit Leuchtspurmunition und Rauch- 
granaten wird ‘gezieltes Feuer auf das zugewiesene Ziel er- 
dffnet. Die Panzer, fiir die die Zielanweisung bestimmt ist, 
_ werden davon vorher durch Funk benachrichtigt, wobei die 
-, SchuBrichtung in bezug auf dieBewegungsrichtung angegeben 
wird. 2 
: Nachts wird bei der Zielanweisung im Panzer von. leuchten- 
den Orientierungspunkten ausgegangen. Wenn das Ziel selbst 
* beleuchtet ist, verfahrt man wie am Tage. Fir Zielanweisun- 
gen zwischen Panzern werden Leuchtspurgeschosse und 
.. raketen verwendet. 
Sorgfaltige Rekognoszierung des Gelandes und der gegne- 
‘rischen Stellung, pausenlose Beobachtung der Bewegungen 
des Gegners und der eigenen Truppen, Kenntnis der gemein- 
samen Orientierungspunkte und ihrer Lage im Gelande sowie 
der verschliisselten Bezeichnungen der Objekte im Gelande 
-“. gewadhrleisten bei gut arbeitender ‘Nachrichteniibermittlung 
_. eine erfolgreiche Zielanweisung. 


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9. . Die Bestimmung der Anfangsangaben 
und die Korrektur des Feuers 


9.1. Die Arten der Feuerfiihrung 


Je nach der Lage, der-Art des Zieles, der Gefechtsaufgabe und - 
den Eigenschaften der Bewaffnung wendet man beim Schie~ 
Ben aus Panzern und SFL folgende F euerarten an: 


@ aus der Bewegung (nur bei Panzern); 
@ aus dem kurzen Halt; 
@ aus dem Halt (von der Stelle). 


Aus der Bewegung wird beim Angriff und beim Gegenangriff 
in Verteidigungsgefechten geschossen. Das SchieBen aus der... 
Bewegung ist die'am meisten angewendete Art der Feuer- 
fihrung beim Angriff oder beim Gegenangriff (Hauptfeuerart | 
der Panzer). Beim SchieBen aus der Bewegung nutzt der 
Panzer seine Beweglichkeit und seine Panzerung aus, nahert 
sich schnell dem Ziel und vernichtet es. te 
Aus der Bewegung schieSt man am zweckmafigsten auf einzelne 
‘Ziele innerhalb der Entfernungen des direkten Schusses und auf — 
Gruppenziele aus Entfernungen bis 1500 m. 
' Die F abrgeschwindigkeit der Panzer soll wahrend des Schie- | 
. Bens aus der Bewegung méglichst gro sein. ne 
Beim SchieBen’ aus der Bewegung ist geschicktes Fihren des 
Panzers durch den Fahrer von eis Bedeutung. Der ° 
Fahrer muB: . : pe 
@ méglichst ebene in dex Angriffs- ‘oder. Copenaiigiiiie: 2 
richtung. gelegene. Fahrstrecken’ wahlen und den ‘Schie- 
Senden. auf gute Fahrstrecken rechtzeitig hinweisen; =: 


° ‘den Panzer ziigig und ohne heftige pine: und oe : E 
, schwindigkeitsinderungen fahren; °30:6202 00 00 ete 


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" @ wenn es die Umstande erfordern, die Fahrt nach den An-. 
weisungen des Richtschiitzen fiir den AbschuB verlang- . 
samen. 

Beim Schiefen aus der Bewegung muB der Richtschiitze: 

@ die Kanone so richten, daB die Richtmarke hei senk- 
rechten Schwankungen mit ihrer Spitze das Ziel senk- 
recht tiberstreicht ; 

@ die Art der Schwingungen beriicksichtigen und das 
erforderliche VorhaltemaS fiir die SchufSverzégerung 
bestimmen; ne 

@ auf den Hebel der elektrischen Abfeuerung mit der Be- 
rechnung driicken, da8 der Schu8 dann erfolgt, wenn die 
Spitze der Richtmarke mit dem Ziel iibereinstimmt; 

@ nach Miglichkeit dann schieBen, wenn der Panzer nicht 

‘ , schwingt. 

Aus dem kurzen Halt schie8t man bei Anpritfegstechtan atuta 
bei Gegenangriffen, um die Wirksamkeit des Feuers zu er- 
_ héhen, ohne daB sich das Tempo des Angriffs oder Gegen- « 
angriffs verringert. Das Ziel wird mit der Kanone aus einem 
oder mehreren kurzen Halten und aus dem MG in der Regel 
aus einem kurzen Halt durch einen oder mehrere Pauersntie 

bekampft. 

Far SFL ist ‘das Schiefen aus dem kurzen Halt die Haupt- 

feuerart. 

Beim SchieBen aus dei kurzen Halt bleibt der Panzer nur fir 

einen Schuf aus der Kanone oder einige  Feuerstéfe aus dem 

MG stehen. Die gesamte Vorbereitung des SchieBens (das Auf- 

suchen des Zieles, das Laden der Kanone, die Bestimmung 

der Anfangsangaben, das grobe Richten, das aus dem Behal- 
ten des Zieles im Blickfeld des Zielfernrohrs besteht) wird - 
wéhrend der Fahrt durchgefiihrt. Die Dauer des kurzen Halts 
hdngt von-der Zeit ab, die fiir das endgiiltige Richten und die 
. Schufabgabe erforderlich ist, und iibersteigt in der Regel keine 
. acht bis zehn Sekunden. Die Beobachtung der Ergebnisse des . 


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SchieBens und die Vorbereitung des ndchsten ‘Schusses erfolgen 
wahrend der Fahrt zwischen den kurzen Halten. 
Zwischen zwei kurzen Halten wird mit méglichst hoher Ge- 
schwindigkeit gefahren. Die dabei zuriickgelegte Fahrstrecke 
hadngt von der Gefechtsbereitschaft der Waffen des Panzers 
und der Hereitschaft der Panzerbesatzung zum ndachsten 
’ SchuB, vom Gelande, von der Starke des gegnerischen 
Feuers und von den Beobachtungsbedingungen ab. Meist 
bewegt sich der Panzer zwischen zwei kurzen Halten um 50 
bis 150 m vorwarts. 
Nach dem SchuB aus der. Kanone setzt der Panzer die Be- 
‘wegung fort und nach dem SchieBen aus dem MG auf Be- 
fehl des Panzerkommandanten oder auf Kommando des 
‘Richtschiitzen. 
Das SchieSen von der Stelle ist die wieante Art der 
Feueifiihrung aus Panzern oder SFL. Von der Stelle wird bei 
der Vorbereitung von Angriffen und der Abwehr von Panzer- 
gegenangriffen sowie zur Vernichtung beliebiger Ziele bei der 
Verteidigung geschossen. Das SchiefSien von der Stelle erfolgt 
in der Regel von vorher ausgewahlten und vorbereiteten 
Stellungen oder aus Deckungen, die durch Objekte in Ge- 
linde und Bodenfalten gebildet werden. 
Aus dem Halt wird bei Angriffsgefechten oder Gegenangriffen 
wahrend det Verteidigung geschossen. 
Bei jedem Halt wird ein Ziel vernichtet oder niedergehalten. Die 
Dauer des Halts mu méglichst kurz sein und hangt von der . 
Feuergeschwindigkeit des Geschiitzes, der Art des Ziels und der — 
Entfernung bis zum Ziel sowie von der Gefechtsbereitschaft der 
Besatzung ab. Ein Halt soll in der Regel nicht ldnger als eine 
bis anderthalb. Minuten dauern. 
Beim SchieBen aus dem Halt werden zur Deckung urid Tar- 
nung Gelandeobjekte und Gelandefalten ausgenutzt. 
Wenn es jedoch die Lage erfordert, da} das Feuer sofort 
éréffnet wird und in der Nahe keine Deckung vorhanden ist, 
so wird auf offenem Gelande gehalten. 


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9.2. Die Vorbereitung des Schiefens 


Die Vorbereitung des SchieBens soll gewahrleisten, daB die 
Panzer oder SFL in kiirzester Zeit zur Erfiillung der Ge- 
fechtsaufgaben unter geringstem Munitions- und Zeitauf- 
-wand bereit sind und das Ziel mit den ersten Schiissen aus der 
Kanone oder den ersten Feuerstéfien aus dem MG auBer Ge- 
fecht gesetzt wird. 


Die. Vorbereitung des SchieBens bestehe in folgendem: 

1. Feststellung des Ziels; 

2. Auswahl des Ziels; ; 

3. Bestimmung der Zielentfernung; 

4. Bestimmung der Bewegungsrichtung und der Geschwindig-. 
_keit des eigenen Panzers und des Ziels; 

5. Wahl der Waffe, der Granate und der Rinetellung des 


Ziinders ; 
_6. Wahl der Feuerart; 


ee Bestimmung der -Anfangsangaben. 


Wahl des Ziels: In erster Linie werden Ziele denioinee die 
der Erfillung einer. Kampfaufgabe hinderlich sind (aay 
Paks, riickstoffreie Geschiitze, Panzerbiichsen). 

Ermitilung der Bewegungsrichtung und der Geschwindigheit des — 
eigenen Panzers und des Ziels: Der Panzer kann gegeniiber 
dem Ziel und das Ziel kann gegeniiber dem Panzer drei Arten 
von Bewegungen ausfiihren: Frontalfahri, Flankenfahrt und © 
Schrdgfahrt (Bild 30). : 

Die Art der Bewegung des schieBenden .Panzers oder des 
Ziels* wird nach dem Kurswinkel des Panzers oder Ziels 
bestimmt. : 
Der Kurswinkel des schieBenden Panzers ( ade Ziels ) ist der 
Winkel zwischen der Fahrtrichtung des schiefenden Panzers 
(oder Ziels) und der Richtung auf das Ziel (oder den schieBen- 
den Panzer). ; 


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a) ; a) : oo 


Bild 30 Die Bewegungsarien des Ziels oder des Panzers © 
Po: a — Frontalfabrt; b — Flankenfabrt; e— Schrigfahre 


@ Bei Karswinkeln von 0 + 30° (0 + 5-00) oder 180 + 30° 
(30—00 -+ 5-00) handelt es sich um Frontalfahrt. 
-@ Bei Kurswinkeln von 90' + 30° (15—00 + 5-00) handelt 
_ es sich um Flankenfahrt. 
@ Bei Kurswinkeln von 30 bis 60° (5—00 bis 10-00) ¢ oder. 
“' 126 bis 150° (20-00 bis 25—00) handelt es sich um Schrag: 
fahrt. 
Die Fahrgeschwindigkeit des eigenen Panzers wird vom 
- Fahrer festgestellt und. dem Richtschiitzen mitgeteilt; die 
Fahrtrichtung des eigenen Panzers stellt der Richtschiitze 
nach dem Turmteilring selbst fest. Hierbei gilt: 
@ Wenn die Zielrichtung ‘dwischen 25-00: und 35—00 oder 
zwischen 55-00 und 5—00 liegt,‘ fahrt der ‘Panzer in 
_ , Frontalfahrt. 
@ Wenn die Zielrichtung zwischen 10-00 und 20—00 oder 
- gwischen 40—00 und: 50-00 liegt, fahrt der: Panzer in 
Flankenfahrt. 


205. 


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@ Wenn die Zielrichtung zwischen 5—00 und 10—00, zwi-- 
schen 20—00 und 25—00, zwischen 35—00 und 40—00 oder 
zwischen 50-00 und 55-00 liegt, fabrt der Panzer in 
Schragfahrt. 

Geschwindigkeit-und F; ahrtrichtung des Ziels bestia cit man 

nach AugenmaB. 

Waffe, Munitionsart und Zindereinstellung werden ent- 

sprechend der Art und der Entfernung, des Ziels gewablt. 

Die Feuerart wird vom Vorgesetzten gugeeeben, Wenn sie 

nicht angegeben ist, wahlt sie’ der Panzerkommandant je 

nach der Gefechtsaufgabe, der Gefechtslage und der Zielart - 
mit der MaBgabe, daB die Feueraufgabe in kiirzester Zeit 
unter Einhaltung des dem Panzer in der Gefechtsordnung 

_ zugewiesenen Platzes erfillt wird. : 


- Ays der Kanone wird geschossen: 


@ mit Panzergranaten auf mittlere und schwere Panzer, 
' Panzerkuppeln, SchieBscharten und gepanzerte Boote; 


@ mit Splittersprenggranaten auf leichte Panzer, Schwimm- 
‘ panzer, SPW und andere ungedeckte Feuerwaffen. sowie 
debende Ziele. ; 
‘Das 7,62-mm-MG verwendet man zur Vernichtung von 
‘ Schiitzenwaffen und lebenden Zielen auf Entfernungen -bis 
600 m und zur Vernichtung von groGeren Zielen (Kraftfahr- 
zeugen, Ansammlungen lebender Ziele) auf Peverenagee 
bis 800 m. . : : 
GroBkalibrige MGs verwendet man auch zur Vernichtung von 
ungepanzerten Zielen auf Entfernungen bis 1500 m, von 
SPW auf Entfernungen bis 1000 m. und von Panzerspah- 
‘wagen auf Entfernungen bis 500 m: . 
', Anfangsangaben beim SchiefSen im direkten Richten sind die 
fiir den ersten Schu8 bestimmten Angaben iiber die Visier- 
einstellung, die Visiermarke . und. den Haltepunkt. Die 
_ Anfangsangaben miissen schnell. und mit gréBter Genauig- 
keit bestimmt werden. . 


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Fir die Bestimmung der Anfangsangaben sind fiir jede, . 
Feuerart gesonderte Regeln vorhanden. _ , 


9.3. Das SchieBen aus dem Halt (von.der Stelle) 


Das Schiefen dus dem Halt mit der Kanone auf unbewegliche Ziele 


Anfangsangaben fiir den ersten SchuB bestimmen: 
@ die Visiereinstellung entsprechend der Entfernung. bis te 
zum Ziel in ganzen Teilungen dér Strichplatte (in 100 m); 
@ als Richtmarke Hauptstachel ; 
@ als Haltepunkt Zielzentrum. : 
Wenn Zeit vorhanden ist, bestimmt man die Anfangsangaben 
unter Benutzung der SchuBtafeln in folgender Weise: 
@ bei Windstarken von 8 m/s und mehr unter Beriicksichti- 
gung des Seitenwindes; 
‘@ unter Beriicksichtigung der Derivation (Drallabweichung) ; 
@ bei Entfernungen von mehr als 2000 m unter Beriick- 
sichtigung der Abweichung der Lufitemperatur von der 
Normaltemperatur; hierbei wird die Visiereinstellung fir 
je 20° Abweichung um eine Teilung geandert. 23 
Wenn das Ziel mit dem ersten Schu8 nicht getroffen worden 
ist, andert man die Visiereinstellung (korrigiert die Richtung 
und Entfernung), um das Ziel mit.dem folgenden SchuB zu 
treffen. Richtung und Entfernung korrigiert man 1 gleicls- 
zeitig. 


Die Kerrektur der Schufrichtung erfolgt: 


@ durch Verlegung des Haltepunkts (Hauptverfahren), 
wenn die Abweichung vom Zielzentrum nicht gréBer ist - 

. als zwei Zielfigurenbreiten; hierbei wird die Spitze des 
Hauptstachels vom Zielzentrum um die GroBe der Ab- 


; Oo - 107 


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Hatlepunkt far den 1. SchuB ~ Zielzentrum 
_ Der Treffpunkt- weicht um 1% Zielfic igurenbresen: 
nach rechts ab 


Der Haltepunkt fir den 2.SchuB ist um 
1% Zielfigurenbreiten nach links verlegt 


_ Bild 31° Die Korrektur der p Sehairachtung duh: Fee des Halte- 
, . punktes ; 


weichung nach der Seite verlegt, die der Abweichung ent- 
gegengesetzt ist (Bild 31); 

@ durch die Wahl einer anderen Richtmarke, wenn die Ab- 

weichung gré@er ist als. zwei Zielfigurenbreiten; hierbei 

. mu§ man die Kanone nochmals in gleicher Weise wie 

vorher richten, feststellen, bei ‘welcher Richtmarke oder 

_bei welchem, Zwischenraum zwischen den. Richtmarken 

der Einschlag erfolgte oder die Leuchtspur verlief, und mit 

dieser Richtmarke fiir den nachsten Schuf richten 


(Bild 32). 


Die Korrektur der Schuentfernung erfolgt durch Verlegang 
- des: Haltepunktes nach der Hoke (Hauptverfahren), | durch 


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as ra TA | 


Haltepunkt fir den 1. Schuft ~ Zielzentram, 
Treffounkt weicht um 0-04 nach rechts ob 


| LARA 


fir den 2.SchuB wird auf Zielzentrum 
mit der Richtmorke gerichtet, auf — 
der der Trefipunkt lag : 


Bild 32 Die Korrektur der Schufrichtung eka Wahl einer neuen 
Richtmarke : 


Anderung der Visiereinstellung wader durch SchieBen nach 
dem Sprengpunkt. 


e Korrektur der SchuBentfernung durch Verlegung des 
Haltepunkts in der Héhe erfolgt beim SchieBen auf hehe 
Ziele (Panzer, SPW usw.) bei Entfernungen bis 1700 m 
und auf Pak bei Entfernungen bis 1000 m (SFL 1200 
beziehungsweise 800 m). Bei Kurzschiissen verlegt man 
den Haltepunkt um eine Figurenhéhe nach oben, bei 
Weitschiissen um eine F: igurenhéhe nach unten; werin der 
zweite Schu8 nach der entgegengesetzten Seite hin -das 
Ziel verfehlt (WeitschuB nach einem Kurzschu8 oder 
‘Kurzschu8 nach einem Weitschu8), verlegt man den 
Haltepunkt fiir den dritten ‘SchuB nach der entgegen- 
gesetzten Seite um. eine halbe Figurenhdhe (Bild 33). 

_ Haltepunkt fiir den ‘ersten Schu8 ist Zielzentrum. ; 


a ee 4 ek 109 


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Halfepunkt fir den 1 Schub ist 
das Zielzentrum 


nach einem KureschuB verleg! man 


den Haltepunkt um eine  Zielfiguren- 
hohe nach oben 


nach einem WeitschuB verlegt man 
den Holtepunkt um eine Zielfiguren- 
hohe nach unten 


‘Bild 33° Die Korrektur der Schufentfernung durch Verlegung des Halte- 
punktes 
Wird mit E-Messer geschossen, so ist der Haltepunkt bei 
Entfernungen bis 2000 m um eine halbe Zielhdhe (oberer 
oder unterer Rand dés Zieles) und bei Entfernungen iiber 
2000 m um eine ganze Zielhéhe zu verlegen. 
@ Korrektur der SchuGentfernung durch Anderung der 
_ Visierstellung erfolgt beim SchicBen auf Ziele mit geringer 
‘, Hohe sowie in den Fallen, wenn es die SchuBentfernung 
nicht zulaBt; das Feuer durch Verlegung des Hekopunt? 


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nach der Héhe zu korrigieren. Bei einem Kurzschu8 ver- 
gréBert man die Visiereinstellung, und bei einem Weit- 
schuB verringert man die Visiereinstetlung jeweils um zwei 
Teilungen (200 m), bei E-Messer um eine Teilung (100 m). 
Wenn der zweité SchuB nach der entgegengesetzten Seite 
hin das Ziel verfehlt (Weitschu8 nach Kurzschu8 oder 
KurzschuB nach WeitschuB), so wahlt man die Mitte 
zwischen den beiden Visiereinstellungen und korrigiert 
dann das Feuer durch Verlegung des Haltepunkts um 
einé -halbe Zielfigurenhéhe oder Anderung der Visier- 
einstellung um eine halbe Teilung; wenn jedoch der 
zweite SchuB das Ziel in derselben Richtung wie beim 
ersten SchuB verfehlt, so andert man die Visiereinstellung 
nochmals um zwei Teilungen. 


@ Korréktur der SchuBentfernung durch den Sprengpunkt 
(Anrichten des Einschlags) erfolgt beim SchieBen auf 
senkrechte Ziele (Gebaude, Fenster, SchieBscharten von 
Verteidigungsanlagen usw.) sowie auf Ziele auf Vorder- 
hangen (die Hangneigung muB mindestens 3° betragen). 
Wenn der Einschlag neben dem Ziel erfolgte (Bild 34), 
muB8 man: — 

1. mit den Richtmechanismen die Richtung der Kanone : 

: wiederherstellen; 

2. mit der Triebschraube des Zielfernrohrs die Linie der 
Spitzen der Richtmarken auf die Héhe des GeschoB- 
einschlags bringen; 

3. sich die Richtmarke merken, bei der die Einschlag- 
stelle liegt, und darauf durch erneute Betadtigung der 
Richtmaschinen die Richtmarke, bei der der Einschlag 
lag, auf das Zielzentrum richten. : 

Wenn das Ziel mit dem zweiten SchuB nicht getroffen 

worden ist, der zweite Einschlag jedoch wesentlich naher | 

als der erste Einschlag am Ziel liegt, so verfahrt man in 
gleicher Weise wie vor dem zweiten SchuB8. Wenn der 


lil 


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aa 


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1 ach gem /\ mil | / \ : 
Richtmaschinen Ausgangsioge iy 


der Kanone: wiederherstelien 


A 


2.Mit der Iriebschraube die Linie 
der Spitzen der Richtmarken 
auf de Hohe des Geschobeinschlages 
bringen und die Richtmarke, bei der 


der GeschoBeinschlag erfolgte, merken 


3, Durch Betétigung der Richtmaschinen 
‘die Richtmarke, bei der der Einschiag 
Jag, auf das Ziel richten und schieBen 


Bild 34 Die Kerrektur der Schupentfernung durch din Sprengpunkt 
(Anrichten des Einschlags) 


zweite Einschlag ungefahr in der gleichen Entfernung 
liegt wie der erste, so korrigiert man die Entfernung 
weiter, man verlegt den Haltepunkt nach der.Héhe oder 
andert die Visiereinstellung. ; 
Beim SchieBen innerhalb der Entfernung des direkten Schusses | 
_ wird durch die Anfangsangaben bestimmt: 2 
_ © die Visiereinstellung entsprechend der Zielentfernung; 


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@. als Richtmarke der Hauptstachel ; 


e als Haltepunkt das Zielzentrum oder die verwundbarste 
Stelle des Ziels. ; 


Richtung und Entfernung werden durch Verlegung des 
Haltepunkts um die GréSe der Abweichung korrigiert. Wenn 
man die Héhenabweichung nicht ermitteln kann, verlegt man 
den Haltepunkt um eine halbe Zielfigurenhéhe, und zwar 
richtet man nach Kurzschiissen auf die obere Kante des Ziels 
und bei Weitschtissen auf den unteren Rand des Ziels. 


Das SchieBen aus dem Halt mit dem MG auf unbewegliche Ziele 


Die Anfangsangaben fiir den ersten SchuB bestimmen: - 
@ die Visiereinstellung entsprechend der Zielentfernung ; 
@ als Richtmarke den Hauptstachel; 

@ als Haliepunkt das Zielzentrum. 


Wenn Zeit vorhanden ist, versicht man die Anfangsangaben 
entsprechend der SchuBtafel mit Korrekturen fiir den 
Seitenwind. 

Das MG-Feuer eréffnet man mit kurzen FeuerstéSen. Hat 
man das Ziel getroffen oder mit einem FeuerstoB iiberdeckt, 
fahrt man das Feuer: auf schmale und nicht tiefe Ziele mit 
kurzen FeuerstéBen, ohne den Haltepunkt zu dndern; auf breite 
und tiefe Ziele mit langen FeuerstéBen unter Verteilen des 
Feuers in die Breite und in die. Tiefe. 

‘Soll das. Feuer auf eine gréBere Flache verteilt werden, so 
andert man den Haltepunkt nach je einem his drei Feuer- 
stéBen sowohl in der Richtung als auch in der Héhe. 
Weicht die GeschoBflugbahn oder der GeschoBeinschlag vom 
Ziel ab, so verlagert man den Haltepunkt nach der der Ab- 
weichung entgegengesetzten Seite um die GréBe der Héhen- 
und Seitenabweichung. Wenn die Beobachtung der GeschoB- - 
spuren oder Einschlagstellen unméglich ist, so verlagert man 
den Haltepunkt beim SchieBen auf breite und tiefe Ziele nach 


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Soman 


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je einem bis drei Feuerstéfen in seitlicher Richtung um 2 bis 
4 Strich und in der. Héhe um 2 bis 4 Strich oder andert die 
Visiereinstellung um 1 bis 2 (2 bis 4) Teilungen. 
Béim SchieSen mit groSkalibrigem MG auf lebende Ziele oder 
Geschiitz- und MG-Bedienungen bei Entfernungen von mehr 
‘als 800 m sowie auf Kraftfahrzeuge und 4hnliche Ziele bei 
Entfernungen von mehr als 1000 m korrigiert man die SchuB- 
entfernung durch Anderung der Visicreinstellung nach den- 
selben Regeln wie beim SchieBen mit der Kanone. 


Das Schiefen aus dem Halt mit der Kanone auf sich bewegende Ziele 


' Bei F rontalfahrt des Ziels 


Die Anfangsangaben fiir den ersten SchuS bestimmen: 
@ die Visiereinstellung bei Zielgeschwindigkeiten unter 
‘15 km/h entsprechend der Zielentfernung und bei -Ziel- 
geschwindigkeiten iiber 15 km/h um eine Teilung unter der 
| Zielentfernung, wenn sich das Ziel auf den schieBenden 
Panzer zubewegt, und um eine Teilung héher, wenn sich das 
Ziel vom schieBenden Panzer fortbewegt: 
@ als Richtmarke den Hauptstachel; 
@ als Haltepunkt das Zielzentrum. 


Die Korrektur der Schufrichtung erfolgt in der gleichen Weise 
wie beim SchieBen auf unbewegliche Ziele, das heiSt durch 
Verlegen des Haltepunktes nach der Seite oder Wahl einer 
anderen Visiermarke. \ : 
Die Korrektur der SchuBentfernung ‘erfolgt bei Zielgeschwin- 
digkeiten bis 15 km/h durch Verlegen des Haltepunkts nach 
der Héhe oder Andern der Visiereinstellung nach denselben 
Regeln wie beim SchieBen auf unbewegliche Zicle. 

Bei Zielgeschwindigkeiten zwischen.15 und 30 km/h wird die 
SchuGentfernung in folgender Weise korrigiert: Wenn sich _ 
das Ziel auf den schieBenden Panzer zubewegt, erhéht man nach 
einem KurzschuB die Visiereinstellung um eine Teilung oder - 


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verlegt den Haltepunkt um eine halbe Zielfigurenhéhe nach 
oben; nach einem Weitschuf verringert man die Visiereinstellung 
um drei Teilungen (bei E-Messer um zwet Teilungen). Wenn 
sich das Ziel vom schieBenden Panzer fortbewegt; erhéht man 
nach einem Kurzschuf die Visiereinstellung um drei Teilungen 
(ber E-Messer um zwei Teilungen) und verringert sie. nach 
einem Weitschu um eine Teilung oder verlegt den Haltepunkt 
um eine halbe Zielfigurenhéhe nach unten. 

Bei getroffenem, jedoch nicht vernichtetem Ziel verringert 
man die Visiereinstellung um eine Teilung oder verlegt den 
Haltepunkt um eine halbe Zielfigurenhéhe nach unten, falls 
sich das Ziel auf den schieBenden Panzer zubewegt, und 
erhéht die Visiereinstellung um eine Teilung oder verlegt den: 
Haltepunkt um eine halbe Zielhéhe nach oben, falls sich das 
Ziel vom schieBendea Panzer Aortheweee (fir SFL ein bis 
zwei Teilungen). 

Falls sich beim zweiten SchuB die gleiche Beobachtung exgibt 
wie beim ersten, andert man die Visiereinstellung oder ver- 
legt den Haltepunkt noch einmal in der gleichen Weise wie 
nach dem-ersten Schu8, Wenn jedoch die Beobachtung nach 
dem zweiten SchuB der Beobachtung nach dem ersten SchuB 
entgegengesetzt ist, so andert man die Visiereinstellung nicht, 
falls sich das Ziel auf den Einschlag zubewegt, oder andert 
sie um zwei Teilungen, falls sich das Ziel vom Einschlag fort- 
bewegt (fiir SFL zwei bis drei Teilungen), 


. Bei Flankenfahrt des Ziels 


Die Anfangsangaben fiir den ersten Schuf bestimmen: 
© die Visiereinstellung entsprechend der Ziclentfernung; 


@ die Richtmarke und den Haltepunkt beim Seitenrichten 
mit entsprechender Vorhalte (der Seite nach) durch Ver- 
legung des Hauptstachels in der Bewegungsrichtung; sie 
betragt vier. Strich (oder eine Zielbreite beim SchieBen 
auf einen Panzer) je 10 km/h der Zielgeschwindigkeit . 


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(Bild 35) und fiir SFL sechs Strich oder anderthalb Ziel- ” 
breiten; 
@ als Haltepunkt (der Hohe nach) Pidleshiauin, 


Das Ziel bewegt sich nach rechts » Bas Ziel bewegt sich nach links 
(Geschwindigkeit in km{h) (Geschwindigkeit in kmh) 


30 20 10 10 20 30 - 40 


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Als Vorhalle fur die Zielbewegung nimimt 
man 0-04 je 10 kmfh der Zielgeschwindig- 
keit in Fabrtrichtung 


Bild 35 Die Vorhalte bei Flankenfahrt des Ziels 


Die Korrektur der Schufrichtung erfolg1 durch Anderung der 

Vorhalte. Wenn der Einschlag oder die Geschofspur vor dem 

sich bewegenden Ziel liegt, so verringert man die Vorhalte . 
um die GréBe der Abweichung; wenn der Einschlag jedoch 

hinter dem sich bewegenden Ziel liegt, vergréBert man. die 

Vorhalte um die GréBe der Abweichung. 

Die Korrektur der Schufentfernung erfolgt durch Verlegung 

des Haltepunkts oder Anderung der Visiereinstellung nach 

denselben Regeln wie beim SchieBen auf unbewegliche 

- Ziele. 


Bei Schrégfahrt des Ziels 


Die Anfangsangaben fir den ersten Schu8 bestimmen: 

@ die Visiereinstellung wie bei Frontalfahrt des Ziels; 

@ die Richtmarke und den Haltepunkt beim Seitenrichten 
mit einer Vorhalte durch Verlegung des Hauptstachels, 
‘die halb so groB ist wie bei Flankenfahrt des Ziels, das: 
heiBt, zwei Strich (oder eine halbe:Zielfigurenbreite beim 
SchieBen auf. einen Panzer) je 10-km/h der Zielgeschwin- 

_ digkeit betragt (fair SFL drei Strich oder-?/, Zielbreite); 
@ als Haltepunkt beim Héhenrichten Zielzentrum. 


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Die Korrektur der Schufrichtung erfolgt in der gleichen Weise 

wie bei Flankenfahrt des Ziels. 

Die Korrektur der Schufentfernung erfolgt in dee gleichen 

Weise wie bei Frontalfahrt des Ziels.. | 

Bei Frontalfahrt und Schrégfahrt des Ziels mit mehr als 30km/{h 

Die Anfangsangaben bestimmen: 

© die Visiereinstellung um zwei Teilungen unter der ge- 
schatzten Entfernung, falls sich das Ziel auf den schie- 
Benden Panzer zubewegt, und um zwei Teilungen iiber 
der geschatzten Entfernung, wenn sich das Ziel vom 
schieBenden Panzer fortbewegt; 

@ die Richtmarke und den Haltepunkt nach den allgemeinen 
Regeln fiir Frontalfabrt und Schragfahrt des Ziels. . 
Die Korrektur der Schufrichtung erfolgt nach den allgemeinen 

Regeln. 

Die Korrektur der Schufensfernung erfolgt durch Anderung 

der Visiereinstellung : 

@ Bei Kurzschiissen und Bewegung des Ziels auf den schie- 
Benden Panzer zu andert man die Visiereinstellung nicht. 

@ Bei Kurzschiissen und Bewegung des Ziels vom schieBen- 
den Panzer fort erhéht man die Visiereinstellung um vier 
bis sechs Teilungen. 

‘@ Bei Weitschiissen und Bewegung des Zicls auf den ‘schie- 
Benden Panzer zu verringe:t man die Visiereinstellung um 
vier bis sechs Teilungen. 

@ Bei Weitschiissen und Bewegung des Ziels vom schie- 
Genden Panzer fort andert man die Vac remeuning 
nicht. 

@ Bei getroffenem, jedoch nicht vernichtetem Ziel verringert 
man die Visiereinetcllung um ein bis zwei Teilungen, wenn 
sich das Ziel dem schieBenden Panzer nabert, und erhoht 
sie um ein his zwei Teilungen, wenn sich das Ziel.vom. - 
schieBenden Panzer entfernt (fiir SFL zwei bis: drei’ 
Teilungen). 


8 SchieBen a.d. Panser ; 117 


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Das SchieBen innerhalb der Entfernungen des direkten Schusses 


_Die Anfangsangaben bestimmen: - 
@ die Visiereinstellung entsprechend der Zielentfernung; — 
@ als Richtmarke den Hauptstachel; 
“@ als Haltepunkt beim Richten nach der Héhe das Ziel- 
zentrum; 
@ als Haltepunkt beim Richten nach der Seite und bei 
Frontalfahrt des Ziels das Zielzentrum; _ 
’ @ als Haltepunkt beim Richten nach der Seite und bei 
, Flankenfahrt oder Schragfahrt des Ziels dessen vordere 
Begrenzung ; ; 
@ als Haltepunkt beim Richten nach der Seite und bei 
Flankenfahrt oder Schragfahrt des Ziels mit mehr als 
15 km/h vom Zielzentrum eine Vorhalte von einer Ziel- 
breite. 
Die Korrektur der SchuPrichtung und der Schufentfernung 
erfolgt durch Verlegung des Haltepunkts nach den Regeln fiir 
das SchieBen von der Stelle auf unbewegliche Ziele fiir Ent- 
fernungen des direkten Schusses. . 


" Das SchicSen aus dem Halt mit dem MG auf sich bewegende Ziele - 


a, Die Anfangsangaben fir den ersten FeuerstoB bestimmen: 

@ die Visiereinstellung entsprechend der Zielentfernung; bei 
Frontalfahrt oder Schragfahrt des Ziels mit 15 km/h'und . 

_ schneller wird das Visier um eine Teilung unter dieser 

' Entfernung eingestellt, wenn sich. das Ziel dem schicBen- : 
den Panzer nahert, und um eine Teilung héher, wenn sich 
das Ziel vom schieBenden Panzer entfernt; 

@ die Richtmarke und den Haltepunkt mit einer Vorhalte 
von vier Strich bei Flankenfahrt und zwei Strich bei 
Schragfahrt je 10 km/h der Zielgeschwindigkeit durch 
Verlegung des Hauptstachels in der Bewegungsrichtung ; 


118 


{ 


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beim SchieBen auf laufende Infanterie betragt die Vor: 
halte zwei Zielbreiten oder zwei Strich bei schriger Be- 
. wegung und vier Zielbreiten oder vier Strich bei Flanken- | 
bewegung. 
Die Korrektur der SchuBrichtung und Schufentfernung erfolgt 
durch Verlegung des Halicpuukts nach der Seite und nach 
der Hohe um die GréBe der Abweichung (ergibt sich bei 
Flanken- oder Schragbewegung des Ziels eine seitliche Ab- 
‘weichung, so wird die Vorhalte gedndert). 
Beim Schiefen mit groBkalibrigem MG auf sich bewegende 
Infanterie bei Entfernungen von 800 m und mehr und beim 
SchieBen auf Kraftfahrzeuge und Ahnliche Ziele bei Ent- 
fernungen von 1000 m und mehr korrigiert man die SchuB- . 
entfernung durch Anderung der Visiereinstellung nach den- 
_selben Regeln wie beim SchieBen mit der Kanone auf sich ~~ 
bewegende Ziele. 


9.4. Das Sclieben aus dem kurzen Halt 


Das Schiefien aus dem kurzen Halt mit der Kanone auf unbewegliche . 


Ziele 


Die Anfangsangaben fiir den ersten SchuB bestimmen: 


@ die Visiercinstellung in der Regel entsprechend der Ziel- 

’ entfernung; wenn sich der Panzer nach Bestimmung der - 
Zieleutfernung bis zum Eintritt des kurzen Halts um 
“mehr als 50m gendhert (entfernt) hat, stellt man das. 
Visier um eine Teilung tiefer (héher) ein, als fk ermittel- ” 
ten Zielentfernung entspricht; 

@ als Richtmarke den Hauptstachel;. ~ 

' @ als Haltepunkt das Zielzentruim. 


Die Korrektur der SchuBrichtung erfolgt durch Verlegsing pe 
Haltepunkts nach der Seite oder durch Wahl einer anderen cm 


8* ; ng ; _ alg ; 


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Richtmarke nach denselben Regeln wie beim Dohiches von 
der Stelle auf unbewegliche Ziele. 
Die Korrektur der Schufentfernung erfolgt durch Verlegung 
des Haltepunkts nach der Héhe oder durch Anderung der 
Visiereinstellung. 
Bei Frontalfahrt oder Schragfahrt des schieBenden Panzers 
erhéht man die Visiereinstellung nach einem Kurzschuf um 
eine Teilung oder verlegt den Haltepunkt um eine halbe Ziel- 
-hdhe nach oben und verringert die Visiereinstellung nach 
einem WeitschuB je nach den Fahrstrecken zwischen den 
kurzen Halten um zwei bis drei Teilungen (fiir E-Messer um 
ein bis zwei Teilungen). Wenn sich der Panzer auf das Ziel 
zu bewegt und der Kurzschuf in unmittelbarer Nahe des Ziels 
einschlug, andert man die’ Visiereinstellung nicht. - ” 
Bei Frontatfahre oder Schrégfahrt des schieBenden Panzers 
vom Ziel fort erhéht man die Visiereinstellung nach einem 
KurzschuB je nach der Fabrstrecke zwischen den ‘kurzen 
Halten um zwei bis drei Teilungen (fiir E-Messer um ein bis 
zwei Teilungen); nach einem WeitschuB8 verringert man sie 
um eine Teilung oder verlegt den Haltepunkt um eine halbe 
Zielhéhe nach unten. sc 
Bei Flankenfahrt des schieBenden Panzers andert man die 
Visiereinstellung oder verlegt den Haltepunkt in der gleichen 
Weise wie beim SchieBen von der Stelle oder aus dem Halt 
auf unbewegliche Ziele. 
Wenn die GréBe der Abweichung eines Kurz- dee Weit- 
schusses bestimmt worden ist, andert man die 'Visier- 
einstellung unter Beriicksichtigung der Abweichung des 
Einschlages oder der Flugbahn und der Bewegung des 
Panzers. a 
Wenn das Ziel wohl getroffen, jedoch nicht vernichtet worden 
ist, verringert man die Visiereinstellung fiir den n&chsten 
SchuB bei Annaherung des schieBenden Panzers an das Ziel 
und erhéht sie bei Entfernung des schieBenden Panzers vom 
Ziel jeweils.um eine Teilung. , 


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Innerhalb der Entfernung des direkten Schusses wird das Feuer 
in der gleichen Weise gefithrt wie beim Schiefen von der Stelle 
auf unbewegliche Ziele innerhalb dieser Schufiweite. 


Das Schiefen aus dem kurzen Halt mit dem MG auf unbewegliche 
Ziele. : 
Die Anfangsangaben werden nach denselben Regeln bestimmt 
wie beim SchieSen mit der Kanone. 
Bei jedem kurzen Halt wird nach denselben Regeln geschos- 
sen wie beim SchieBen aus dem Halt. und awar gewohnlich 
bis zum Treffen oder Uhberstreichen des Ziels mit der Ge- 
schofigarbe eines FeuerstoBes; hierbei wird das Feuer da- 
durch korrigiert, daB man den Haltepunkt nach der Hohe 
‘und nach der Seite um die GréBe der Abweichung der 
GeschofSiflugbahn oder der GeschoBeinschlige und entgegen- 
yesetzt der Abweichung verlegt. 
Wenn das Ziel beim ersten kurzen Halt wohl getroffen, jedoch 
nicht verichtet worden ist, setzt man das Feuer auf dieses 
_ Ziel beim nachsten kurzen Halt fort; hierbei verringert man 
die Visiereinstellung um eine Teilung oder verlegt den Halte- 
punkt um eine halbe Zielhéhe nach unten, wenn sich der_ 
schieBende Panzer auf das Ziel zuwhewegt ; wenn sich jedoch der 
schieBende Panzer vom Ziel-entfernt, erhéht man die Visier- 
einstellung um eine Teilung oder verlegt den Haltepunkt 
um eine halbe Zielhdhe nach oben. Bei Flankenfahrt des schie- 
Benden Panzers wird die Visiereinstellung nicht geandert. 


Das SchieSen aus dem kurzen Halt mit der Kanone auf sich bewegende 
Ziele 

Aus dem kurzen Halt wird gewdhnlich auf Ziele geschossen, 
die sich mit Geschwindigkeiten bis 30 km/h bewegen. Bei 
Zielgeschwindigkeiten von mehr als 30 km/h fihrt man das 
Feuer zweckmaBigerweise von der Stelle oder aus dem Halt. 
Beim SchieBen aus dem kurzen Halt auf sich bewegende Ziele 


gibt es folgende Méglichkeiten: 


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@ Der Abstand zwischen dem schieBenden Panzer und dem \ 
Ziel andert sich nicht oder nur unwesentlich (bei Flanken- 
fahrt des schieBenden Panzers und des Ziels sowie Fron- - 
tal- oder Schragfahrt beider in derselben Richtung.) 


@ Der Abstand andert sich betrichtlich (bei Flankenfahrt 
des Ziels und Frontalfahrt oder Schragfahrt des schieBen- 
den Panzers, bei Flankenfahrt des sthieBenden Panzers 
und Frontalfahrt oder Schragfahrt des Ziels, bei frontaler 

"oder schrager aufeinander- oder auseinanderfithrender Be- 
‘wegung des Panzers und des Ziels). 


Wenn sich der Abstand zwischen dem schiefSenden Panzer - 
und dem Ziel nicht oder nur wenig andert, bestimmt man die 
Anfangsangaben fiir den ersten SchuB entsprechend der Ziel- 
‘entfernung. | 
Die -Richtmarke und der Haltepunkt werden in gleicher 
Weise bestimmt wie beim SchieBen von der Stelle oder aus 
. dem. Halt auf sich bewegende Ziele. 
Die SchuBrichtung wird ebenso korrigiert wie beim SchieBen 
von der Stelle auf sich bewegende Ziele. 
Die SchuBentfernung wird durch Verlegung des Haltepunkts 
oder Anderung der Visiereinstellung in gleicher Weise korri- 
giert wie beim SchieBen von der Stelle oder aus dem Halt 
auf unbewegliche Ziele. 
_ Wenn sich der Abstand zwischen schieBendem Panzer und 
Ziel stark andert, verfahrt man in folgender Weise: 
Bei sich schnell. verringerndem Abstand zwischen schieBen- 
dem Panzee und Ziel wahlt man die Anfangseinstellung des 
Visiers um ein bis zwei Teilungen unter der tatsachlichen: 
Zielentfernung._ und bei sich schnell ‘vergréBerndem Abstand 
‘.um ein bis zwei Teilungen dariiber (iar SFL entsprechend 
‘ zwei bis drei Teilungen). 
Die Richtmarke und den Haltepunkt fiir das Richten nach: 
: der Seite bestimmt man ebenso wie beim SchieBen von der ; 
- Stelle oder aus dem Halt auf sich bewegende Ziele. 


yao 


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Die SchuPrichtung korrigiert man ebenso wie beim SchieBen 
von der Stelle auf sich bewegende Ziele. 

Die SchuPentfernung korrigiert man durch Anan < der 
Visiereinstellung oder Verlegung des Haltepunkts nach der 
Héhe: Wenn sich der Abstand zwischen dem schieBenden 
Panzer und dem Ziel verringert, andert man die Visierein- 
stellung nach einem Kurzschu8 nicht und verringert sie nach 
einem Weitschu8 um drei bis vier Teilungen; wenn sich der 
Abstand zwischen dem schieBenden Panzer und dem Ziel ver- 
gréBert, andert man die Visiereinstellung nach einem Kurz- 
schuB um drei bis vier Teilungen und !4Bt sie nach einem 
Weitschu8 unverandert (fiir E-Messer entsprechend um zwei 
bis drei Teilungen). , 
Wenn die GréBe der Abweichung beim Kurz- oder Weit- 
schu8 bestimmt worden ist, beriicksichtigt man bei Anderung 
der Visiereinstellung die Entfernungsanderung zwischen 
Panzer und Ziel und die seitliche _Abweichung des Ein- 
schlages. 
Wenn das Ziel getroffen, jedoch nicht vernichtet worden ist, : 
verringert man die Visiereinstellung fiir den nachsten SchuB 
bei sich verringerndem Abstand zwischen schieBendem 
Panzer und Ziel und erhéht sie bei sich vergré8erndem Ab- 
stand um jeweils ein bis zwei Teilungen. 


Innerhalb der Entfernung des direkten Schusses wird das F euer 
in der gleichen Weise gefiihrt wie beim Schiefen von der Stelle 
oder aus dem Halt auf bewegliche Ziele innerhalb dieser ‘Ent- 
fernung. 


Das Schieften aus dem kurzen Halt mit dem MG auf sich bewegende 
Ziele : . 


‘Die Anfarigsangaben fir die ‘Visiereinstellung werden ent- 
sprechend der Zielentfernung bestimmt. Bei sich schnell ver- 
ringerndem Abstand zwischen dem schieBenden Panzer und 
dem. Ziel wihlt man die Visiereinstellung um eine Teilung 


“p88 


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unter der Zielentfernung und bei sich nchuell vergréBerndem 
Abstand um eine Teilung tiber der Zielentfernung. Visier- 
tharke und sialtepunkt werden in der gleichen Weise he- 
stimimt wie beim’ SchieBen von der Stelle auf sich bewegende 
. Ziele. 
Die ‘Schurichtung ‘ile nach dex Regeln fiir das SchieBen von 
‘der Stelle auf sich bewegende Ziele korrigiert. 
Die Schufentfernung korrigiert man durch Verlegen des 
tlaitepunkts um die GréRe der Abweichung in der der Ab- 
weichung entgegengesetzten Richtung. Wenn das Ziel beim 
ersten kurzen Halt nicht vernichtet worden ist, andert man 
‘die Visiereinstellung fiir das weitere SchieBen aus dem kurzen 
Halt in Abhangigkeit von der GréBe der Entfernungsande- 
_ Tung zwischen schieBendem Panzer und Ziel um ein bis zwei 
Teilungen oder verlegt den Haltepunkt um eine Zielhéhe. 


9.5. Das SchieBen aus der Bewegung 


7 


Das SchieBen aus der Rewerurs ---!: 1. 
.Ziele 


tiuauue aut unbewegliche 


‘Die Anfangsangaben fiir den ersten SchuB bestimmen: 


@ die Visiereinstellung entsprechend der Zielentfernung ; 
wenn sich jedoch der schieBende Panzer nach Bestimmung | 
der Zielentfernung bis zum Schu8 um mehr als 50m 
weiterbewegt, stellt man das Visier eine Teilung iiber oder 
unter der urspriinglich bestimmten Entfernung ein. 

@ die Richtmarke und der Haltepunkt werden bei Frontal- 

_ fahrt des schieBenden Panzers ebenso bestimmt wie beim 
SchieBen von der Stelle auf ein unbewegliches Ziel. Bei 
Flankenfabrt und Schragfahrt des schieBenden Panzers 
wird mit einer Vorhalte geschossen, die bei Flankenfahrt 
vier Strich und bei Schragfahrt zwei Strich je 10 km/h der 
Geschwindigkeit des Panzers betrigt. Hierbei wird die 


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Spitze des Hauptstachels entgegen der Bewegungs- 
richtung verlegt, und zwar beim SchieBen von der rechten 

Seite aus rechts und beim SchieBen von der linken Seite ‘ 
aus links am Ziel vorbei. 

Die SchuPrichtung borticiorr man durch seitliches Verlegen 

des Haltepunkts und bei Flankenfahrt oder Schragfahrt des 

eigenen Panzers durch Anderung der seitlichen Vorhalte um 
die GréBe der seitlichen Abweichung, wobei die Anderung in 
dex der Abweichung entgegengesetzten Richtung erfolgt. 

Die Schufentfernung korrigiert man durch Anderung des 

- Haltepunkts fiir den folgenden Schu8 unter Beriicksichti- 
gung der Verspatung des Schusses, der Schwingungen des 
Panzers, seiner Gesclvandigkstt und der Abweichung der _ 
Schu8entfernung. 

. Wenn der Panzer mit gleichbleibenden Schwingungen fahrt, 
andert man die Vorhalteé um eine Zielhéhe. Wenn es gelungen 
ist, die GréBe der Héhenabweichung zu bestimmen und wenn 
der vorhergehende SchuB bei richtiger Lage der Richtmarke 

gegentiber dem Zielzentrum abgegeben wurde, iandert man 
die Vorhalte um die Gré8e der Abweichung in folgender 

Weise: , 

@ Nach Kurzschiissen wird die Vorhalte verringert, wenn 
sich der Hauptstachel vor dem Schu8 von unten nach 
oben bewegte, und vergréBert, wenn seine Bewegung von 
oben nach unten verlief. ; 

@ Nach Weitschiissen wird die Vorhalte vergréBert, wenn 
sich der Hauptstachel zum Ziel von unten nach oben 
bewegte, und verringert, wenn die Bewegung von oben 

‘nach unten verlief. , 
/ 


Das SchieBen aus der Bewegung mit der Kanoné auf sich bewegende 
Ziele 


@ Die Anfangsangaben fiir die Visiereinstellung werden in 
der gleichen Weise bestimmt wie beim SchieBen aus dem , 
_ kurzen Halt auf bewegliche Ziele. 


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@ Die Richtmarke und den Haltepunkt bestimmt man bei 
Richten nach der Seite mit einer Vorhalte fiir die Be- 
wegung des eigenen Panzers und des Ziels; sie setzt 

’ sich aus der Vorhalte fiir die Bewegung des eigenen 
Panzers und der Vorhalte fiir die Bewegung des Ziels 
zusammen und hangt von der Geschwindigkeit und der 
Bewegungsrichtung ' des schieBenden Panzers und des 


. Ziels ab. 
@ Die Vorhalte wird bei Flankenfahrt oder Schragfahrt des 


Ziels und Frontalfahrt des schieBenden Panzers in gleicher 
Weise bestimmt wie beim SchieBen von der Stelle auf sich. 
bewegende Ziele. Bei Frontalfahrt des Ziels und Flanken- 
oder Schragfahrt des schieBenden Panzers bestimmt man_ 
sie ebenso wie beim SchieBen aus der Bewegung auf un- 
bewegliche Ziele. _ 
Bei Schragfahrt und Flankenfahrt sowohl des Ziels wie auch 
des schiefenden Panzers in derselben Richtung ergiht sich 
die Vorhalte 
…[truncated]